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Serienbriefe mit KOMA-Script und datatool.

Ein Schulverwaltungszweck hatte mir die Aufgabe beschert, einen Serienbrief an Kolleg*innen zu versenden. Ästhetische Gründe sprachen (wie immer) für die Verwendung von LaTeX. Früher hatte ich für eine ähnliche Aufgabe Nicola Talbots csvtools verwendet; da dies als durch data­tool von derselben Autorin ersetzt gekennzeichnet ist (und außerdem keine Bedingungen à la if … then … kennt), wollte ich letzteres ausprobieren.

Leider wurde stets nur ein einziger Brief statt derer viele erzeugt. Einige Stunden habe ich am Wochenende mit der Suche nach dem Fehler verbracht, hatte wahlweise Excels csv-Export, seine Zeichensatzkonvertierung (wer weiß, was Excel unter UTF-8 versteht) oder die Zeilenendendeklaration in Verdacht (CR? LF? CRLF?). Schließlich habe ich aus purer, tief empfundener Verzweiflung doch nochmal Word angeschmissen und das Ganze dort nachgebaut.

Als das dann lief, konnte ich in Ruhe weiterforschen – getrieben vom für Word/Excel akzeptablen, an TeX-Standards gemessen aber ungenügenden Ergebnis. Den entscheidenden Hinweis (nach vielen weiteren nicht zielführenden) gab mir dann dieser Eintrag auf Stack Exchange: hier wurde ich auf die Umgebung DTLenvforeach (statt DTLforeach) hingewiesen, die in korrekter Verschachtelung mit der letter-Umgebung aus KOMAscript dann so aussieht:

[…]

\usepackage{datatool}
\DTLsetseparator{;}
\DTLloaddb[noheader=false]{adressen}{dbname.csv}


\begin{document}

\begin{DTLenvforeach}{adressen}
{\Name=Name,%
\Vorname=Vorname,%
\Geschlecht=Geschlecht,%
\EMail=EMail,%
\Passwort=Passwort}

[…]


{\begin{letter}{\Vorname\ \Name}
\enlargethispage{4cm}
\opening{\ifstr{\Geschlecht}{w}{Liebe \Vorname,}{Lieber \Vorname,}}

[…]

\closing{\leftline{Mit freundlichem Gruß –}}
\end{letter}}
\end{DTLenvforeach}

[…]


Und schon ist alles wieder schön.

.iso-Image erstellen.

Anscheinend sieht macOS keinen direkten Weg des Erzeugens eines .iso-Images von einer Daten-DVD vor. Der indirekte besteht darin, zunächst das Festplattendienstprogramm aus der eingelegten DVD eine (nur am Mac lesbare) .dmg-Datei erstellen zu lassen und im zweiten Schritt per Terminal-Befehl

hdiutil makehybrid -iso -joliet -o ~/Desktop/TEXCOL2017.iso ~/Desktop/TEXCOL2017.dmg

das .dmg in (auch unter Windows lesbares) .iso zu wandeln. (»TEXCOL2017« ist natürlich durch den richtigen Namen zu ersetzen.) [Via]

QR-Codes mit LaTeX.

Aus Gründen über die Einbindung von QR-Codes in Arbeitsblättern nachgelesen. Das Paket qrcode liefert für LaTeX eine einfache Möglichkeit der Einbindung und kodiert dabei selbständig:

  • beliebiger Text: \qrcode[height=1cm]{Dies ist beliebiger Text.}
  • beliebiger Verweis: \qrcode[hyperlink,height=1cm]{http://www.ctan.org}.

Arbeiten mit Quellen.

Zu Nina Tollers Artikel Quellen angeben? Das machen wir doch sonst auch nie! schrieb ich in etwa:

Nicht unterschlagen sollte man allerdings ehrlicherweise auch, dass Schüler_innen nach Vorbildern lernen: kaum eine Lehrkraft nennt ihre Quellen für das selbstgefertigte (oder irgendwo heruntergeladene) Arbeitsblatt, für den Textauszug, für die Bilder; von Vollständigkeit ganz zu schweigen. Es geht dabei gar nicht zuerst um Medienkompetenz (gemeint hier: Google bedienen können), sondern zunächst um Transparenz, Nachprüfbarkeit und (im Falle gymnasialer Bildung) wissenschaftspropädeutisches Arbeiten.

