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Laufen, basteln, bloggen, essen.

Heute morgen in angenehm feuchter Luft und stimmiger Temperatur eine Runde gelaufen, dabei zu sehr die am Vorabend die Spielrunde begleitenden Lakritze gespürt.

Nach einer Erklär- und Anspielrunde am letzten Wochenende hatten wir gestern Alexander Pfisters Great Western Trail zum ersten Mal richtig gespielt, haben aber nach drei Stunden abgebrochen, als es auf Mitternacht zuging und wir vermuten mussten, zwei Stunden könnte es schon noch dauern … Das Spiel ist wirklich sehr komplex, es gibt eine Menge Möglichkeiten, Punkte zu machen, und bis zum Schluss weiß man nicht wirklich, wer gewinnt, weil auch die Punkteverteilung nicht ganz einfach ist. Unser Lieblingsspiel wird es wohl nicht, aber wir werden es nochmal probieren.

Robert Basic ist gestorben und allerorten liest man Nachrufe. Auch ich habe sein Blog in der Frühzeit des Bloggens gelesen und seine Art geschätzt, wenn auch unsere Interessen unterschiedliche waren.

Lange dabei ist auch Pia Drießen, die zur Zeit ein Problem hat. Ich kann mich auch daran erinnern, dass wir immer mal wieder über so eine Art gegenseitige Versicherung für Blogger*innen nachgedacht haben. Aber eben nur nachgedacht.

Gebastelt habe ich an Sammlungen von Beispieltiteln für die Warenkunde von Buchhändler*innen – insbesondere im Bereich Reiseliteratur, erweitert um Reiseberichte und das in Deutschland neu entdeckte nature writing.

StewHeute zum Mittag bereitete die Herzallerliebste ein im Ofen geschmortes Stew aus Paprika Tomaten, Roter Bete, Pflaumen und noch diversem anderem Kram, das formidabel aussah und schmeckte: schön würzig (Kreuzkümmel rulez). Das Foto zeigt die beeindruckende Farbpalette und mein Unvermögen auf dem Gebiet der Foodografie.

Kristian Köhntopp teilte einen Link zum Energiebedarf der Bitcoin-Rechnerei (und das ist ja nur eine Kryptowährung). Dass allerorten darüber nachgedacht wird, die Blockchain-Technologie auch für alle möglichen anderen Zwecke einzusetzen, hat auch einen Vorteil: man braucht sich keine Gedanken mehr um die Zukunft zu machen.

Laufen 2017.

Im Jahr 2017 gelaufen: 1513 km – meist in der Gegend, aber auch im Urlaub; 10 km dieser Strecke mit dem ersten Paar Mizuno Wave Inspire 12, 929 km dieser Strecke mit zweiten Paar des gleichen Schuhs, 148 km mit dem Nachfolger Wave Inspire 13, 425 km mit dem Wave Mujin 3 G-TX (bei fragwürdigen Bodenverhältnissen auf Feld- und Waldwegen sowie bei Regen oder Schnee). Insgesamt knapp 30 Kilometer weniger als 2016 – im Mai und Juni bin ich aufgrund einer Zerrung fast gar nicht gelaufen, danach habe ich zunächst sehr vorsichtig mit kleinen Strecken wieder begonnen.

Laufen 2016.

Im Jahr 2016 gelaufen: 1541 km – meist in der Gegend, aber auch im Urlaub; 58 km dieser Strecke mit dem Mizuno Wave Inspire 11, 955 km dieser Strecke mit dem Mizuno Wave Inspire 12, 274 km mit dem Mizuno Wave Ascend 8, 254 km mit dem Wave Mujin 3 GTX (letztere beide bei fragwürdigen Bodenverhältnissen auf Feld- und Waldwegen sowie bei Regen oder Schnee). Etwa 300 Kilometer weniger als letztes Jahr – mehr Arbeit und drei Wochen gesundheitsbedingtes Aussetzen machen sich bemerkbar.

Laufen 2015.

Im Jahr 2015 gelaufen: 1858 km – meist in der Gegend, aber auch im Urlaub; 371 km dieser Strecke mit dem Mizuno Wave Inspire 10, 766 km dieser Strecke mit dem Mizuno Wave Inspire 11, 346 km mit dem Mizuno Wave Mujin (reklamiert und zurückgegeben wegen Auflösungserscheinungen vor der Zeit), 237 km mit dem Mizuno Wave Ascend 8 (letztere beide bei fragwürdigen Bodenverhältnissen auf Feld- und Waldwegen sowie bei Regen oder Schnee).

Nebel überm Kellersee.

Wer bei -8°C am Ufer entlangläuft, sieht in der kalten Wintersonne auf dem knallweiß gefrorenem Kellersee dichte Nebelschwaden sich bilden, die einen Meter über dem Eis schon wieder verweht werden. Die Landschaft frostig und lebensfeindlich: wirkt nur freundlich.

Durch den Nieselregen laufen (und Jäger).

