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Projektpräsentation und Presse.

Über die Präsentation des Projekts »Berufsschule Eutin – damals und heute« haben die LN einen gleichnamigen Artikel verfasst, der es an Oberflächlichkeit nicht mangeln lässt.

Nicht nur ist die Leiterin der Projektarbeit – Kerstin Schröder – nicht genannt, obwohl sie viel Arbeit in die Präsentation gesteckt hat und diese ohne sie gar nicht entstanden wäre, darüber hinaus hat die Pressevertreterin nicht zugehört: schon im ersten Drittel, bevor sie wieder verschwand, weil die Fotos im Kasten waren, hätte sie erfahren können, dass es einen »Kurs für das Fachabitur« an unserer Schule nicht gibt, sondern wie an jedem beruflichem Gymnasium nur eine abgesehen von einem berufsorientierenden Fach normale Oberstufe, die zum Abitur führt, zur allgemeinen Hochschulreife, die unsere Abiturienten genauso wie die der allgemeinbildenden Gymnasien zur Aufnahme eines beliebigen Studiengangs berechtigt.

Und dass man einen Artikel nicht mit einer beiläufigen unwichtigen Tatsache noch beendet, nur weil noch ein paar Anschläge frei sind, sollen sie bis dahin auch wissen.

Schule und Zensuren.

Wenn Lehrer eines schönen Tages irgendwann einmal von der Bürde des Zensurenerteilens befreit werden und nur noch unterrichten dürfen, werde ich ein Hallelujah gen Himmel schmettern.

S (bedeutet wie stets hier »Schülerinnen und Schüler« in sämtlichen Flexionsformen) wollen in diesen Tagen über Zensuren diskutieren, die sie verdient haben oder auch nicht, und es ist mir sehr unangenehm: akzeptieren die S die gegebene Zensur (die immer zu schlecht ist) nicht, gebärden sie sich muffelig-renitent und es bedarf großer Anstrengungen, um ihre Motivation künftig wieder zu erwecken. Nehmen Sie das schlechte Urteil an in Ergebenheit ans Schicksal und in Akzeptanz ihres Ungenügens, ist es mindestens ebenso unangenehm, denn ich habe ihrer Selbstachtung einen weiteren Schlag versetzt und weiß das. Manchmal wissen sie auch, dass ich das weiß. Und entschuldigen sich in ihren Blicken dafür.

Schlecht ist auch, dass Zensuren so viel glattbügeln: es gibt S, die bringen im Halbjahr ein bis zweimal ganz hervorragende Leistungen - entweder gemessen am Klassenniveau oder aber auch im Vergleich zu ihren sonstigen Ergebnissen. Im Durchschnitt, selbst wenn er pädagogisch positiv gewichtet wird, verschwinden diese Leistungen aber ganz. Ich habe dann korrekt bewertet – ein schaler Beigeschmack bleibt.

Der Verweis auf die Relevanz unterrichtlichen Mittuns im Hinblick auf die Halbjahresnote ist auch deshalb wenig sinnvoll, weil diese - wie eben dargestellt - so wenig mit den konkreten Leistungen zusammenhängt: sie ist ein arithmetisches, ggf. gewichtetes Mittel, keine direkte Rückmeldung. Die direkte Rückmeldung hinwiederum zieht ihre Berechtigung in erster Linie aus ihrer Bedeutung für die Gesamtnote am Halbjahresende: sie wird häufig nicht als Rückmeldung verstanden.

Bei alledem ist die Rückmeldung für S viel zu wenig konkret, zu unverbindlich, zu wenig zielführend. Benote ich Referate, kann ich dies mithilfe eines Rasters sehr detailliert tun – das Wesentliche bleibt häufig ungesagt, weil es im unterrichtlichen Zusammenhang nicht angemessen wäre, zu sehr ins Persönliche geht, zu sehr bilden könnte, wenn es denn richtig angenommen werden könnte. Hierfür – also auch die Verwerfungen aufzufangen, die eine solche Kritik haben kann – ist aber gar nicht die Zeit im Schulalltag. Deshalb begegnen mir auch noch in der Berufsausbildung S, die inzwischen einen »Horror vor Referaten« haben, weil sie unberechtigte, ungenaue oder nicht verarbeitete Kritik einstecken mussten, und solche, die noch nie überhaupt eine Schulung diesbezüglich bekommen zu haben scheinen.