Zumindest die Textquellen belege ich, seit ich meine Arbeitsblätter mit TeX setze – weil’s mit BibDesk, dem Literaturverwaltungsprogramm, schön einfach und standardkonform geht und inzwischen eine leicht nutzbare Datenbank entstanden ist, aus der häufiger gebrauchte Quellen leicht zu zitieren sind. (Ähnlich auch in Word zu finden.) Bezüglich der Bilder ist es in vielen Fällen gar nicht so einfach, die Urheber zu finden, denn im Netz kursierende Bilder sind häufig nicht oder nicht korrekt mit entsprechenden Angaben versehen. Das ist natürlich auch nur (m)eine Ausrede (Besserung gelobend).

MacTeX 2016 / TeXLive 2016.

MacTeX 2016 – die um Mac-spezifische Programme ergänzte, ansonsten aber unmodifizierte Distribution von TeXLive – steht in einer neuen Version zum Herunterladen zur Verfügung. [Via] Weitere Informationen sind auf der Informationsseite zu MacTeX 2016 und der Seite zu den neuen Features, insbesondere zum TeX Live Utility, tlmgr und dem nun obsoleten TeX Dist Pref Pane nachzulesen.

Wie gewohnt funktioniert hinterher wieder alles tadellos – am längsten hat (hier in der Provinz) das Herunterladen gedauert.

Insgesamt bewundere ich wieder, wie problemlos diese Updates über die Bühne gehen, bedenkt man die Größe (5,4 GB) und Komplexität des ganzen Systems. Es gilt nach wie vor, was ich früher einmal schrieb. – Was die TeX-Leute zum großen Teil ehrenamtlich arbeitend hinbekommen, schafft so manche kommerziell arbeitende Firma nicht. Stattdessen gibt’s dann einen ggf. zu erhöhenden Marketing-Etat, der Qualität immerhin behauptet.

MacTeX 2015 / TeXLive 2015.

MacTeX 2015 – die um Mac-spezifische Programme ergänzte, ansonsten aber unmodifizierte Distribution von TeXLive – steht in einer neuen Version zum Herunterladen zur Verfügung. Weitere Informationen sind auf der Informationsseite zu MacTeX 2015 nachzulesen.

Wie gewohnt funktioniert hinterher wieder alles tadellos – am längsten hat (hier in der Provinz) das Herunterladen gedauert.

Zu beachten sind ein paar Erläuterungen von Jürgen Fenn zu einem Bugfix (Setup-2015.pkg im Verzeichnis /Applications/TeX) für die kommende Betriebssystemversion OS X 10.11 »El Capitan«.

Insgesamt bewundere ich wieder, wie problemlos diese Updates über die Bühne gehen, bedenkt man die Größe (4,6 GB) und Komplexität des ganzen Systems. Es gilt nach wie vor, was ich früher einmal schrieb. – Was die TeX-Leute zum großen Teil ehrenamtlich arbeitend hinbekommen, schafft so manche kommerziell arbeitende Firma nicht. Stattdessen gibt’s dann einen ggf. zu erhöhenden Marketing-Etat, der Qualität immerhin behauptet.

TeX Live / MacTeX 2014 und betababel.

In einem früheren Beitrag schrieb ich, wie man kurze altgriechische Passagen via betababel in ein TeX-Dokument einbindet. Seit TeX Live bzw. MacTeX 2014 funktioniert das mit dem angegebenen Code nicht mehr wie gewünscht, stattdessen wird die Fehlermeldung »You haven’t defined the language polutonikogreek yet« ausgegeben.

