Skip to content

LyX oder LaTeX?

Zu Thomas Raus Bericht über das Arbeiten mit LyX schrieb ich in etwa:

Die Einfachheit von LyX ist eben tatsächlich nur vermeintlich. Ich habe auch damit rumprobiert, mich letztlich aber doch in (La)TeX eingearbeitet, weil mir LyX eher die Nach- als die Vorteile von Textverarbeitung und Textsatzsystem zu vereinen schien. Das Komplizierte an TeX ist in erster Linie die Installation und das Erstellen des ersten Dokuments; wenn das klappt, kann man sich den Rest (ggf. mit der Hilfe von Newsgroups und Foren) peu à peu selbst beibringen.

Für den Schülerbedarf im Computerraum bräuchte man also eine funktionierende LaTeX- Installation und ein Musterdokument, mit dem man gleich losarbeiten kann.

Meine Vorlage (die natürlich für den angedachten Zweck nicht geeignet ist) habe ich hier untergebracht (müsste auch mal wieder aktualisiert werden …).

Realismus ff. und Realität, virtuelle.

Der Artikel erschien in etwas anderer Gestalt und mit geringen Unterschieden zunächst im (natürlich wieder geTeXten) Rundbrief 45 (2013) des Fachverbandes Deutsch im Deutschen Germanistenverband, Landesverband Schleswig-Holstein / Hamburg. Er beschreibt ein Unterrichtsvorhaben im Deutschkurs (erhöhtes Anforderungsprofil [für die Allgemeinbildner: das entspricht vom Stundenumfang her den früheren Leistungskursen (fünf Wochenstunden)]) des 12. Jahrgangs eines Beruflichen Gymnasiums, in dem europäische Literatur zwischen Mitte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts rezipiert und mithilfe digitaler Medien bearbeitet und präsentiert wird. Den zugehörigen Aufgabenbogen für die S, der das Vorhaben skizziert, findest du hier.

Epoche im europäischen Kontext

Eingebettet in den Lehrplan-Kernbereich »Wirklichkeit im Kontext von Sprache, Literatur und Medien – Individuum im Spannungsfeld zwischen Ideal und Wirklichkeit« kann der L die Besonderheiten des poetischen Realismus der deutschsprachigen Literatur im Gegensatz zur Praxis des Realismus in anderen Ländern Europas behaupten oder aber die S erfahren lassen. Letzteres sollte in unserem Unterrichtsvorhaben erreicht werden, indem jede(r) S zusätzlich zum obligatorischen Text (in unserem Fall Fontanes Effi Briest) in unterrichtlicher und häuslicher differenzierter Gruppenarbeit ein im Original nicht deutschsprachiges Werk der Zeit liest, bevor es anschließend gemeinsam mit zwei bis drei anderen S bearbeitet und dem Kurs in einer Doppelstunde vorgestellt wird.

Dass der Blick dabei über den Tellerrand des Deutschunterrichts (DU) hinausgeht, ist sinnvoll, weil auf diese Weise Inselwissen stärker konzeptualisiert wird, was den S das Erkennen von Zusammenhängen, aber auch Unterschieden erst ermöglicht. Es geht mithin nicht nur um die Inhalte (»Was muss ich über Charlotte Brontës Jane Eyre wissen?«), sondern um das Entstehen gedanklicher Strukturen (Begrifflichkeit angelehnt an Jean-Pol Martins »Lernen durch Lehren« z. B. hier), die ansonsten allenfalls Mäeutik missverstehend in die S hineinzufragen sind (Gegeneinanderstellen verschiedener Frauenfiguren, Realismuskonzepte, Erzählweisen etc.).

