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Herbstlauf.

Ich hab’s ihm ja schon erzählt: wenn man dieser Tage in unserer Gegend auf nassen Wegen übers Land und zwischen den Feldern läuft, die Sonne gleißt ein herbstlich gefärbtes Sein, die Luft ist nach dem gestrigen Regen (und weil der Winter naht) so kühl und frisch wie lange nicht mehr, dann möchte man eigentlich gar nicht aufhören mit dem Laufen (nimmt dann aber doch eine Abkürzung, weil Volker zum 11-Uhr-Tee kommt).

(Dass der Herbst in der Literatur immer für das nahende Ende, den bedrohlichen Niedergang o. ä. steht, ist ja auch vollkommen falsch. Schreibt mal wer rasch eine Rehabilitation des Herbstes?)

[…] und die Freude, die mich dabei erfüllte, war so brennend und traf mich mit solcher Wucht, dass sie sich von Schmerz nicht unterscheiden ließ. Was ich erlebte, schien mir von immenser Bedeutung zu sein. Immenser Bedeutung.

(S. 290 in Knausgårds Sterben, das ich gerade (fälschlicherweise nach Lieben, dem ich aber zuerst begegnete) lese, weil Matthias freundlicherweise auf sein Erstleserecht verzichtet.)

Gelesen. Murakami.

Haruki Murakami: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede. Übersetzt von Ursula Gräfe. München: btb, 2010.

Ein erfreulich unaufgeregtes Buch, in dem Murakami einerseits darstellt, wie wichtig ihm das Laufen als Ergänzung, Gegenpol und Analogon zum Schreiben ist, andererseits fern von jedweder Eitelkeit zeigt, wie anstrengend das eine wie das andere für ihn ist. Nicht spektakulär, aber angenehm, fast meditativ die Einfachheit des Laufens nachbildend.

Laufen: 2012.

Im Jahr 2012 (glücklicherweise ohne verletzungsbedingte Ausfälle) gelaufen: 1125 km – meist in der Gegend, aber auch im Urlaub; 680 km dieser Strecke mit dem Mizuno Wave Inspire 7, den Rest mit dem Cabrakan 3 (bewährt bei fragwürdigen Bodenverhältnissen auf Feld- und Waldwegen sowie bei Regen oder Schnee).

Im Regen laufen.

Ganz und gar allein unterwegs war ich auf Wegen, auf denen man normalerweise immerhin Hundespazierenführern und vereinzelten verirrten Touristen begegnet.

Den Regen – nicht stark, aber beständig – bemerkt man mit der richtigen Kleidung gar nicht so sehr, allerdings sollte ich mir merken, dass bei windstillen 11°C statt des Langarmshirts noch ein T-Shirt unter der Regenjacke gereicht hätte. So war mir den ganzen Lauf über zu warm.

Als weiteres Verzögerungsmoment wirkte die schlechte Sicht: meine Brillengläser waren rasch betropft, und wo dies nicht, beschlagen, sodass ich auf den dunkleren Passagen im Buchengehölz lieber ohne Brille lief. In jedem Fall war das visuelle Erlebnis impressionistisch (man denke an den späten Monet), das Tempo aus Sicherheitsgründen mithin eher verhalten.

Klar natürlich, dass zwei Kilometer vorm Ziel der Regen versiegt, die Wolken aufbrechen und schließlich schönsten blauen Himmel freigeben. Seitdem scheint die Sonne.

Schön war’s trotzdem.

Neue Laufschuhe.

Heute im Nieselregen die neuen jahreszeitlich passenden und feuchtigkeitsgradadäquaten Laufschuhe ausprobiert: Mizuno Wave Cabrakan 3.

Allerdings beim Laufen vor eitel Freude vergessen, dass die Pulsuhr nicht auf Zudenk reagiert, sondern nach wie vor per Tastendruck aktiviert werden möchte …

Laufen im Herbst.

Allein durch neblichte Felder, auf denen ich bereits gegen 16.30 Uhr Rehe aufstöre; es dämmert schon früh. Weiteres Wild im Prinzenholz. Stelle fest, dass meine bevorzugten Wege zum großen Teil nicht beleuchtet sind, weiche zuletzt vom Deefstieg auf die Ahornstraße aus, weil die Verletzungsgefahr, sieht man den Boden (und Senken) gar nicht mehr, steigt. –

Merken: die 3/4-Tight ist die richtige Bekleidung für einen entspannten und nicht überhitzten Lauf bei feuchten 7°C.

Gelaufen. Und Pulsmessfehler.