In TeX StackExchange findet sich die Lösung: in die Präambel des Dokuments muss statt

\usepackage[ngerman]{betababel}

nun via babel die Option polutonikogreek eingegeben werden:

\usepackage[polutonikogreek,ngerman]{babel}
\usepackage[ngerman]{betababel}


Dann klappt’s auch mit Parmenides.

Nach BibTeX nun BibLaTeX.

In meinem Unterricht arbeite ich mit Material – Texte, aber auch Abbildungen – aus verschiedensten Quellen; das Unterrichten per Schulbuch habe ich nie so richtig geübt, und so müssen immer wieder Arbeitsblätter erstellt werden.

Für die Schülerinnen und Schüler (S) soll dabei erkennbar sein, woher das jeweilige Material stammt. Schließlich möchte ich, dass auch in ihren Referatpapieren oder abzugebenden Hausarbeiten Quellen belegt werden – das sollte aber sinnvollerweise auch vorgelebt werden. Vielleicht aber ist die eine oder andere Quelle auch über den kurzen im Unterricht behandelten Ausschnitt hinaus nachlesenswert (und ja: ich glaube an S, die entsprechend handeln). Außerdem signalisiere ich so, dass die »Wahrheiten«, die da vorne verkündet werden, keine offenbarten, sondern auch nur erarbeitete sind: der L also ebenso wie die S daran arbeitet, sein Wissen zu erweitern (passt natürlich auch ins erkenntnistheoretische Curriculum: »Wahrheit« als des Irrtums letzter Stand).

Die Arbeitsblätter erstelle ich mit LaTeX, für die Bibliografie habe ich bislang BibTeX genutzt. Letzteres funktioniert zwar noch, wird aber abgelöst durch BibLaTeX (per Paket biblatex), das deutlich flexibler an die Nutzerwünsche anzupassen ist – unter anderem, weil für Zitationen und die erstellte Bibliografie unterschiedliche Stile gewählt werden können.

Weil das Erstellen der Bibliografie im Hintergrund abläuft, muss in der Praxis wenig verändert werden. Statt an der Stelle, an der später die Bibliografie erscheinen soll, per

\bibliographystyle{alphadin}
\bibliography{/Users/name/Documents/Schule/Sonstiges/literaturdatenbank}


den Zitierstil und den Speicherort der eigentlichen Bibliografiedatei anzugeben, geschieht dies nun mit den Zeilen

\usepackage[backend=biber,style=alphabetic]{biblatex}
\addbibresource{/Users/name/Documents/Schule/Sonstiges/literaturdatenbank.bib}


in der Präambel (statt biber kann auch bibtex8 verwendet werden, wenn biber nicht installiert ist) und dem Befehl

\printbibliography

am gewünschten Ort.

Den Stil alphadin, den ich mit BibTeX nutzte, gibt es in BibLaTeX nicht, stattdessen nutze ich zunächst alphabetic. Michael Domhardts din wiederum, dessen Bibliografiestil mir weitgehend zusagt, erzeugt, auch wenn man ihn mit dem Zitierstil alphabetic nutzt, nicht die in den Zitationen gebildeten Kürzel, sodass die Zuordnung Zitationskürzel – Quelle nicht offenkundig ist. So passe ich alphabetic mit einigen Änderungen an den gewohnten Stil an:

Abkürzungen wie ISBN, URL, DOI etc. werden in der erzeugten Bibliografie mit kleinen Kapitälchen geschrieben. Das halte ich für falsch, da es sich um Abkürzungen handelt, die nun einmal in Majuskeln gesetzt werden sollten. Auf Nachfrage bekomme ich in de.comp.text.tex von Rolf Niepraschk den Tip, die Zeile

\renewcommand*{\mkbibacro}[1]{#1}

zusätzlich einzufügen. Das ist zum einen in der Präambel möglich, kann aber, da es sich ja um eine grundsätzliche Entscheidung handelt, auch in der Stildatei geändert werden.

So kann bei dieser Gelegenheit eine Kopie der originalen alphabetic.bbx, der Stildatei, im lokalen texmf-Baum (beim Mac in /Users/name/Library/texmf) angelegt und mit einem eigenen Namen (in meinem Fall alphabetic-h) versehen (und entsprechend in der .tex-Datei referenziert) werden.