Lebensweltlich-technischer Hintergrund

Befragt nach dem Ursprung der in Effi Briest erzählten Geschichte schrieb Theodor Fontane 1896 in einem Brief an Friedrich Spielhagen, der ebenfalls 1896 einen Roman – Zum Zeitvertreib – über die Ardenne-Affäre veröffentlicht hatte, eine Freundin habe ihm gegenüber vom Scheitern der Ehe von Baron Ardenne gesprochen, ohne dass der Name jedoch genannt worden sei. Fontane fährt fort:

»Übrigens sagte mir Geh. Rat Adler (der Architekt), Gott, das ist ja die Geschichte von dem A. Er hatte es doch herausgetwittert. [Hier nach Wöhrle, Dieter: »Entstehungs- und Textgeschichte«. In: Effi Briest. Frankfurt am Main und Leipzig : Suhrkamp Taschenbuch, 2004 (SBB 47); Hervorhebung von mir.]«

In diesem letzten Wort findet sich durch den heute sofort konnotierten Kurznachrichtendienst eine mögliche Rechtfertigung für die Unterrichtsplanung »Europäische Wirklichkeiten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts im Spiegel digitaler Medienvielfalt«.

Weiter sind natürlich die Bedingungen und Notwendigkeiten des heute durch digitale Medien geprägten Arbeitens nach wie vor dieselben wie ich sie schon in Rundbrief 42 angedeutet hatte und wie sie anderenorts noch ausführlicher nachzulesen sind (siehe hierzu zum Beispiel Deutschunterricht, Heft 3/2013 (Juni)).

Eine weitere Rechtfertigung findet sich im Lehrplan – eine Veröffentlichung, deren Lektüre angesichts der vielen darin beschriebenen Unterrichtsmöglichkeiten gern empfohlen wird: zu sehr lassen wir uns zuweilen gängeln von engen Korridoren ...: an thematischen Schwerpunkten sind benannt beispielsweise »mediale Auftritte von Literatur« sowie die »Auseinandersetzung mit Print- und digitalen Medien«. (Der Lehrplan für allgemeinbildende Gymnasien fordert ebenfalls Beiträge des Faches Deutsch zum »informationstechnologischen Bereich«, die inhaltliche Anbindung gelingt ebenfalls leicht.) Schulische Wirklichkeit bringt allerdings mit sich, dass Computerräume meist durch Informatikkurse belegt sind; DU sich also nicht auf die Verfügbarkeit von Computern und Netzzugang in der Schule verlassen darf. Die Arbeit im Netz muss also mindestens teilweise als Hausaufgabe organisiert werden, was im Falle eines ländlich geprägten kreisweiten Einzugsbereiches neben den Vorteilen schlicht auch die Notwendigkeit des kollaborativen Arbeitens über das Netz verdeutlicht: wenn S 15 km voneinander entfernt wohnen, muss also auf gemeinsamen virtuellen Plattformen gearbeitet werden.

Um den S eine Vorstellung von den Möglichkeiten des Arbeitens zu geben, sind im schuleigenen Wiki die wichtigsten Netzwerkzeuge verlinkt.

Aufgabe

Das ausgewählte Werk soll für die MitS vielfältig erschlossen werden; die Aufgaben hierzu finden sich ebenfalls auf dem AB. Die in den Aufgaben angedeuteten Inhalte sollen in einer Doppelstunde überzeugend präsentiert werden: die S gestalten gemeinsam eine medial vielfältig unterstützte Lernsituation für ihre MitS.

Ergebnisse

Die Ergebnisse unterschieden sich qualitativ natürlich fast ebenso wie eine beliebige Klausur, allerdings entstehen durch die unterschiedlichen Zugangsarten ähnlich wie bei allen offeneren und kreativen Verfahren durchaus außergewöhnliche Produkte, die zudem zum überwiegenden Teil überzeugend präsentiert werden.

Von den S wird der Wechsel der Rolle von Lernenden zu Lehrenden als positiv herausfordernd empfunden – »eine Doppelstunde gestalten« wird von den S anders begriffen als »ein Referat halten« –, ebenso wie die weitgehend selbstgesteuerte Erarbeitung des Buches.

Für die Lehrkraft ergeben sich Möglichkeiten der spezifischen Unterstützung von Gruppen bzw. einzelnen S nach Bedarf. Auch der Ersatz einer Klausur durch die komplexe Lern- und Lehrleistung, die die S erbringen, ist möglich.

