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Laufen, Kramp-Karrenbauer, Digitalisierung.

Heute vormittag nach dem Frühstück durch den Regen gelaufen, windig war’s auch, und so mancher Weg von Forstmaschinen so aufgewühlt, dass ich die richtige Abzweigung verpasst habe, mich inmitten von Matsch, querliegenden Baumstämmen und einer Menge Astwerk wiederfand, zwischendurch stolpernd im Modder landete (zum Glück ja weich). All das ziemlich lahm und für einen Wochenendlauf auch eher zu kurz, was der geringen Erholungszeit seit dem letzten Lauf zuzurechnen ist, aber morgen ist keine Zeit zum Laufen, denn wir bereiten mit den Nachbarn das traditionelle gemeinsame Winteressen.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat es geschafftdas hatte ich nicht erwartet. Wenn die von Merkel als Generalsekretärin nominierte Kandidatin das Rennen um den Parteivorsitz macht, zeigt es, dass jene ihrer Partei offenbar nicht, wie zuweilen behauptet, davongeeilt ist, sondern dass sich die CDU mit ihr gewandelt hat. Umso erstaunlicher das relativ starke Abschneiden ihres Konkurrenten, der in den letzten Jahren zwar bewiesen hat, dass er für seine eigenen Interessen arbeiten kann, nicht aber, dass er auch nur im Geringsten Kompetenzen besitzt, die im politischen Geschäft von Belang sind. Für die SPD wäre Merz ein deutlicher Antipode gewesen; mit Kramp-Karrenbauer wird sie es schwerer haben (von den selbst gemachten Problemen ganz abgesehen).

In der Schule arbeiten wir an der Fortentwicklung der Digitalisierung: durch die Vorbereitung eines Schulentwicklungstages zum Thema, aber auch durch verbesserte technische Ausstattung in unserer Außenstelle. Wer Lehrkräften vorwirft, sie seien zu unbeweglich und zu unmodern und würden die Digitalisierung deshalb nicht vorantreiben, weiß nicht, welche Bedingungen das Ganze mit beeinflussen – von der Verzögerung bis hin zur Verhinderung. Da spielen sehr unterschiedliche Auslegungen des Datenschutzrechts in unterschiedlichen Ländern eine Rolle, verschiedene Maße an Unterstützung durch Ministerien und Lehrerbildungsinstitute, die durchs Land und durch die Schule beauftragten Dienstleister für EDV-Fragen, die Schulträger (und es gibt Schulen mit mehr als einem Träger, die selbstverständlich auch unterschiedliche Auffassungen über Notwendigkeiten haben können), fehlende nichtpädagogische technische Fachkräfte in der Schule und so fort. Vor diesem Hintergrund sinnvolle Konzepte zu erdenken und auch umzusetzen ist nicht einfach. All das machen Lehrkräfte übrigens nebenbei, weil das Ministerium annimmt, das könnten Schulen selbst am Besten. (Letzteres ist nicht immer so, und manches Mal bräuchte man mehr Möglichkeiten des Rückgriffs auf fertige Lösungen zur Auswahl; andererseits schätzen wir Selbständigkeit, wo sie gegeben ist. Es ist kompliziert.)

Serienbriefe mit KOMA-Script und datatool.

Ein Schulverwaltungszweck hatte mir die Aufgabe beschert, einen Serienbrief an Kolleg*innen zu versenden. Ästhetische Gründe sprachen (wie immer) für die Verwendung von LaTeX. Früher hatte ich für eine ähnliche Aufgabe Nicola Talbots csvtools verwendet; da dies als durch data­tool von derselben Autorin ersetzt gekennzeichnet ist (und außerdem keine Bedingungen à la if … then … kennt), wollte ich letzteres ausprobieren.

Leider wurde stets nur ein einziger Brief statt derer viele erzeugt. Einige Stunden habe ich am Wochenende mit der Suche nach dem Fehler verbracht, hatte wahlweise Excels csv-Export, seine Zeichensatzkonvertierung (wer weiß, was Excel unter UTF-8 versteht) oder die Zeilenendendeklaration in Verdacht (CR? LF? CRLF?). Schließlich habe ich aus purer, tief empfundener Verzweiflung doch nochmal Word angeschmissen und das Ganze dort nachgebaut.

