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Gelesen. Brecht.

Bertolt Brecht: Die heilige Johanna der Schlachthöfe. Berlin: Suhrkamp. 2017.

Relektüre wegen Schillers Jungfrau von Orleans als Korridorthema. Sinclairs Dschungel als – wie wir heute wissen – nach wie vor gültiger literarischer Hintergrund.

(Der Minister, der von der im verlinkten Blog-Eintrag verlinkten Zeit-Reportage so beeindruckt war, dass er Maßnahmen versprach, ist inzwischen längst kein untätiger Minister mehr, hat aber inzwischen einige Monate im Auftrag von Tönnies, einer der größten Fleischfabriken, gearbeitet. Wer also die von Brecht dargestellte Handlung als lehrhaft übertrieben empfindet, irrt: die zynische Normalität unseres Wirtschaftslebens (auch in anderen Bereichen als dem Schlachten von Tieren) übertrifft jede als übertrieben empfundene literarische Darstellung bei Weitem.)

Gelesen. Sinclair.

Upton Sinclair: Der Dschungel. Übertragen von Ingeborg Gronke. Zürich: Union, 2014.

In den Jahren seit Erscheinen dieses Buches im Jahr 1906 scheint sich in der Fleischindustrie und insbesondere in den Bedingungen für die Arbeiter nichts Wesentliches geändert zu haben: zur ergänzenden Lektüre empfohlen die thematisch passende Serie in der Zeit, zum Beispiel der Artikel Die Schlachtordnung über rechtlose Sklavenarbeiter aus Osteuropa, die auch dir dein Schnitzel bereiten.