Zu den erarbeiteten und vorgestellten Inhalten und Diskussionsgrundlagen gehörten beispielsweise

  • grafisch aufbereitete Figurenkonstellationen und Handlungsverläufe (mit XMind erstellt, wie viele der folgenden Zugänge per Wiki publiziert),
  • grafisch aufbereitete Figurenwandlungen im Handlungsverlauf,
  • grafische Darstellung räumlicher Lebenswege (per Google Maps),
  • differenzierte Auseinandersetzungen um die Frage, was an einem Text realistisch, was naturalistisch sei,
  • Inhaltsangaben in Comicform per Onlinetool,
  • ein tagebuchartiges Blog aus der Sicht der Protagonistin als Äquivalent einer Inhaltsangabe,
  • tabellarische charakterisierende Gegenüberstellungen von Figuren (Jane Eyre vs. Effi Briest),
  • ein Trailer zu einem (nicht existierenden) Spielfilm zu Niels Lyhne,
  • Texte zum Roman des 19. Jahrhunderts, zu Frauen als Autorinnen, zum Schauerroman, zu den Autorinnen und Autoren
  • und vieles mehr.

All dies wird jeweils mit doppelt geweitetem Blick erfasst: zum einen wird die deutschsprachige Literatur als eingebettet in einen europäischen Rahmen begriffen, zum anderen bedeutet die zielgerichtete Arbeit mit den Werkzeugen des Web 2.0 einen Kompetenzzuwachs im Umgang mit dem Schülerinnen und Schülern abseits von Facebook-Chat und Youtube-Videokonsum nach wie vor fremden Teil des Netzes.

LaTeX zu LibreOffice konvertieren.

Merken, Hanjo: Du hast Dir (nach Misserfolgen mit LaTeX2rtf und SimpleTeX4ht) auf Deinem Rechner Pandoc installiert, um LaTeX- in LibreOffice- (oder Word-) Dateien wandeln zu können.

Im Terminal per
cd
ins Arbeitsverzeichnis, sodann
pandoc -f latex -t odt -s -o zieldatei.odt startdatei.tex
.

Weitere Umwandlungsbeispiele hier.

10 Jahre – einige ungeordnete Gedanken.

Vor zehn Jahren hatte ich am 3. Oktober offenbar etwas Zeit übrig und schrieb daher meinen ersten Eintrag in dieses Blog; er begann nicht mit »Hallo Welt!«, sondern mit »Nun, ein Tagebuch.« –, nicht ahnend, dass die Bezeichnung eines Blogs als »Tagebuch« von einigen Bloggern geradezu als Affront empfunden würde ...

Unter der Überschrift »Warum ein Blog?« schrieb ich damals:

Seit einiger Zeit nutze ich meine Homepage sowohl zu privaten als auch zu beruflichen Zwecken: zur Verbreitung von Informationen und Aufgaben (an Schülerinnen und Schüler) sowie als Speicherplatz für Dateien, auf die bestimmte Personen oder auch ich selbst zu bestimmten Zeiten zugreifen können sollen.

Immer wieder kommt es jedoch zu der Situation, dass Informationen, Gedanken, URLs etc., die für den einen oder anderen von Belang sein könnten, auf meinem Schreibtisch verloren gehen: es lohnt sich nicht, sofort eine eigene WWW-Seite zu schreiben, die dann auch noch verlinkt werden muss, daher wird sie erst einmal beiseitegelegt und in einem gelegentlichen Aufräumanfall dem Orkus anheim gegeben.

Diese Inhalte sollen nun eingehen in Den Großen Datenspeicher, auf dass sie dem von Nutzen sein können, der etwas damit anzufangen weiß.

Die WaybackMachine hat die Seite zur Kenntnis genommen: im ursprünglichen RUL-Design und etwas später, angepasst an den Rest meiner Site (der inzwischen im Blog aufgegangen ist).

Wenn ich mein Blog betrachte, sehe ich Interessen in den Vordergrund treten und nach einiger Zeit wieder in den Hintergrund rücken – ein Beispiel ist die Beschäftigung mit den verschiedenen TeX-Spielarten. Mein erstes Posting dazu findet sich 2006, dann begleitet das Blog die Einarbeitung in TeX. Heute, da jedes Arbeitsblatt, das ich an Schüler verteile, geTeXt ist (und die wesentlichen Templates dafür erstellt, Pakete bekannt sind), ich daher täglich mit TextMate als Editor, Skim als Betrachter, BibDesk als Literaturverwaltung und MacTeX als TeX-Distribution arbeite, ist das Schreiben darüber nicht mehr wichtig.

