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Gelesen. Pohl.

Klaus Pohl: Die Kinder der Preußischen Wüste. Zürich: Arche, 2012.

Oft nah am pathosbeladenen Kitsch, ärgerliche Stellen auch – und doch bleibt genug übrig, was des Lesens wert ist: wie die Geschichte den Menschen zusetzt und welche Macht der Einzelne hat gegen die Zeitläufte und die Unschöpfung im Namen der Ordnung (keine).

Ratschläge für Schreibende.

Nachdem ich kürzlich von Stephen Kings Ratschlag an Jungschriftsteller schrieb, Adverbien möglichst sparsam – am besten gar nicht – zu verwenden, lese ich in der neuesten Ausgabe der Sinn und Form einen »Tod dem Adjektiv« betitelten Eintrag aus Thomas Braschs bislang unveröffentlichten Tagebuchnotaten:

Das Adjektiv ist eine Erfindung der Leute, denen die Dinge nicht genug waren, wie sie waren. Es dient zur Verschleierung. Ein großes Pferd ist nichts vor meinem Auge, ein Pferd aber steht.

Es folgt nun eine durchaus konsistente Argumentation für diese Ansicht, bevor Brasch schließt:

Aus diesen Gründen muß das Adjektiv gekillt werden, wenn ich es treffe.

[Brasch, Thomas: Aus den Tagebüchern 1972–74. In: Sinn und Form 64 (2012), Nr. 2, S. 152–164; hier: 154f.]

Mal sehen, welche Wortarten es noch trifft …