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Gelesen. Loest.

Erich Loest: Nikolaikirche. München: Deutscher Taschenbuch, 1997.

Mitbringsel aus der Connewitzer Verlagsbuchhandlung. Konnte mich wegen akuter Literaturüberlastung und Zeitmangels für gar nichts entscheiden, als ich kürzlich dort stöbern durfte – habe dann den Loest mitgenommen, weil ich Nikolaikirche schon immer mal lesen wollte. Hat sich aber nicht bewährt: sozialistischer Realismus, angewandt auf das Rumoren vor 1989 und – vor allem – die Reaktion der Vertreter der sichernden Organe: das verspricht nicht nur literarische Langeweile, das erfüllt die Norm auch noch.

Muss also nochmal nach Leipzig, was Gutes kaufen.

Erich Loest, die Montagsdemonstrationen und die Sozialdemokratie.

In einem Artikel über Erich Loest zitiert Evelyn Finger in der Zeit Loest:

»[Erich Loest:] "Das Sozialdemokratischste, was es gibt, ist ja die öffentliche Bibliothek, gefolgt von der Volkshochschule, dem Schrebergarten und dem Fußball in der zweiten Kreisklasse." [...] Die SPD, findet Loest, hat nur eine einzige Chance. Sie müsste noch mal ganz von vorn anfangen, so ungefähr bei 1863. "Vielleicht sollten wir wieder einen Arbeiterbildungsverein gründen", sagt Loest und setzt sich ein bisschen auf. Schaut aus dem Fenster. "Die Idee ist mir gerade gekommen."«

Der Gedanke ist ein guter. (Bölkte der Arbeiter heute nicht eher nach dem Bier als nach Bildung.)