Die Form des Blogs lernte ich bei den Großen von damals kennen: Industrial Technology & Witchcraft, dem Cartoonisten, und zuvörderst beim Schockwellenreiter.

Jeden Tag ein eine riesige Menge an meist techniklastigen Nachrichten: es ist schon einigermaßen erstaunlich, was Jörg, als ich mit dem Bloggen begann, ja schon drei Jahre lang betrieb – noch erstaunlicher und beeindruckender als das heute vielleicht als Retweeten bezeichnete und damit selbstverständlich gewordene Weitertransportieren von Meldungen aus unterschiedlichen Quellen waren allerdings immer seine kulturhistorischen und lokalgeschichtlichen längeren Exkurse; auch die technischen Erläuterungen rund um Radio Userland waren für mich hilfreich (wie übrigens auch die eine oder andere direkte Hilfe per E-Mail).

Mit der Entdeckung der Blogs verbunden war die der RSS-Feeds als Instrument der Publikation und der Lektürehilfe – bei Radio Userland war der Aggregator gleich eingebaut, später habe ich mit NetNewsWire ein geeignetes Leseprogramm gefunden.

(Technik überhaupt: Radio Userland und PageSpinner, WordPress, zur Zeit Serendipity als Blogsoftware, der Übergang von statischen, tabellenbasierten zu CSS-definierten fluiden Layouts, HTML- und zuweilen auch PHP-Gefrickel …)

Dem Vorbild geschuldet war es auch mein Ziel, möglichst viele interessante Seiten im Netz zu finden, sich aufmerksam zu machen auf neue Inhalte etc., auch entstand in diesen Jahren ein relativ enges Netzwerk an Bloggern, die sich gegenseitig förderten, kommentierten, möglichst häufig verlinkten.

Rasch wurde jedoch auch deutlich, dass anderenorts betriebenes Hochleistungsbloggen und hier zentrales Familienleben sich gegenseitig ausschließen – so nahm die Frequenz der Postings ab. In einem durch die Verbreitung des Bloggens schärfer werdenden Wettbewerb um schneller, aufgeregter, provokanter, häufiger etc. mitzutun, zudem auch noch zu kämpfen um eine zunächst noch knappe, aber fordernde Leserschaft, war nicht in meinem Sinne.

Die Spezialblogs waren eine weitere interessante Entwicklung; so gab es eben bald nicht nur Einzelhändler- und Bestatter-, Fernfahrer- und Personenbeförderungs-, sondern eben auch Lehrerweblogs – die freiwillige thematische Selbstbeschränkung ist meine Sache aber nicht, wer will, abonniert eben nur eine Rubrik meines Blogs (und sei’s das ausgegliederte, weil über TrailRunner erzeugte Laufblog).

Auch andere Blogbetreiber bemerkten, dass die bald wachsende Anspruchshaltung der Blog-Konsumenten fragwürdig ist vor dem Hintergrund, dass ein Blog zunächst ein Geschenk ist desjenigen, der andere teilhaben lässt: eine freiwillige Leistung. Derlei Ungeduld ist nicht begründbar, denn meinem RSS-Reader ist es egal, ob er 300 oder 400 Quellen abgrast – er wird das eine Posting, das der Blogautor nach einem Jahr der Stille schreibt, nicht verpassen …

Zur Selbstbestimmung in einem großartigen Medium gehört auch die Muße, Leben genießen zu können ohne den Gedanken an die Verwertung im Blog. Das »Ich möchte lieber nicht« Bartlebys ist die wahre Autarkie.

In Zeiten von Klout und Google AuthorRank, von Abmahnanwälten, Facebook und Spambots habe ich manchmal auch gar keine Lust mehr mitzuschreiben am Netz (es gibt ja genügend anderes zu tun). An anderen Tagen macht’s wieder Laune.

Mal sehen, was wird.

Rundbrief 44 des Fachverbandes Deutsch.

Auch der Rundbrief (44) 2012 des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband – Landesverband Schleswig-Holstein steht nun zum Download zur Verfügung.