Als das dann lief, konnte ich in Ruhe weiterforschen – getrieben vom für Word/Excel akzeptablen, an TeX-Standards gemessen aber ungenügenden Ergebnis. Den entscheidenden Hinweis (nach vielen weiteren nicht zielführenden) gab mir dann dieser Eintrag auf Stack Exchange: hier wurde ich auf die Umgebung DTLenvforeach (statt DTLforeach) hingewiesen, die in korrekter Verschachtelung mit der letter-Umgebung aus KOMAscript dann so aussieht:

[…]

\usepackage{datatool}
\DTLsetseparator{;}
\DTLloaddb[noheader=false]{adressen}{dbname.csv}


\begin{document}

\begin{DTLenvforeach}{adressen}
{\Name=Name,%
\Vorname=Vorname,%
\Geschlecht=Geschlecht,%
\EMail=EMail,%
\Passwort=Passwort}

[…]


{\begin{letter}{\Vorname\ \Name}
\enlargethispage{4cm}
\opening{\ifstr{\Geschlecht}{w}{Liebe \Vorname,}{Lieber \Vorname,}}

[…]

\closing{\leftline{Mit freundlichem Gruß –}}
\end{letter}}
\end{DTLenvforeach}

[…]


Und schon ist alles wieder schön.

Buchhändler, Lernfeld 6b.

Wenn Buchhandelsauszubildende im Lernfeld 6 – ein Sortiment gestalten –, in dem es unter anderem um viele für Laien gar nicht so einfach erfassbare Warengruppen geht, zum Schluss noch ein wenig Zeit haben, sehen wir uns im Bereich der buchaffinen Non-Books auch mal Spiele an, vergleichen sie in praktischer Übung und kriteriengeleiteter Analyse: Azul, Der Palast von Alhambra, Tichu, Räuber der Nordsee, Wizard und Epic.

Stan Lee (1922–2018).

Gestern abend, als ich die Nachricht las, nahm ich mir noch vor, die Schüler*innen, mit denen ich gerade die Warengruppe Comic bearbeite, auf den Tod Stan Lees anzusprechen, hatte es dann über andere Dinge (so viel zu unterrichten, so wenig Zeit) fast schon wieder vergessen.

Das erste, was ich heute von ihnen gefragt wurde: »Sie wissen aber, dass wir heute etwas zu betrauern haben?«

Weg zur Arbeit.

Weg im NebelAus Gründen wollte ich heute eigentlich nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren – aber der Nebel lockte dann doch.

Bäume im Nebel

Bäume im Nebel

Laufen, basteln, bloggen, essen.

Heute morgen in angenehm feuchter Luft und stimmiger Temperatur eine Runde gelaufen, dabei zu sehr die am Vorabend die Spielrunde begleitenden Lakritze gespürt.

Nach einer Erklär- und Anspielrunde am letzten Wochenende hatten wir gestern Alexander Pfisters Great Western Trail zum ersten Mal richtig gespielt, haben aber nach drei Stunden abgebrochen, als es auf Mitternacht zuging und wir vermuten mussten, zwei Stunden könnte es schon noch dauern … Das Spiel ist wirklich sehr komplex, es gibt eine Menge Möglichkeiten, Punkte zu machen, und bis zum Schluss weiß man nicht wirklich, wer gewinnt, weil auch die Punkteverteilung nicht ganz einfach ist. Unser Lieblingsspiel wird es wohl nicht, aber wir werden es nochmal probieren.

Robert Basic ist gestorben und allerorten liest man Nachrufe. Auch ich habe sein Blog in der Frühzeit des Bloggens gelesen und seine Art geschätzt, wenn auch unsere Interessen unterschiedliche waren.

Lange dabei ist auch Pia Drießen, die zur Zeit ein Problem hat. Ich kann mich auch daran erinnern, dass wir immer mal wieder über so eine Art gegenseitige Versicherung für Blogger*innen nachgedacht haben. Aber eben nur nachgedacht.

Gebastelt habe ich an Sammlungen von Beispieltiteln für die Warenkunde von Buchhändler*innen – insbesondere im Bereich Reiseliteratur, erweitert um Reiseberichte und das in Deutschland neu entdeckte nature writing.

StewHeute zum Mittag bereitete die Herzallerliebste ein im Ofen geschmortes Stew aus Paprika Tomaten, Roter Bete, Pflaumen und noch diversem anderem Kram, das formidabel aussah und schmeckte: schön würzig (Kreuzkümmel rulez). Das Foto zeigt die beeindruckende Farbpalette und mein Unvermögen auf dem Gebiet der Foodografie.

