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Gelesen. Flix.

Flix: Spirou in Berlin. Hamburg: Carlsen, 2018.

Wirklich passend erscheint mir das ganze Setting – wesentlicher Schauplatz ist die DDR kurz vor dem Mauerfall – nicht. Die Notwendigkeit der Darstellung der Lebensbedrohlichkeit und Menschenfeindlichkeit einer jeden Diktatur führt zu Problemen: wie ist der Tod an der Mauer darstellbar? Wie Überwachung, wie Folter? Flix hat allerdings überzeugende zeichnerische und erzählerische Lösungen gefunden, ohne die kinderfreundlichen Vorgaben des vielfältigen Spirou-Kanons zu gefährden.

Eine Menge versteckter Anspielungen auf Mawils Kinderland, Harry-Potter-Verfilmungen, Kubricks Shining, Lucky Luke, den kleinen Maulwurf, Sandmännchen, Lolek und Bolek, Pittiplatsch und Schnatterinchen, aber auch auf den Stern-Skandal um die vermeintlichen Hitler-Tagebücher, historische Aussprüche rund um die Grenzöffnung etc.

[Update:] Kind 2 hat auch die Abrafaxe gefunden, die ich übersehen hatte.

Schwierige Literatur bei Flix.

Zum Lernfeldteil »Wertung von Literatur« bei den Buchhandelsauszubildenden, in dem wir uns zuletzt über Widerständigkeit von Literatur am Beispiel von Finnegans Wake unterhalten haben, gibt’s passende Nachbilder in Flixens Heldentagen, Folge 907.

Es sei (aber) auch noch einmal auf The Rights of the Reader hingewiesen.

Gelesen. Cervantes.

Miguel de Cervantes Saavedra: Der geistvolle Hidalgo Don Quijote von der Mancha. 2 Bde. Übersetzt von Susanne Lange. München: Hanser, 2008.

Als ich die Lektüre begann, vor zwei Jahren im Sommer, meinte ich, dies sei schon passend, das Buch der spanischen Literatur in der Sommerwärme zu beginnen. Doch es passte weniger als erwartet und die Lesefreude wollte nicht so recht aufkommen. So stellte ich die Bücher erst einmal ins Regal.

Als nun Kind 1 eine Lesung von Flix besuchte und mit der (gelungenen) Comic-Adaption des Don-Quijote-Stoffes zurückkehrte, war klar: dies ist der Anlass für den zweiten Anlauf. Seit so einiger Zeit habe ich nicht nicht mehr so lange (mehrere Wochen) an einem Buch gelesen (es sind auch über 1200 Seiten), dabei durchaus erfreut vor allem durch den sprachlichen Witz, den Susanne Lange in die Übersetzung gerettet hat. Lohnend mithin die schöne Ausgabe von Hanser.