Wie sich von selbst versteht, bekommen Mitglieder des Verbands eine fein gedruckte Version, die noch viel schöner ist. (Es gibt eine Informationsseite zur Anmeldung im Fachverband mit diversen Kommunikationswegen.)

Außer dem üblichen Editorial vom Redakteurssetzer (oder wie das heißt) gibt’s meinerseits diesmal eine gedruckte Fassung der hier regelmäßig Mitlesenden schon bekannten Kurzserie zur Liebe, dem Leben und der Lyrik sowie einen kleinen Artikel zu Tiny Tales.

(Der Rundbrief ist natürlich wieder gesetzt in LaTeX, Titelseite mit Scribus.)

Rundbrief 43.

Auch der Rundbrief (43) 2011 des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband – Landesverband Schleswig-Holstein steht nun zum Download zur Verfügung – wem die dort vorhandene Version (1 MB) zu stark komprimiert erscheint, kann hier das nicht komprimierte PDF (gut 80 MB) bekommen.

Wie sich von selbst versteht, bekommen Mitglieder des Verbands natürlich die fein gedruckte Version, die noch viel schöner ist. (Hier kann man online beitreten, hier gibt's das Beitrittsformular als PDF.)

Außer dem üblichen Editorial vom Redakteurssetzer (oder wie das heißt) gibt's diesmal leider keine Inhalte von meiner Seite; dafür werde ich aber auf der nächsten Tagung eine Arbeitsgruppe zur grafischen Literatur leiten.

(Der Rundbrief ist natürlich wieder gesetzt in LaTeX, Titelseite mit Scribus.)

(Das coole LaTeX-Markup in der Klammerbemerkung eben stammt übrigens von Edward O'Connor.)

Internetgolfclub »Digitale Gesellschaft«.

Der Verein in Gründung »Digitale Gesellschaft« ist in den letzten Tagen vieldiskutiert vorgestellt worden.

Wichtiges, dem ich großenteils zustimmen kann, steht bei Herrn Larbig, Nico Lumma, Jürgen Fenn, dem Schockwellenreiter und vielen anderen, denen die Art und Weise dieser Vereinsgründung im Zusammenhang mit dem Anspruch, für ein fiktives »wir« zu sprechen (dem ich auch angehöre, allein weil ich das Übermedium Internet aktiv nutze), nicht ganz koscher erscheint, da keiner der gleich mir Betroffenen befragt wurde, ob er sich (und wenn ja, auf welche Weise und durch wen) vertreten sehen möchte.

(Dieses Prinzip kenne ich sonst nur vom ADAC, der sich mit seiner Pannenhilfe 17 Millionen Mitglieder sichert und vorgeblich in deren Interesse (allerdings ohne jegliche vorherige Befragung, Abstimmung oder dergleichen) Autolobbyismus betreibt.)

Mich erstaunt die Chuzpe, mit der sich die »Digitale Gesellschaft« weitgehend anonym agierend und vom Rest der Netzgemeinde abgehoben die elendigen Diskussionen um Ziele und Inhalte fernhalten möchte, um zunächst mal für sich überlegen zu können. Um Dienstleistungen bittet, von denen nicht klar ist, welche Inhalte durch sie befördert werden.

Ich bewundere die Kostenlos-Kultur, die durch das Internet wesentlich befördert wird – und damit meine ich nicht den kostenlosen Konsum, sondern die kostenlose Produktion (beispielsweise anlässlich des Erscheinens von MacTeX 2010 habe ich darauf schon hingewiesen). Ich würde mir aber sehr genau überlegen, ob ich meine Schaffenskraft einer mit wichtigen Prinzipien einer guten Welt – z. B. Transparenz – inkompatiblen Unternehmung widme.