Weitere Änderungen habe ich aus Michael Domhardts din.bbx übernommen:

\DeclareNameAlias{default}{last-first}

statt

\DeclareNameAlias{author|editor|translator}{default},

denn bei einer alphabetischen Sortierung der Bibliografie nach Nachnamen ist es auch sinnvoll, den Nachnamen zuerst zu nennen.

Außerdem soll ein Doppelpunkt statt des Punktes nach dem Namen des Autors stehen sowie der Nachname durch Kapitälchen markiert werden. Hierzu füge ich aus Michaels Datei ein:

\renewcommand*{\labelnamepunct}{\addcolon\addspace}

\AtBeginBibliography{%
\renewcommand*{\mkbibnamelast}[1]{\textsc{#1}}% Nachnamen bei Autoren und Herausgebern in Kapitälchen
\renewcommand*{\multinamedelim}{\mbox{ }\addspace\addsemicolon\addspace}% Spatium und Semikolon als Autoren- und Herausgebertrenner
\renewcommand*{\finalnamedelim}{\multinamedelim}% Spatium und Semikolon als Autoren- und Herausgebertrenner
}


Auf diese Weise habe ich jetzt einen BibLaTeX-Bibliografiestil, der weitgehend dem alten BibTeX-alphadin entspricht.

Dank an Rolf und Michael sowie die anderen TeX-Gurus, die mir geholfen haben zu verstehen (denn es gibt auch eine hervorragende Dokumentation des biblatex-Autors Philipp Lehman (sogar eine deutsche Übersetzung derselben von Christine Römer und ihren Studierenden), diverse Erläuterungen von Dominic Waßenhoven etc.).

Rundbrief 46 (2014).

Der neue Rundbrief des Fachverbandes Deutsch im Deutschen Germanistenverband – Landesverband Schleswig-Holstein/Hamburg ist, nachdem er unseren Mitgliedern Anfang der Sommerferien zuging, nun auch online verfügbar. Erstellt natürlich wieder mit LaTeX (und Scribus fürs Titelblatt).

(Meinerseits diesmal nur mit zwei kürzeren Artikeln, die ich zuvor schon in diesem Blog veröffentlichte, worauf ich im Rundbrief folglich auch in Randnoten hinweise, die ihrerseits wieder einen Link auf die Artikel enthalten – hier drohen sich seltsame Schleifen zu formen …)

LyX oder LaTeX?

Zu Thomas Raus Bericht über das Arbeiten mit LyX schrieb ich in etwa:

Die Einfachheit von LyX ist eben tatsächlich nur vermeintlich. Ich habe auch damit rumprobiert, mich letztlich aber doch in (La)TeX eingearbeitet, weil mir LyX eher die Nach- als die Vorteile von Textverarbeitung und Textsatzsystem zu vereinen schien. Das Komplizierte an TeX ist in erster Linie die Installation und das Erstellen des ersten Dokuments; wenn das klappt, kann man sich den Rest (ggf. mit der Hilfe von Newsgroups und Foren) peu à peu selbst beibringen.

Für den Schülerbedarf im Computerraum bräuchte man also eine funktionierende LaTeX- Installation und ein Musterdokument, mit dem man gleich losarbeiten kann.

Meine Vorlage (die natürlich für den angedachten Zweck nicht geeignet ist) habe ich hier untergebracht (müsste auch mal wieder aktualisiert werden …).

LaTeX zu LibreOffice konvertieren.

Merken, Hanjo: Du hast Dir (nach Misserfolgen mit LaTeX2rtf und SimpleTeX4ht) auf Deinem Rechner Pandoc installiert, um LaTeX- in LibreOffice- (oder Word-) Dateien wandeln zu können.

Im Terminal per
cd
ins Arbeitsverzeichnis, sodann
pandoc -f latex -t odt -s -o zieldatei.odt startdatei.tex
.

Weitere Umwandlungsbeispiele hier.