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Freiheit? Bestimmung?

Die durch Erkenntnisse der Neurowissenschaften erneut augeworfene Frage, inwiefern unser Handeln determiniert sei und welche Folgen dies zum Beispiel für das Strafrecht habe, wird in mehreren Artikeln in der Telepolis beleuchtet: »Revolutionieren die Neurowissenschaften die Gesellschaft?«, »Die Abhängigkeit des Bewusstseins von Hirnprozessen«, »Psychiatrische und (neuro-)psychologische Gutachten vor Gericht« und »Von der Neuroethik zum Neurorecht?«.

BibDesk und der Import von Titeln.

Wer mit LaTeX auf dem Mac Texte schreibt, wird sich bei Gelegenheit möglicherweise auch mit BibDesk anfreunden, einer feinen Oberfläche für BibTeX, was wiederum die einfache Erstellung von Literaturverzeichnissen ermöglicht.

Nun kann in BibDesk ein Eintrag für ein Buch nicht nur manuell in die Eingabefelder getippt werden, sondern es ist auch ein Import der bibliographischen Angaben aus bestehenden Datenbanken möglich. Zunächst versuchte ich, BibDesk mit der DNB zu befreunden. Dies gelang jedoch nicht, da die DNB ein älteres Exportformat (SUTRS) benutzt, das nur schwierig zu parsen ist und für das BibDesk daher kein Importfilter bereitstellt.

Ein Ausweg ist die Nutzung des Gemeinsamen Verbundkataloges (GVK), des Gesamtverzeichnisses der norddeutschen Bibliotheken. Hierfür müssen in BibDesk unter »New Search Group --> Z39.50 / Server: Other« folgende Angaben eingetragen werden (das steht natürlich auch im Target Profile, doch im Falle eines Falles finde ich's hier schneller):

Name: GVK
Database: gvk
Address: z3950.gbv.de
Port: 20010
Username: 999
Password: abc
Syntax: US MARC
Encoding: iso-8859-1

Der gefundene Titel kann dann entweder als einzelner BibTeX-Eintrag kopiert oder aber einfach in die Datenbank übernommen werden, sodass dann ohne weiteren Aufwand ein Titeleintrag wie

[KM06] Kohm, Markus ; Morawski, Jens-Uwe: KOMA-Script : eine Sammlung von Klassen und Paketen
für LaTeX2E ; Anleitung zu Version 2.9u. 2., überarb. und erw. Aufl., korr. Nachdr. Lehmann,
2006. – ISBN 3865410898 (Pb.)

entsteht.

Über die Vielfalt der Tomate.

Da wir von unserem bevorzugten Pflanzenhändler diverse inzwischen reichlich fruchtende Tomatenpflanzen gekauft haben und zudem schon vorher verschiedene Wildtomatensorten ausgesät hatten, ist der Tomaten-Atlas eine willkommene Sammlung von über achthundert (!) Beschreibungen verschiedener Tomaten.

Projektpräsentation und Presse.

Über die Präsentation des Projekts »Berufsschule Eutin – damals und heute« haben die LN einen gleichnamigen Artikel verfasst, der es an Oberflächlichkeit nicht mangeln lässt.

Nicht nur ist die Leiterin der Projektarbeit – Kerstin Schröder – nicht genannt, obwohl sie viel Arbeit in die Präsentation gesteckt hat und diese ohne sie gar nicht entstanden wäre, darüber hinaus hat die Pressevertreterin nicht zugehört: schon im ersten Drittel, bevor sie wieder verschwand, weil die Fotos im Kasten waren, hätte sie erfahren können, dass es einen »Kurs für das Fachabitur« an unserer Schule nicht gibt, sondern wie an jedem beruflichem Gymnasium nur eine abgesehen von einem berufsorientierenden Fach normale Oberstufe, die zum Abitur führt, zur allgemeinen Hochschulreife, die unsere Abiturienten genauso wie die der allgemeinbildenden Gymnasien zur Aufnahme eines beliebigen Studiengangs berechtigt.

Und dass man einen Artikel nicht mit einer beiläufigen unwichtigen Tatsache noch beendet, nur weil noch ein paar Anschläge frei sind, sollen sie bis dahin auch wissen.

Schule und Zensuren.

