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Fortbildungsmerkzettel.

Die Merkzettel zur Fortbildung Szenisches Interpretieren von Ingo Scheller gibt's hier.

Wer die Fortbildung auch besucht hat und Anregungen, Korrekturen oder Ergänzungen beitragen kann, maile mir bitte (mir ist zum Beispiel anlässlich der Standbilder unser genauer Auftrag nicht mehr in Erinnerung). Danke.

Stöckchen auf Eis.

Da wirft mir Heiko noch ein aus technischen Gründen verspätetes Stöckchen zu, und ich muss zugeben, dass aus der weiten Entfernung einer Woche der erste Schultag nurmehr schwierig zu beschreiben wäre: die erste Schulwoche führte nämlich gleich wieder gut ein in den Betrieb mit vielen Klassenarbeitsrückgaben (die alle in der zweiten Woche unterrichtsfreier Zeit korrigiert wurden), den ersten Zeugnisnotenerarbeitungen und -besprechungen (die oftmals als -verhandlungen missverstanden werden), weiteren Korrekturen, einem zu schreibenden Projektgruppenbericht und einer sehr intensiven dreitägigen Fortbildung, von deren Eindrücken ich noch ganz erfüllt bin.

Weil zumindest letzteres gut ist und ich jetzt noch eine Zusammenfassung der Übungen auf der Fortbildung für mich und für die Fachkonferenz (ja, die Reihenfolge ist richtig) schreiben will, lege ich das Stöckchen bis nach den Osterferien auf Eis.

Gelesen. Nibelungenlied.

Das Nibelungenlied. In Prosa übertragen von Uwe Johnson und Manfred Bierwisch. Frankfurt am Main: Insel, 2006.

Um das Nibelungenlied ein zweites Mal zu lesen, braucht es einen guten Grund, ist es doch eine der gruseligsten Dichtungen deutscher Sprache. Die lange Zeit aus politischen, zeithistorischen Gründen nicht »Ossian« Johnson und »Jake« Bierwisch, sondern allein letzterem zugeordnete Übersetzung in neuer Ausgabe und mit den Kontext herstellendem Nachwort von Bierwisch nun lesen zu können, ist ein solcher Grund. Allerdings muss es schon ein hartgesottener Johnson-Fan sein, der sich dies antut, denn anders als in den Übersetzungen etwa Arno Schmidts bemerkt man den Duktus des Übertragenden hier nicht, er ist ganz Germanist und um Genauigkeit wie Lesbarkeit bedacht.

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Gelesen. Schiller.

Friedrich Schiller: Kabale und Liebe. Stuttgart: Reclam, 1982.

Re-Lektüre wegen des Besuchs einer Fortbildung zum Thema. Das erste Mal wieder gelesen seit ungefähr 1983, damals vermutlich in der zehnten Klasse (unten die Notizen des Schülers, der ich war, im Heftchen).



Ein Klick öffnet eine größere Version.

Winterswap 2007 – die CDs.

Aus dem Winterswap ist bei mir inzwischen eine von Jochen ausgeloste CD eingetroffen, die ich allerdings erst einmal durchhören konnte. Zusammengestellt hat sie Claudia. Bislang am besten gefällt mir das wirklich ganz großartige Stück »Vier Stunden vor Elbe« von Element of Crime, von denen ich auch mal 'ne Platte brauche.

 

Die von mir zusammengestellte CD ging an Onno. Der muss nun Folgendes hören:

 
Musiker Titel Von der Platte
Suden Aika Sisarueni Suden Aika
I am Kloot Untitled #1 I Am Kloot
The Scarlet Letter Nachtfrost „Friss oder stirb“
Jan Garbarek Rahkki Sruvvis I Took Up The Runes
The Dresden Dolls Girl Anachronism The Dresden Dolls
Nick Cave & The Bad Seeds Green Eyes The Boatman's Call
Lou Reed/John Cale Open House Songs for Drella
David Johnston I hate myself Why me?
Tom Waits Time Rain Dogs
Penguin Café Orchestra Music for a Found Harmonium Preludes, Airs and Yodels
Richard Thompson The Dark End Of The Street Guitar, Vocal
Bruce Springsteen Reason to Believe Nebraska
Fellow Travellers A Few Good Times Just A Visitor
Penguin Café Orchestra Telephone & Rubber Band Preludes, Airs and Yodels
American Analog Set The Postman Know By Heart
Neil Halstead Two Stones in My Pocket Sleeping on Roads
16 Horsepower Wayfaring Stranger Secret South
Tom Waits Come on up to the House Mule Variations
Gerhard Gundermann Fliegender Fisch Krams – Das letzte Konzert
 

– also alles nicht zu schräg, sondern meist winterlich ruhig.

Gelesen. Fossum.

Karin Fossum: Der Mord an Harriet Krohn. München: Piper, 2006.

Ein Beispiel dafür, wie sich der Kriminalroman immer mehr in Richtung des Romans verschiebt: die eigentliche Ermittlung und Kombination der Spuren – Kernstücke des klassischen Detektivromans – spielen fast gar keine Rolle, denn der Täter war ungeschickt und hinterließ viele Spuren, sodass der Fall recht einfach zu klären ist.