Kristian Köhntopp teilte einen Link zum Energiebedarf der Bitcoin-Rechnerei (und das ist ja nur eine Kryptowährung). Dass allerorten darüber nachgedacht wird, die Blockchain-Technologie auch für alle möglichen anderen Zwecke einzusetzen, hat auch einen Vorteil: man braucht sich keine Gedanken mehr um die Zukunft zu machen.

Philosophische Seiten in der Zeit.

Die Zeit beginnt mit der Nummer vom 25.10.2018 eine »Sinn & Verstand« benannte Reihe von Artikeln, die sich mit philosophischen Fragen befassen soll. Neben anderen Beiträgen findet sich ein Gespäch mit Michael Sandel, in dem er unter anderem sagt:

Sandel: Das Denken braucht Zeit, wie die Politik. Schnell und einfach sind beide nicht zu haben. Sie verlangen Aufmerksamkeit und Anteilnahme für das, was Andersdenkende über ihre Prägungen, Überzeugungen und Lebensgeschichten zu sagen haben. Aber das ist kein Argument gegen die Demokratie, sondern gegen die technologisch bestimmte Zerstreuung und permanente Ablenkbarkeit, in der wir leben. Demokratie verträgt diese Flüchtigkeit nicht. Auch die Lehre und das Lernen vertragen die Ablenkbarkeit nicht.

Zeit: Was folgt daraus für Ihre eigene Lehre?

Sandel: Ich habe inzwischen alle Sorten Bildschirme aus meinen Vorlesungen und Seminaren verbannt. Man kann weder miteinander sprechen noch gemeinsam denken, wenn man ablenkbar ist. Dafür brauchen wir Räume, in denen wir ungestört sind. [Die Zeit 44 (2018), S. 47]

G8 und G9.

Nachdem G8 in Schleswig-Holstein (wie anderswo) aus rein ökonomischen Gründen ohne Rücksicht auf pädagogische Bedenken eingeführt wurde, hat man in den letzten Jahren völlig überraschend erkennen dürfen, dass eine kürzere Schulzeit weniger Zeit zum Lernen (und weniger Zeit für gesellschaftlich erwünschte Nebentätigkeiten von Schülerinnen und Schülern) bedeutet.

Dass die gleiche CDU, die für die Einführung von G8 stand, nun die Rückkehr zu G9 organisiert (und auch für diesen Programmpunkt gewählt wurde), ist natürlich ein Witz; dass Lehrpersonen aber, die für die Organisation von derlei Hin & Her wertvolle, im Regelfall nicht gesondert vergütete Arbeitsstunden haben verwenden müssen, diese nun als verschwendet ansehen und bei der nächsten Reform vielleicht eher gebremst freudig agieren, dürfte sich von selbst verstehen. Dabei sind viele Neuerungen, die im Zuge der Einführung von G8 in den Schulen eingeführt wurden (Unterstützungskurse, Doppelstundensystem etc.), weiterhin sinnvoll – ebenso wie die Rückkehr an sich. Wenn aber Ministerien deutschlandweit so blind absehbare Probleme herbeiführten, spricht dies nicht für hervorragende Expertise. Der nun prognostizierte Lehrkräftemangel an Grundschulen ist ein weiterer Hinweis auf optimierbare Planung.

Demgegenüber bis ich immer wieder erstaunt, was vor diesem Hintergrund in den Schulen vor Ort an guter Praxis gedeiht.

Chaos macht Schule – und die Schule.

Der CCC ist eine sehr verdienstvolle Einrichtung, viele der Talks auf seinem jährlichen Congress sind anregend, und wenn wir keinen CCC hätten, müssten wir ihn erfinden. Chaos macht Schule ist eine ehrenamtlich getragene Initiative von CCC-(nahen) Menschen, die in Schulen gehen und dort wichtige Arbeit leisten.

Hier nun beklagt sich der CCC über zweierlei: dass die Leute in der Schule und den Ministerien sehr beschränkt seien und auch im Jahr 2017 noch Hilfe des CCC brauchten.

Dazu ein paar Gedanken: als Lehrer halte ich es immer für wertvoll, echte Fachleute in der Schule zu haben. Das geht so ein bisschen in die Richtung, die Anne Roth (CCC!) hier anspricht und offenbar für richtig hält. Ein echter Informatikmensch (ein echter Imker, eine echte Mechatronikerin, ein echter Landschaftsgärtner, eine echte Astronomin) in der Schule hat eben noch einmal eine andere Bedeutung für Schüler_innen als wir Lehrkräfte, die als zur Einrichtung gehörend wahrgenommen werden.

