Skip to content

Gelesen. Binet.

Laurent Binet: Die siebte Sprachfunktion. Übertragen von Kristian Wachinger. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch, 2018.

Anspielungsreiche und häufig amüsante Räuberpistole um ein in den Wirren des Verkehrsunglücks Roland Barthes’ abhanden gekommenes Manuskript desselben im Milieu der Philosophie und Sprachwissenschaft, insbesondere der strukturalistischen Semiotik. Es treten auf: Michel Foucault, BHL (Bernard-Henri Lévy), Jean-Paul Sartre, Julia Kristeva, Philippe Sollers, Umberto Eco, John Searle, aber auch François Mitterrand und Giscard d’Estaing und andere; Themen sind neben der kriminalistischen Handlung die Auseinandersetzungen, eitlen Konflikte und Intrigen um die Modelle und Systeme der Beteiligten und der vorhergehenden Geistesgeschichte: Hermeneutik, Rhetorik, Epistemologie, Linguistik etc. Insgesamt aber überzeugt es mich weniger als das offensichtlich als Vorbild dienende Foucaultsche Pendel; es entbehrt nicht der Längen.

John Searle im Interview.

Ausgehend vom Turing-Test, den wir nachvollziehen, indem wir uns mit Chatbots unterhalten, ist John Searles Chinesisches-Zimmer-Gedankenexperiment ein Standard im Philosophieunterricht des 11. Jahrgangs.

Im New Philosopher wird Searle interviewt. Über das Bewusstsein, das im genannten Experiment durch das (im Falle des Hantierens mit chinesischen Schriftzeichen) fehlende bzw. (im Falle des Agierens mit Ausdrücken der Muttersprache) vorhandene Verständnis für die Inhalte der Botschaften repräsentiert wird, meint Searle: »Consciousness is a biological property like digestion or photosynthesis.«

Wenig freundlich spricht er über seine Artgenossen: »it upsets me when I read the nonsense written by my contemporaries, the theory of extended mind makes me want to throw up.«

John Searle live bei TEDxCERN [via].