Ein paar Tage bin ich nun aus unterschiedlichen Gründen (Regen, Keinezeit, Kopfschmerz, …) nicht mehr gelaufen, so waren meine Beine froh, sich heute mal wieder bewegen zu dürfen. Bei frischen 11°C – aber nahezu windstill – lief ich noch einmal in kurzen Klamotten, vielleicht zum letzten Mal – wer weiß, wie schnell der Winter kommt …

Die Waldwege sind herbstlich übersät mit Eicheln, Kastanien, Bucheckern, und überall schweben Blätter. Die Spaziergänger sind schon fest vermummt, lange Strecken meines Weges sind menschenleer. Die Seen – Dieksee und Kellersee – sind klar und wirken kalt, die Färbung der Bäume an entfernter liegenden Ufern spiegelt sich in den sanften Bewegungen des Wassers.

(Ja, ich würde gern ein Foto zeigen oder auch zwei. Aber Laufen heißt für mich, nicht mehr zu tragen als Laufkleidung und -schuhe. So wie Musikabspielgeräte nicht zum Laufen passen, sind auch mobile Telefone mit Fotofunktion nicht angemessen. Ihr müsst also Eure Vorstellungskraft nutzen. Falls das nicht mehr funktioniert, Google.)

Ob es der Menge an Lakritz und Gummibärchen, die wir bei der gestrigen Spielrunde (Elfenland plus Erweiterung) konsumierten, zu verdanken war, oder eher der langen Pause, weiß ich nicht; das Laufen jedenfalls war eine Freude, und so wählte ich einen Umweg nach dem anderen.

Zuhause, wusste ich, wurde Gulasch gekocht, und auch die Aussicht auf ein feines Mahl nach dem Lauf verlieh Kräfte … –

Die Pulsmessfehler meiner Uhr, die ich bei den letzten Läufen feststellte (unerklärliche Peaks, unglaubhafte (vermutlich nicht zu überlebende) Werte), nachdem ich einen Batteriewechsel im Brustgurt vorgenommen hatte, waren wohl tatsächlich, wie in diversen Laufforen diskutiert, auf eindringende Feuchtigkeit zurückzuführen. In einem Forenbeitrag las ich den Tipp, den Batteriefachdeckel mit Silikonfett abzudichten – dies gibt es allerdings in unserem Haushalt nicht. Da ungewiss war, ob mein tauchender Nachbar schon wach war (Silikonfett wird, wie ich beim Nachlesen erfuhr, auch zum Abdichten von Tauchutensilien genutzt), habe ich stattdessen Neutrogena Handcreme (jaja, mit der norwegischen Formel und so) genutzt, die mir von der Konsistenz und Haptik her immer schon wie ein technisches Schmiermittel erschien. Und was soll ich sagen?: Es funktioniert.

Hier die Laufdaten und die Karte.

Empfehlung: Zippel's Läuferwelt.

Meine Adidas Marathon TR II sind nach langer Zeit verschlissen – der Kauf neuer Laufschuhe stand an. Schlechter Eindrücke von Verkaufsgesprächen wegen lasse ich mich ungern beraten. Weil aber Laufschuhe nicht per Versand gekauft werden können, habe ich doch den Weg in ein Fachgeschäft angetreten: Zippel's Läuferwelt in Kiel.

Fast eine Stunde geduldiger, kenntnisreicher, aufmerksamer Beratung (inklusive Laufbandanalyse und einem kurzen Testlauf vor der Tür) habe ich dort bekommen – und bin danach mit einem Paar neuer Mizuno Wave Inspire 6 (und einem Laufshirt) sehr zufrieden wieder gegangen.

Für Euren nächsten Kauf von Laufzubehör möchte ich den Laden unbedingt empfehlen. (Andere haben offenbar ähnliche Erfahrungen gemacht.)

Laufen: 800.

Das Thermometer zeigte 14°C, zudem war ich gerade mit einem Leihfahrrad vom Mechaniker zurückgekehrt, der mir zugesagt hatte, bis morgen die Ursache für das Klacken des Tretlagers herauszufinden (nein, ich habe den Ständer weit genug hochgeklappt gehabt), sodass ich schon vor dem Start erhitzt genug war, um zum ersten Mal in diesem Jahr in kurzer Laufkleidung zu laufen. Da es auf dem schon erwähnten Rückweg vereinzelt getröpfelt hatte und der Himmel eher grau verhangen war, wollte ich mich nicht zu weit von schützenden Dächern entfernen und lief einen verschlungenen Parcours, der die 800 km komplettierte.