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Gelesen. Kunst.

Thomas Kunst: Zandschower Klinken. Berlin: Suhrkamp, 2021.

Och nö. Sowohl die Idee – ein mecklenburger Dorf sagt sich von seiner tatsächlichen Umwelt los und simuliert zur Verhinderung der Landflucht diverse interessante Szenarien – als auch der Schauplatz sind reizvoll, aber die Durchführung ist mir zu undurchsichtig artifiziell. So erscheint es mir nicht schlüssig, warum viele längere und kürzere Passagen wie Versatzstücke exakt oder variiert wiederholt werden. Wenn dies die Redundanz der Verrichtungen alltäglichen Lebens aufzeigen soll, wären dafür andere Wege zu finden als den Leser immer wieder das Gleiche lesen zu lassen (in seiner Annahme, möglicherweise doch noch auf eine Veränderung zu stoßen), denn das ist in Prosa nur nervig. Nicht ohne Grund wurde für die Musiknotation das Wiederholungszeichen erfunden.

Auch andere Sprachspielereien sind zwar als solche reizvoll, haben wie ohnehin so einige Stellen Witz – problemlos könnte man tolle Seiten zum vergnüglichen Vorlesen finden –, aber sie tragen den Roman nicht. Schade, eigentlich.