(Lehrkräfte hätten bezüglich IT generell gern mehr Fachkompetenz in der Schule, beispielsweise bei der Installation und Wartung von IT-Einrichtungen. In der Regel wollen aber Schulträger das nicht zahlen. Hat mit Schule im Grunde gar nichts zu tun, ist aber Bedingung der Möglichkeit von Bildung für die digitale Welt.)

Dass inklusive Medienbildung seit Jahren in den Lehrplänen vieler (aller?) Bundesländer verankert ist, wird von den Vortragenden leider ebensowenig erwähnt wie dass es einen Beschluss der Kultusministerkonferenz gibt, der die Handlungsbedarfe und -strategien in Bezug auf Bildung in der digitalen Welt festschreibt. Wenn all das, was dort geschrieben steht, umgesetzt würde, wäre das im Sinne der Lehrkräfte, der Schulen und vermutlich auch des CCC. Statt allerdings auf diesen Grundlagen aufzubauen, wird als »Realität!« behauptet, an Schulen werde Internet vor Schülern verheimlicht. Ich bitte Euch.

Ich halte es weiterhin für wertvoll, voneinander lernen zu können. Hierfür ist es wenig zielführend, das Gegenüber pauschal als vertrottelt darzustellen.

An keiner Stelle wird erwähnt, dass es viele Lehrpersonen gibt, die zum Teil unter fragwürdigen Bedingungen ihren jeweiligen Teil zur digitalen Bildung beitragen. Dass Schulen und selbst Ministerien sich auf den Weg machen. Dass Schülerinnen und Schüler auch deshalb vieles haben lernen können, was ansonsten unterhalb ihres Horizontes geblieben wäre.

An keiner Stelle allerdings passiert etwas von allein. »Tuwat« halte ich deshalb für einen hervorragenden Leitspruch, love für einen besseren als hate.

Update: Chaos macht Schule weist auf diesen Talk hin – danke!

Neue Essay-Themen: Eggers, Seneca, Mau, Yiying, Lewis, Watterson.

Die Essay-Themen des offiziellen Wettbewerbs kamen für meinen 13. Jahrgang zu spät, daher suchte ich mir eigene.

Hier sind die Themen dieses Halbjahres zum Nachlesen. (Am beliebtesten als Ausgangspunkt für den eigenen Essay war das Eggers-Zitat.)

Synology Note Station statt Evernote.

Eine ganze Zeit lang habe ich Evernote genutzt, um Notizen zum Unterrichtsablauf etc. zu schreiben, vor allem aber auch eine dienstliche To-Do-Liste zu pflegen. Wenn man die Daten aber auf drei Geräten (heimischer Rechner, Computer in der Schule und Smartphone) stets auf dem selben Stand halten will, möchte Evernote Geld sehen: die Synchronisation von zwei Geräten ist kostenlos, von dreien jedoch nicht.

Was mich bei Evernote immer gestört hat, sind die unterschiedlichen Bedienoberflächen auf verschiedenen Geräten: schnell mal irgendeine Interaktion vorzunehmen war kaum möglich, weil die Konzeption der Oberflächen verschieden war (und gefühlt nach jedem Update neu erwürfelt) und Bedienfelder immer dort, wo ich sie nicht vermutete.

Seit fast zwei Jahren haben wir hier zuhause eine kleine Synology Diskstation stehen, auf der Fotos und Musik für alle Familienmitglieder zugänglich gespeichert sind. Beim Durchstöbern der installierbaren Apps stieß ich auf Note Station, ein Programm, das vielleicht nicht alles kann, was Evernote kann, wohl aber alles, was ich von Evernote genutzt habe. Einmal eingerichtet, kann ich von allen Rechnern via Webbrowser oder iOS- bzw. Android-App auf die Note Station zugreifen. Eine Desktop-App gibt es nicht;11: Update ein paar Tage später: inzwischen gibt es eine; sie wird von der NoteStation-Seite aus als Download angeboten und entspricht funktional und optisch der Web-Variante. in Anbetracht der Erfahrungen bei Evernote ist das vielleicht aber auch besser so.

