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Gelesen. Decker.

Daniel Decker: Dør. Berlin: Ach je, 2020.

Sehr gelungen: Text und an die Phantastische Bibliothek erinnernde Gestaltung des Buchumschlags. Lob an das Kotzende Einhorn (und Dank an Ben, bei dem ich wieder darauf gestoßen wurde, dass ich’s doch lesen wollte).

(Leider schlecht: Lektorat, Korrektorat und Satz. Möge dies bei der Übernahme des Titels durch Suhrkamp für die zweite Auflage korrigiert werden.)

Literaturliste Neue Sachlichkeit.

Noch weiß ich nicht genau, was ich damit mache (Anregung zur freiwilligen Lektüre? Verteilte Lektüren in Kleingruppen samt Kurzpräsentation durch Schüler*innen?), aber ich habe eine Literaturliste als Ergänzung zu Kästners Fabian aufgeschrieben, von der ich momentan ein paar Titel lese.

Gelesen. Wolff.

Helen Wolff: Hintergrund für Liebe. Bonn: Weidle, 2020.

Wäre es nicht Helen Wolff, die hier nolens volens (Notiz zum jahrzehntelang aufbewahrten Manuskript: »At my death, burn or throw away unread!«) aus dem Nachlass veröffentlicht wurde, würde die Geschichte wohl doch als zu schlicht für eine Publikation erschienen sein, wenn sie auch den Zauber einer Sommerstimmung der frühen dreißiger Jahre wie auch ein emanzipatorisches Moment gelungen einfängt. Im Vergleich beispielsweise zu Keuns Geschichten der Zeit fällt die größere Unmittelbarkeit auf – und auch, dass Keun sprachlich und formal deutlich eigenständiger, weniger konventionell erzählt. Hier: wenig Neue Sachlichkeit, viel unverbindlich-universelle Sommergeschichte.

Sind die einen längeren Erzählbogen erwartenden Lesenden überrascht, wenn die Geschichte schon auf Seite 116 (von 215) endet, so werden sie umso erfreuter sein, dem Essay von Marion Detjen zu folgen, in dem sie über den historischen und biografischen Hintergrund informiert werden, was aufgrund der vielen genannten Namen (Mann, Hasenclever, Hesse, Rowohlt etc.) und dargestellten Bezüge zumindest für an Verlags- und Literaturgeschichte Interessierte wertvoll ist.

Besprechungen: Julia Schröder im Deutschlandfunk, Hauke Harder im Leseschatz.

Fadengeheftete Broschur.

Gelesen. McKinty.

Adrian McKinty: Rain Dogs. Übertragen von Peter Torberg. Berlin: Suhrkamp, 2018.

Adrian McKinty: Dirty Cops. Übertragen von Peter Torberg. Berlin: Suhrkamp, 2019.

Nun muss ich mich erst einmal bis November gedulden, bis der nächste Band erscheint …

Gelesen. Brecht.

Bertolt Brecht: Die heilige Johanna der Schlachthöfe. Berlin: Suhrkamp. 2017.

Relektüre wegen Schillers Jungfrau von Orleans als Korridorthema. Sinclairs Dschungel als – wie wir heute wissen – nach wie vor gültiger literarischer Hintergrund.

(Der Minister, der von der im verlinkten Blog-Eintrag verlinkten Zeit-Reportage so beeindruckt war, dass er Maßnahmen versprach, ist inzwischen längst kein untätiger Minister mehr, hat aber inzwischen einige Monate im Auftrag von Tönnies, einer der größten Fleischfabriken, gearbeitet. Wer also die von Brecht dargestellte Handlung als lehrhaft übertrieben empfindet, irrt: die zynische Normalität unseres Wirtschaftslebens (auch in anderen Bereichen als dem Schlachten von Tieren) übertrifft jede als übertrieben empfundene literarische Darstellung bei Weitem.)