Wenn Lehrer eines schönen Tages irgendwann einmal von der Bürde des Zensurenerteilens befreit werden und nur noch unterrichten dürfen, werde ich ein Hallelujah gen Himmel schmettern.

S (bedeutet wie stets hier »Schülerinnen und Schüler« in sämtlichen Flexionsformen) wollen in diesen Tagen über Zensuren diskutieren, die sie verdient haben oder auch nicht, und es ist mir sehr unangenehm: akzeptieren die S die gegebene Zensur (die immer zu schlecht ist) nicht, gebärden sie sich muffelig-renitent und es bedarf großer Anstrengungen, um ihre Motivation künftig wieder zu erwecken. Nehmen Sie das schlechte Urteil an in Ergebenheit ans Schicksal und in Akzeptanz ihres Ungenügens, ist es mindestens ebenso unangenehm, denn ich habe ihrer Selbstachtung einen weiteren Schlag versetzt und weiß das. Manchmal wissen sie auch, dass ich das weiß. Und entschuldigen sich in ihren Blicken dafür.

Schlecht ist auch, dass Zensuren so viel glattbügeln: es gibt S, die bringen im Halbjahr ein bis zweimal ganz hervorragende Leistungen - entweder gemessen am Klassenniveau oder aber auch im Vergleich zu ihren sonstigen Ergebnissen. Im Durchschnitt, selbst wenn er pädagogisch positiv gewichtet wird, verschwinden diese Leistungen aber ganz. Ich habe dann korrekt bewertet – ein schaler Beigeschmack bleibt.

Der Verweis auf die Relevanz unterrichtlichen Mittuns im Hinblick auf die Halbjahresnote ist auch deshalb wenig sinnvoll, weil diese - wie eben dargestellt - so wenig mit den konkreten Leistungen zusammenhängt: sie ist ein arithmetisches, ggf. gewichtetes Mittel, keine direkte Rückmeldung. Die direkte Rückmeldung hinwiederum zieht ihre Berechtigung in erster Linie aus ihrer Bedeutung für die Gesamtnote am Halbjahresende: sie wird häufig nicht als Rückmeldung verstanden.

Bei alledem ist die Rückmeldung für S viel zu wenig konkret, zu unverbindlich, zu wenig zielführend. Benote ich Referate, kann ich dies mithilfe eines Rasters sehr detailliert tun – das Wesentliche bleibt häufig ungesagt, weil es im unterrichtlichen Zusammenhang nicht angemessen wäre, zu sehr ins Persönliche geht, zu sehr bilden könnte, wenn es denn richtig angenommen werden könnte. Hierfür – also auch die Verwerfungen aufzufangen, die eine solche Kritik haben kann – ist aber gar nicht die Zeit im Schulalltag. Deshalb begegnen mir auch noch in der Berufsausbildung S, die inzwischen einen »Horror vor Referaten« haben, weil sie unberechtigte, ungenaue oder nicht verarbeitete Kritik einstecken mussten, und solche, die noch nie überhaupt eine Schulung diesbezüglich bekommen zu haben scheinen.

Wäre der L vom Zensieren entlastet, wäre den S deutlicher, worum es geht: da vorne steht jemand, der eine Menge weiß und kann, was mir hilft, auf meinem Weg, mit meinem Ziel besser zu werden. Hierfür nehme ich ihn in Anspruch: ich verberge nicht mein Nichtwissen, ich zeige es ihm, damit gemeinsam daran gearbeitet werden kann. Er wird mich nicht benoten (das tun andere), sondern mich trainierend unterstützen, eine bestmögliche Note erreichen zu können.

Lehren und Leistungsmessung zu trennen könnte eine gute Sache sein. Oder?

Lucia Joyce.

Anlässlich des Erscheines der Biographie über James Joyce' »verrückte« Tochter Lucia schreibt Jürgen Schneider im Ostblog eine längere Geschichte über das schwarze Schaf: »A wonder wild« – Eine kreative Verneigung vor Lucia Joyce.

(Da ich gerade Anfang der Woche eine meiner Buchhändlerklassen nach einem Exkurs zu Ecos Das offene Kunstwerk mit einem Verweis auf Joyce' Finnegans Wake irritierte, auch für mich von aktueller Relevanz.)