Alle Notizen bei Evernote können in Note Station importiert werden; bei mir dauerte das etwas länger, weil Evernote in einem Rutsch nur eine begrenzte Menge Daten in die Freiheit entlassen will. Sind sie aber erst einmal importiert, habe ich alles bei mir zuhause gespeichert, kann jedoch auch – entsprechend konfigurierter Router vorausgesetzt – von außen darauf zugreifen. Weil es keine Desktop-App gibt, muss zwingend eine Netzanbindung gegeben sein, denn es wird keine lokale Kopie der Daten angelegt.22: Entsprechend gilt hier: Desktop-App vorhanden; zum Synchronisieren muss natürlich Netzanbindung vorhanden sein; ansonsten kann man in der App problemlos autark arbeiten.

Zur Zeit funktioniert das – auch mit der iOS-App DS Note – gut; der Evernote-Account kann gelöscht werden.

QR-Codes mit LaTeX.

Aus Gründen über die Einbindung von QR-Codes in Arbeitsblättern nachgelesen. Das Paket qrcode liefert für LaTeX eine einfache Möglichkeit der Einbindung und kodiert dabei selbständig:

  • beliebiger Text: \qrcode[height=1cm]{Dies ist beliebiger Text.}
  • beliebiger Verweis: \qrcode[hyperlink,height=1cm]{http://www.ctan.org}.

Neue Essay-Themen: Arendt, de Waal, Kleist, Beck, Bachmann.

Beim aktuellen Essay-Durchgang (diesmal ausschließlich für meinen Kurs im 13. Jahrgang) greife ich auf die Themen des Bundeswettbewerbs zurück (Themen 1–4) und ergänze nur um drei weitere Denkanlässe, sodass die S die Möglichkeit hätten, ihre Arbeit auch an solchen außerhalb der Schule messen zu lassen.

Hier sind die Themen dieses Halbjahres zum Nachlesen.

Wie geht’s weiter mit der Schule? (5)

Wahrscheinlich ist es das Alter.

Wenn ich die Diskussionen um den Vorschlag der Bundesbildungsministerin, viel Geld für technische Ausstattung in die Hand zu nehmen und auszugeben, so lese, dann fällt mir auf, wie wenig mich die Argumente für und wider noch interessieren. (Ja, die Investitionen sind nötig, möglicherweise sollte endlich das Kooperationsverbot fallen, nein, wenn WLAN installiert wird, sind die Schultoiletten nicht sauberer, das Mobiliar immer noch rott und die Wände versparkt. – Die greisen Lehrervertreter wollen das Geld nicht, weil es Das Böse in die Schulen bringen könnte, die Digitalisierungsapologeten fürchten um ihren Alleinvertretungsanspruch, ihre Exklusivität. Und so weiter. Ja, und so fort.) Das mag – Alter, eben! – damit zusammenhängen, dass ich sie so oder ähnlich schon viele Male gehört habe. Vor allem aber damit, dass sie in ihrer Pauschalität meist ebenso falsch sind wie diese Aussage.

Jede Meinungsäußerung geht vom ureigenen Standpunkt aus, verabsolutiert ihn und sieht nicht die hundertdrei anderen möglichen. Das eigene Fachwissen und die Vertrautheit mit der je eigenen Situation (die Frau Wanka nun einmal nicht kennen kann, und dann können wir ihr mal so richtig zeigen, wie beschränkt so eine Bundesministerin ist und wie unterschätzt und großartig Die Unbekannte Lehrkraft) werden zur Waffe, an deren Macht wir uns berauschen. Dann wird berechnet, wie wenig Geld mehrere Milliarden sind, wenn wir sie auf einzelne Schüler_innen umrechnen – und das gar als ernsthaftes Argument gegen die Investition betrachtet.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass den Schulen das Geld schaden wird. Wenn Ihr es nicht wollt, werdet Ihr es nicht nehmen müssen. Wenn es Geld für unsere Schule gibt, werde ich probieren, etwas für unsere Abteilung abzubekommen und es nach Beratung mit den Kolleg_innen sinnvoll auszugeben. Wir stehen technisch schon ganz gut da. Aber wir könnten noch besser sein. Wir werden auch mit diesem Geld (wie mit früher ausgegebenem) etwas gestalten, was sich in der Praxis bewähren muss. Wir werden uns die Ergebnisse ansehen: mit einigen Lösungen werden wir scheitern, anderes wird echte Verbesserungen bringen. Und so geht’s wieder von vorn los – wir kennen das doch alle vom täglichen Unterrichten, oder nicht?

Mann, Mann, Mann.

Aber wahrscheinlich ist es das Alter.