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Alte Krimis.

Die Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts digitalisiert alte deutschsprachige Kriminalromane: »Der deutsche Kriminalroman, pflegt man zu sagen, besitze keine Tradition. Er sei nach den zumeist britischen Vorbildern geformt, also irgendwie epigonal, Aufguss, minderwertig eh wie die meisten ›Krimis‹. Nachzuweisen, dass all dies nicht zutrifft, ist die ›Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts‹ Ende 2005 angetreten.« [Via Hinternet.]

edition unseld.

In diesen Tagen sind die ersten Titel der neuen edition unseld (die Reihenbezeichnung in Kleinschreibung – so unmodern, das ist schon wieder retro) bei Suhrkamp erschienen: ich lese gerade im ersten Band, Sandra Mitchells Komplexitäten, der bislang einen guten Eindruck macht: überlegt und klar schildert sie die Entstehung verschiedener Welterklärungsmodelle und zeigt ihre jeweiligen Grenzen auf, verdeutlicht den Bedeutungswandel des Emergenzbegriffs, der in der Form »Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile« auf Aristoteles zurückgeführt wird, bis zu heutiger Form.

Wenn die anderen Bände ähnlich anregend sind (und ein weiterer harrt schon hier der Lektüre), ist diese Reihe (trotz der abschreckenden Unterstützung durch Spiegel Online) ein der Vernunft verpflichtetes Gegengewicht gegen die vorherige Neugründung »Verlag der Weltreligionen«.

[Update: Mehr über die Reihe bei der NZZ.]

Der Schäuble wieder.

Herr Schäuble rät jedem, ihn »nicht als permanenten Verfassungsbrecher zu verleumden«.

Wenn ein Innenminister, den wir bezahlen, damit er als Profi auf dem Gebiet des Verfassungsrechts agiert, regelmäßig Maßnahmen vorschlägt, die die Verfassung aushöhlten, würden sie Wirklichkeit, sowie Gesetze initiiert, die vom Verfassungsgericht als nicht verfassungskonform angesehen werden – wie soll man einen solchen Menschen wohl nennen?

Wäre der Mann nicht zufällig Innenminister, wäre es die Aufgabe der Verfassungsschutzbehörden, ihn unter Beobachtung zu halten.

Gelesen. Gaiman.

[Rasch ein paar Nachträge ...]

Neil Gaiman: The Doll’s House. New York: DC Comic, 1994.
Neil Gaiman: Dream Country. New York: DC Comic, 1994.
Neil Gaiman: Season of Mists. New York: DC Comic, 1994.
Neil Gaiman: A Game of You. New York: DC Comic, 1994.

(Nebenbei lese ich Mitchells Wolkenatlas, was zuweilen interessante Interferenzen ergibt, da auch dort das episodenhafte, zunächst vermeintlich zusammenhanglose Erzählen geübt wird.)

Buchhandelsausbildung 2.0.

Die Auszubildenden hatten schon alles an Prüfungsvorbereitung erledigt, was ihnen zuzumuten war, und da noch ein wenig Zeit war, haben wir das Projekt »Zukunft des Buchhandels« in Angriff genommen: eine Reflexion über Chancen und Gefahren von Entwicklungen in Sortimentsbuchhandel und Technik, Veränderungen bei Kunden wie Zulieferern und so fort.

Zur Problematisierung und Unterstützung eines ersten Brainstormings habe ich die erste Grafik per Beamer gezeigt. Ich hatte sie zuvor in FreeMind vorbereitet.

Ausgehend von diesen Hauptaspekten bei der Betrachtung der Buchhandelszukunft haben wir dann im Unterrichtsgespräch die Unterpunkte ergänzt, die ich für die S (für Lisa: Schülerinnen und Schüler in sämtlichen Varianten und Flexionsformen) sichtbar parallel in den Rechner tippte, sodass sich letztlich das in Grafik 2 sichtbare, schon deutlich reichhaltigere Bild vorhandenen Problembewusstseins ergab.

In Zweiergruppen dann sollten die S jeweils einen der Bereiche bearbeiten. Hierzu hatte ich Ihnen unter dem Link del.icio.us/Toss/buchhandelsprojekt verschiedene Quellen zum Thema gesammelt, die zum Teil mit Meinungen, zum Teil mit Fakten jeweils bestimmte Aspekte unterfüttern.

Ziel der gemeinsamen Arbeit war nach der (des Zeitmangels wegen flüchtigen) Lektüre der zur Verfügung gestellten Texte das Verfassen einer Expertise zum jeweiligen Thema, die dann von den S in das Projektwiki eingestellt wurde.

Kollaboratives Arbeiten per PC ist gut & schön – zum Unterstreichen im Klassenraum und zum Mitnehmen nach Hause soll's dann doch gern wieder Papier sein. Die Schülertexte habe ich also rasch in eine LaTeX-Vorlage kopiert, sodass wir dann die Ausarbeitungen zu den Themen lesen sowie im Unterrichtsgespräch reflektieren und ergänzen konnten.

Web Fonts in Safari.

Web Fonts sind eine schon länger bekannte Technologie, die allerdings erst in Apples (auch für Windows-Rechner erhältlichem) Webbrowser Safari 3.1 zur Anwendung kommt. Bislang wurde auf Fonts zurückgegriffen, die beim Nutzer vorhanden sind. In der CSS-Datei steht dann zum Beispiel

h1 {font-family: "Trebuchet MS", Verdana, Helvetica, sans-serif;}

Da verlässlich nur wenige Fonts bei allen Nutzern vorhanden sind, werden die immer gleichen verwendet oder aber es wird – was aus vielerlei Gründen ungünstig ist – auf Grafiken zurückgegriffen.

Web Fonts ermöglichen nun, beliebige Fonts anzugeben, die online verfügbar sind. Sie werden in der CSS-Datei mit einem Codeschnipsel wie

@font-face {
font-family: GraublauWeb;
src: url(…/GraublauWeb.otf) format(truetype);
}

h1 {font-family: GraublauWeb, "Trebuchet MS", Verdana, Helvetica, sans-serif;}

im Moment der Seitengenerierung angefordert.

Die in den Überschriften meines Blogs verwendete GraublauWeb ist eine speziell zu diesem Zweck entworfene mit einer die Verwendung als Web Font ermöglichenden Lizenz versehene Schrift. Genaueres lesen Sie bei der Jenaer Firma FDI fonts.info oder – mit Diskussion – im FontBlog.

Gelesen. Gaiman.

[Im Regal von Kind 1 gefunden:]

Neil Gaiman: Coraline. Würzburg: Arena, 2003.

(Nur mäßig originelle Variation bekannter Weltwechsel- und Grusel-Topoi aus Carrolls Alice hinter den Spiegeln, Coombs' Dorrie-Reihe, Lewis' Narnia-Büchern, MacDonalds Lilith etc. – nett, aber nicht besonders.)