Der Leser erlebt das Geschehen aus der Perspektive des Täters, erfährt auch seine Motivation, sieht ihn nach der Tat ein neues Leben aufbauen und Schulden – finanzielle und zwischenmenschliche – abtragen. Der Täter – vorher Spieler und gesellschaftlicher loser – resozialisiert sich selbst, das Fundament dieser Entwicklung ist allerdings die begangene Tat, und der Ermittler hat noch nie einen Fall ungeklärt gelassen ...

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Tufte und die Tafelbilder.

Tufte ist schnafte, klar. Für mich war das Buch allerdings nicht nur ein coffe table book neben anderen, sondern auch wegen des Schulbezugs wichtig (was die Schwierigkeit der praktischen Umsetzung der Forderung, ein Lehrer solle – im Interesse langfristiger Erhaltung der Arbeitskraft – auch mal Feierabend machen, verdeutlicht).

Immer wieder kaufe ich mir zu Schullektüren auch Erläuterungsbände, die – wenn man die richtigen wählt – meist recht gut und knapp das Wesentliche zu einem Buch rekapitulieren. Katastrophal aber sind häufig die vorgeschlagenen Tafelbilder, die zu viel Erkenntnis in graphischer Form transportieren und/oder festhalten sollen. Der Grund hierfür scheint mir in der Vorstellung von der Aufgabe des Tafelbilds zu liegen.

Was kann ein Tafelbild gut?

  • Während eines Unterrichtsgesprächs rasch skizziert das Gesagte unterstützen (dabei aber meist nur einen Gedanken zur Zeit verdeutlichen)

  • Übersicht schaffen - z. B. ein Zeitstrahl mit eingeordneten Handlungselementen

  • Verhältnisse visualisieren - z. B. die Figurenkonstellation eines Dramas

  • Abstrakte Konzepte verbildlichen - z. B. ein Modell der Wahrnehmung nach Kant

Was kann ein Text möglicherweise besser?

  • Differenziert Sachverhalte beschreiben (im Unterschied zum Tafelbild, das eher mit klar unterscheidbaren Konzepten arbeitet)

  • Komplexe Beziehungen zwischen Elementen darstellen (im Unterschied zum Tafelbild, das bei einer gewissen Fülle an Verbindungen chaotisch wirkt)

  • (In gegliederter Form) beliebig viel Wissen aufnehmen (im Unterschied zum Tafelbild, das nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung hat und mit diesem Platz haushalten muss)

Wie sollte ein Tafelbild nicht sein?

  • Unübersichtlich

  • Überladen

  • Zwei Wochen nach der Unterrichtsstunde nicht mehr verständlich
Insofern muss ein Tafelbild klar und aufs Wichtigste reduziert sein, möglichst nur wenige Aspekte auf einmal enthaltend (andere sind auf ein neues Tafelbild zu verlagern), dabei aber so ausreichend und gut beschriftet, dass es auch bei Wiederholungen für spätere Prüfungen noch verständlich ist.

Gelesen. Tufte.

Edward R. Tufte: Envisioning Information. Cheshire: Graphics Press, 1990.

Tuftes Bücher sind ein Genuss. Zwei Gründe gibt es hierfür:

Inhaltliche: seine langjährige Erfahrung als Professor in Yale ermöglicht ihm, aus einem großen Fundus unterschiedlichster Abbildungsquellen zu schöpfen. Diese objets trouvées werden kombiniert mit eigenen Grafiken, mit denen er seine Ausführungen belegt.

Gestalterische: seine Bücher sind vorbildlich gestaltet: Typographie, Format, Einband, Umschlaggestaltung – all das fügt sich zu einem harmonischen, dabei modernen Ganzen.

Zu diesem – Envisioning Information (hier Beispielseiten aus dem Buch) – speziell: es geht um die möglichst einfache Darstellung komplexer Daten in graphischer Form. Ob dies nun an einem 1937 gezeichneten Eisenbahnfahrplan für die Strecke Soerabaja–Djokjakarta oder an einer Übersichtstabelle für die Zeichengebung eines ein landendes Flugzeug einweisenden Lotsen demonstriert wird: immer zeigt Tufte überzeugend , dass für Informationsvermittlung entscheidend ist, alle Störquellen (schlechte Visualisierung, störende Typographie, unnötige Gestaltungselemente) auszuschalten und sich auf die Betonung des eigentlich Wichtigen zu konzentrieren. Über Erkenntnisse aus der Wahrnehmungspsychologie ("1+1=3") verdeutlicht er die Notwendigkeit der Schlichtheit, zeigt aber auch, dass komplexe Grafiken mehr als nur einen Blick – nämlich die aktive Mitarbeit des Lesenden – brauchen, um erfasst zu werden.

Die Typographie des Buches folgt den dargestellten Grundsätzen: Eine breite Hauptspalte jeweils links auf jeder Seite enthält den in der Bembo gesetzten Text, der konzentriert, aber klar die Grundsätze der Visualisierung von Informationen an Beispielen darlegt. Unterstützt wird dies von Abbildungen, aber auch von einer kleiner gesetzten Marginalienspalte, in der Quellen und weiterführende Literatur aufgeführt und zum Teil eingeordnet und besprochen werden.

Ein die Beschäftigung mit ihm lohnendes Buch!

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