Seit neun Jahren betreibe ich nun Kommunalpolitik in einer Kleinstadt. Politik, die (aus Gründen) ganz typisch all die Klischees erfüllt, die von feinen, politisch meist passiven Kritikern auch im Netz immer wieder bemüht werden: Hinterzimmertagungen, lange Sitzungen, viel zu wenig junge Beteiligte und so fort. Auch sind innerhalb einer Partei, vor allem aber innerhalb der Gremien der Kommunalpolitik der Meinungen und vermeintlichen und echten Experten und Expertisen viele. Die Entscheidung für eine neue Straßenleuchte dauert so schon mal ein Vierteljahr. Die Entscheidung für einen Schulanbau Jahre! Und ja, natürlich wäre das alles einfacher, wenn nicht immer alle mitreden wollten. Wenn da ein paar Bescheidwisser wären, die wissen, wie's geht. Aber gerade diese aufreibende, Kräfte bindende und zuweilen auch nicht sehr produktive Arbeit: das ist Demokratie. Anstrengend, aber das Beste, was man sich vorstellen kann: ganz einfache Bürger, diesmal in der Tat aus allen Gesellschaftsbereichen, die gemeinsam etwas zu entscheiden versuchen.

Und genau das sollte doch im Netz viel besser klappen, oder?

(Gleichwohl bleibt der Wunsch und die Hoffnung, dass trotz des sehr schlechten Starts noch alles gut wird.)

MacTeX 2010 / TeXLive 2010.

MacTeX – die um Mac-spezifische Programme ergänzte, ansonsten aber unmodifizierte Distribution von TeXLive – steht in einer neuen Version zum Herunterladen zur Verfügung. Weitere Informationen sind auf der Informationsseite zu MacTeX 2010 nachzulesen.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen direkt und indirekt an der Arbeit Beteiligten zu danken: das Ergebnis gibt mir wie vielen anderen Nutzern die Möglichkeit, mit LaTeX ein hohen typographischen Ansprüchen genügendes Satzprogramm zu nutzen, das in seiner Vielfältigkeit und Erweiterbarkeit seinesgleichen sucht.

Seit ich vor inzwischen vier Jahren mein Arbeiten mit Texten von Word auf LaTeX umgestellt habe, sehen nicht nur die Unterlagen besser aus, sondern ich habe auch mehr Spaß (darf man das eigentlich verraten?) an der Erstellung der Dokumente. Dass ich als des Programmierens und ähnlicher technischer Gepflogenheiten gänzlich Unkundiger nebenbei noch eine Menge über die Funktionsweise eines logischen Markup-Systems lerne, ist ein positiver Nebeneffekt.

Seit Jahren und Jahrzehnten wird dieses komplexe Programmkonglomerat von meist unbezahlten Freiwilligen gepflegt, erweitert und dokumentiert sowie neue und alte Nutzer unterstützt – dieses Engagement und das Ergebnis des Unterfangens sind für mich schon etwas Besonderes, für die ich den Leuten in der TeX-Community sehr dankbar bin.

Rundbrief 42.

Auch der Rundbrief (42) 2010 des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband – Landesverband Schleswig-Holstein steht inzwischen offiziell zum Download zur Verfügung – wem die dort vorhandene Version zu stark komprimiert erscheint, kann hier das nicht komprimierte PDF (gut 8 MB) bekommen.

Wie sich von selbst versteht, bekommen Mitglieder des Verbands natürlich die fein gedruckte Version, die noch viel schöner ist. (Hier kann man online beitreten, hier gibt's das Beitrittsformular als PDF.)

Zum Inhalt von meiner Seite: schrieb ich im letzten Rundbrief über Moodle, habe ich im Rundbrief 42 einen Blick auf das Web 2.0 für Deutschlehrer geworfen. Ein Editorial vom Redakteurssetzer (oder wie das heißt) gibt's natürlich auch.

(Und ja: natürlich wieder gesetzt in LaTeX, Titelseite mit Scribus.)

Serienbriefe mit KOMA-Script und csvtools.

Wenn man – wie in Anselm Lingnaus feinem Buch LaTeX Hacks [bei Amazon angucken] vorgestellt – Serienbriefe mit KOMAscript und Nicola Talbots csvtools fertigen will, sollte man nicht vergessen, in der komma- (bzw. semikolon-) separierten Liste

– die Bezeichnung »Straße« durch »Strasse« und
– alle leeren Felder »;;« bzw. »; ;« durch »;-;« (o. ä.) zu ersetzen.

Sonst geht nämlich gar nichts.