Wäre der L vom Zensieren entlastet, wäre den S deutlicher, worum es geht: da vorne steht jemand, der eine Menge weiß und kann, was mir hilft, auf meinem Weg, mit meinem Ziel besser zu werden. Hierfür nehme ich ihn in Anspruch: ich verberge nicht mein Nichtwissen, ich zeige es ihm, damit gemeinsam daran gearbeitet werden kann. Er wird mich nicht benoten (das tun andere), sondern mich trainierend unterstützen, eine bestmögliche Note erreichen zu können.

Lehren und Leistungsmessung zu trennen könnte eine gute Sache sein. Oder?

Lucia Joyce.

Anlässlich des Erscheines der Biographie über James Joyce' »verrückte« Tochter Lucia schreibt Jürgen Schneider im Ostblog eine längere Geschichte über das schwarze Schaf: »A wonder wild« – Eine kreative Verneigung vor Lucia Joyce.

(Da ich gerade Anfang der Woche eine meiner Buchhändlerklassen nach einem Exkurs zu Ecos Das offene Kunstwerk mit einem Verweis auf Joyce' Finnegans Wake irritierte, auch für mich von aktueller Relevanz.)

»Es klingt im Schloss ...«

... benannte die Kreismusikschule Ostholstein ihr Programm: von 11 bis 16 Uhr Darbietungen von Schülern und Dozenten in bis auf die kurzen Schauer fast mediterraner Atmosphäre und feiner Umgebung, dem frisch restaurierten Eutiner Schloss.

(Anklicken für größere Bilder, latürnich.)

Musik im Eutiner Schloss Musik im Eutiner Schloss Musik im Eutiner Schloss Musik im Eutiner Schloss

[Nachtrag 24.6.2007:] Auch die Lübecker Nachrichten berichten.

Gelesen: Auster.

Paul Auster: Im Land der letzten Dinge. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch, 1992.

Gelesen: Izzo.

Izzo-CoverJean-Claude Izzo: Die Marseille-Trilogie. Zürich: Unionsverlag, 2007.

So farbig die Stadt Marseille in den drei zur Marseille-Trilogie zusammengefassten Kriminalromanen Total Cheops, Chourmo und Solea auch gezeichnet wird - die Romane an sich sind noir von der ersten bis zur letzten Zeile: noch jede Hoffnung wird im Keim erstickt, Gewalt und Verbrechen werden ungeschönt gezeigt, allein der Ermittler Fabio Montale steht noch gegen einen Verfall der Welt, die Marseille ist.

Es sind Krimis, die nach Mitternacht gezeigten illusionslosen französischen Filmen entsprechen, der grantige Belmondo dürfte ebenso eine Rolle spielen wie Alain Delon. Wer das mag, darüber hinaus aber auch noch einen Blick in die Gesellschaft Marseilles als – wie es sinngemäß im Buch gesagt wird – Außenposten Afrikas in Europa werfen will, wer neugierig ist auf eine für die meisten fremde Welt, wird Gefallen finden an den auch formal kantigen Krimis Izzos.

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Zu tun.

In den Sommerferien nach dem Urlaub dringend ansehen, falls noch Geld übrig ist: Anselm Lingnaus neue LaTeX Hacks bei O'Reilly.

Kanondiskussion und literarische Wertung.

Im Lehrplan (PDF) für die Auszubildenden im Buchhandel wird im Lernfeld 7 gefordert, die Schülerinnen und Schüler sollten nach der Behandlung des Themas im Unterricht »Kriterien zur Beurteilung von Literatur und die Problematik ihrer Anwendung« kennen.

Das hoffe ich auch immer, und so habe ich für diesen Durchgang als Merkhilfe eine kommentierte Literaturliste »Literatur beurteilen und die Kanondiskussion« zusammengestellt, die vielleicht auch dem einen oder der anderen außerhalb unserer Schule von Nutzen sein kann.

Sie ist hier herunterzuladen.