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Klassenarbeiten, Kriechen, Hoffnung.

Am Wochenende 56 Klassenarbeiten korrigiert. Waren nur so wenige, weil ich 24 schon in der Woche geschafft habe. Einziger Eintrag auf dem Weihnachtswunschzettel: Korrekturautomat. (Aber sollte irgendwann einmal eine Künstliche Intelligenz klug genug werden, um diese Aufgabe ausführen zu können, wird sie sie an Menschen delegieren, weil die Korrekturtätigkeit die Fähigkeiten ihrer Superintelligenz beleidige.) –

Zwischendurch war ich auch einmal laufen:


Aber wer sonst immer nur am Schreibtisch sitzt, dem fällt Bewegung schwer. –

Auf dem Klimagipfel in Katowice wird wieder viel zu wenig Wirksames beschlossen. Wir werden es unter anderem daran feststellen können, dass sich an unserer Art zu leben nichts ändert.

Greta Thunberg hielt dort eine Rede:

Ja, man kann davon ausgehen, dass die Rede bei den Entscheidenden nichts bewirken wird. Ich bewundere Thunberg gleichwohl vorbehaltlos für ihre Souveränität und das, was sie schon jetzt erreicht hat: im Alter von 15 Jahren spricht sie als Umweltaktivistin auf einer internationalen Konferenz. Die meisten Anwesenden werden sie mitleidig und von oben herab beurteilen. Dagegen aber zeigt sie sich bereits immun. Es ist zu hoffen, dass sie viele Fünfzehnjährige (und Ältere! Und Jüngere!) überzeugt, in dieser Sache Sand im Getriebe zu sein, und so Veränderungen bewirkt. Gelbe Westen stehen eher für ein »Weiter so!« Greta Thunberg nicht.

Ende des Schuljahres.

Morgen ist der letzte Schultag vor der langen unterrichtsfreien Zeit im Sommer.

Etwa 300 Klausuren im Beruflichen Gymnasium (Deutsch und Philosophie, Oberstufe), ungefähr 200 Klassenarbeiten in der beruflichen Ausbildung (Buchhandelsbetriebslehre, aber auch EDV) habe ich in diesem Schuljahr korrigiert (wenn ich nicht welche vergessen habe). Gerade in den letzten Wochen und Monaten war dies wieder besonders zeitaufwendig – so zeitaufwendig, dass die Unterrichtsvorbereitung weniger intensiv als angemessen erledigt werden musste (und die private Regeneration mehr als nur sparsam stattfand). Das ist – wie immer wieder festgestellt – ärgerlich und belastend, auch, weil die Korrekturarbeit außer dem Ergebnis einer Schulnote kein weiteres zeitigt.

Und ja: auf die unterrichtsfreie Zeit freue ich mich wegen dieser Anstrengungen mindestens so sehr wie die Schülerinnen und Schüler auf ihre Ferien.

Aber wieder habe ich in diesem Schuljahr viele Stunden Unterrichts erteilt, die mindestens mir Freude bereiteten: das Lehren und gemeinsame Lernen ist nach wie vor eine ganz wertvolle Erfahrung, die oft einfach richtig Laune macht, manchmal zufrieden (und manchmal natürlich auch ein schales Gefühl hinterlässt): Lehrer zu sein ist im Unterrichtsgeschehen eine im Großen und Ganzen tolle Sache.

Solltet Ihr aber noch die Wahl haben: nehmt nicht die Fächer mit langen Aufsätzen.

Klausuren, Klassen- und Abschlussarbeiten.

Letztes Wochenende der erste Philosophiekurs 11. Jahrgang, zur Zeit der zweite. Zwischendurch die Abschlussarbeiten der Buchhändler. Auf dem Schreibtisch warten noch die Philosophieklausuren des 12. Jahrgangs und müssen wahrscheinlich bis in die Weihnachtsferien hinein warten, da an diesem und dem nächsten Wochenende je zwei Klassensätze EDV-Arbeiten wegen Blockunterrichts termingebunden zu korrigieren sind. Es kommt im Laufe der nächsten Woche hinzu noch eine Arbeit zum Leseverständnis in der BFS sowie eine Klausur des Deutsch-Grundkurses im 13. Jahrgang.

Es geht nichts über eine ruhige und besinnliche Adventszeit.

(Hatte ich erwähnt, dass die Korrektur von Klassenarbeiten die unangenehmste Aufgabe von Lehrern ist?)