Gestern bei Zippels erworbene Mizuno Wave Inspire 10 (die hässlichste mir bekannte Inkarnation des Wave Inspire bislang) im Nieselregen eingeweiht; die Standardrunde durch Prinzenholz zu laufen war nicht möglich, weil dort die Sonntagsjäger ihrem Mordsvergnügen nachgingen. Ihre Fahrzeuge hatten sie natürlich alle auf dem die Landesstraße begleitenden Geh- und Radweg abgestellt, der damit ebenfalls versperrt wurde (auf der Straße darf man Autos ja nicht parkieren, weil dann der Autoverkehr behindert werden könnte; auf dem Grünstreifen zwischen Straße und Geh-/Radweg geht’s auch nicht, weil dann die Räder der (sämtlich geländegängig ausgelegten) Fahrzeuge möglicherweise dreckig würden; den Parkplatz ein paar Meter weiter schließlich kann man nicht benutzen, weil man dann zu weit zu Fuß gehen müsste und man es bevorzugt, mit dem jägergrün lackierten Zweitonner direkt vors zu jagende Wild zu fahren).

Genau 1 Vertreter der Jägerkumpanen besaß genügend Vernunft, eine Entschuldigung für angemessen zu halten (was natürlich noch nicht notwendigerweise beinhaltet, beim nächsten Mal anders zu handeln).

Lauf im Nieselregen war trotzdem klasse.

Laufen 2013.

Im Jahr 2013 gelaufen: 1542 km – meist in der Gegend, aber auch im Urlaub; 812 km dieser Strecke mit dem Mizuno Wave Inspire 9, 178 km mit dem Cabrakan 5 (bewährt bei fragwürdigen Bodenverhältnissen auf Feld- und Waldwegen sowie bei Regen oder Schnee), der Rest mit den jeweiligen Vorgängermodellen.

Herbstlauf.

Ich hab’s ihm ja schon erzählt: wenn man dieser Tage in unserer Gegend auf nassen Wegen übers Land und zwischen den Feldern läuft, die Sonne gleißt ein herbstlich gefärbtes Sein, die Luft ist nach dem gestrigen Regen (und weil der Winter naht) so kühl und frisch wie lange nicht mehr, dann möchte man eigentlich gar nicht aufhören mit dem Laufen (nimmt dann aber doch eine Abkürzung, weil Volker zum 11-Uhr-Tee kommt).

(Dass der Herbst in der Literatur immer für das nahende Ende, den bedrohlichen Niedergang o. ä. steht, ist ja auch vollkommen falsch. Schreibt mal wer rasch eine Rehabilitation des Herbstes?)

[…] und die Freude, die mich dabei erfüllte, war so brennend und traf mich mit solcher Wucht, dass sie sich von Schmerz nicht unterscheiden ließ. Was ich erlebte, schien mir von immenser Bedeutung zu sein. Immenser Bedeutung.

(S. 290 in Knausgårds Sterben, das ich gerade (fälschlicherweise nach Lieben, dem ich aber zuerst begegnete) lese, weil Matthias freundlicherweise auf sein Erstleserecht verzichtet.)

Gelesen. Murakami.

Haruki Murakami: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede. Übersetzt von Ursula Gräfe. München: btb, 2010.

Ein erfreulich unaufgeregtes Buch, in dem Murakami einerseits darstellt, wie wichtig ihm das Laufen als Ergänzung, Gegenpol und Analogon zum Schreiben ist, andererseits fern von jedweder Eitelkeit zeigt, wie anstrengend das eine wie das andere für ihn ist. Nicht spektakulär, aber angenehm, fast meditativ die Einfachheit des Laufens nachbildend.

Laufen: 2012.

Im Jahr 2012 (glücklicherweise ohne verletzungsbedingte Ausfälle) gelaufen: 1125 km – meist in der Gegend, aber auch im Urlaub; 680 km dieser Strecke mit dem Mizuno Wave Inspire 7, den Rest mit dem Cabrakan 3 (bewährt bei fragwürdigen Bodenverhältnissen auf Feld- und Waldwegen sowie bei Regen oder Schnee).

Im Regen laufen.

Ganz und gar allein unterwegs war ich auf Wegen, auf denen man normalerweise immerhin Hundespazierenführern und vereinzelten verirrten Touristen begegnet.

Den Regen – nicht stark, aber beständig – bemerkt man mit der richtigen Kleidung gar nicht so sehr, allerdings sollte ich mir merken, dass bei windstillen 11°C statt des Langarmshirts noch ein T-Shirt unter der Regenjacke gereicht hätte. So war mir den ganzen Lauf über zu warm.

Als weiteres Verzögerungsmoment wirkte die schlechte Sicht: meine Brillengläser waren rasch betropft, und wo dies nicht, beschlagen, sodass ich auf den dunkleren Passagen im Buchengehölz lieber ohne Brille lief. In jedem Fall war das visuelle Erlebnis impressionistisch (man denke an den späten Monet), das Tempo aus Sicherheitsgründen mithin eher verhalten.

Klar natürlich, dass zwei Kilometer vorm Ziel der Regen versiegt, die Wolken aufbrechen und schließlich schönsten blauen Himmel freigeben. Seitdem scheint die Sonne.

Schön war’s trotzdem.

Neue Laufschuhe.

Heute im Nieselregen die neuen jahreszeitlich passenden und feuchtigkeitsgradadäquaten Laufschuhe ausprobiert: Mizuno Wave Cabrakan 3.

Allerdings beim Laufen vor eitel Freude vergessen, dass die Pulsuhr nicht auf Zudenk reagiert, sondern nach wie vor per Tastendruck aktiviert werden möchte …