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Gelesen. Brecht.

Bertolt Brecht: Leben des Galilei. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2008.

Erneute Lektüre – des Deutschunterrichts wegen in der gut geeigneten SBB-Ausgabe.

Gelesen. MacBride.

[Ein paar Nachträge …]

Stuart MacBride: Die dunklen Wasser von Aberdeen.
Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut.
Stuart MacBride: Die Stunde des Mörders.

(Manchmal muss man die Augen schließen beim Lesen.)

Gelesen. Hornby.

Nick Hornby: Fever Pitch. London: Penguin, 2000.

Wie hier schon erwähnt: trotz anderslautender Reklamesprüche auf dem Bucheinband (»Utterly hilarious. Even football-haters will be beguiled.« (Elle)) ein Buch für Fußball-, nicht für Hornby-Fans.

Philosophische Konferenz

Angelehnt an die aus dem Deutschunterricht bekannte Schreibkonferenz habe ich heute im Philosophieunterricht des 11. Jahrgangs philosophische Konferenzen durchführen lassen. Zum Unterrichtsgang:

Thema ist die Auseinandersetzung um Willensfreiheit vs. Determinismus, ein Standardthema der philosophischen Ethik, weil die Entscheidung zwischen diesen Alternativen entscheidende Konsequenzen im Hinblick auf die Beurteilung von Handlungen (und damit potentiell auch für die Frage von Verbrechen und Strafe) hat.

Begonnen haben wir mit einem einführenden problematisierenden Zitat aus Thomas Nagels empfehlenswertem Büchlein Was bedeutet das alles?:

Nehmen wir an, Sie stehen Schlange in einem Selbstbedienungsrestaurant, und nun da Sie bis zu den Desserts vorgedrungen sind, können Sie sich nicht zwischen einem Pfirsich und einem riesigen Stück Schokoladentorte mit Buttercreme obendrauf entscheiden. Die Torte sieht gut aus, doch Sie wissen, daß sie dick macht. Dennoch nehmen Sie sie und essen sie mit Vergnügen auf. Am folgenden Tag schauen Sie in den Spiegel oder stellen sich auf die Waage und denken: »Hätte ich doch diese Schokoladentorte nicht gegessen. Ich hätte statt dessen einen Pfirsich essen können.«

»Ich hätte statt dessen einen Pfirsich essen können.« Was bedeutet das und ist es auch wahr?


Diese Texteinleitung habe ich per OHF an die Wand projiziert. Aufgabe für die S ist es, diese Frage schriftlich in Stillarbeit zu beantworten. Sie haben gut zehn Minuten Zeit.

[Solange die S arbeiten, kann ich rasch erläutern, dass die Unterrichtsversorgung an schleswig-holsteinischen beruflichen Gymnasien besser sein könnte; beispielsweise werden den Schulen planmäßig weniger Stunden zugewiesen als sie laut Stundentafel eigentlich bräuchten.

So erteilen wir Philosophieunterricht im 11. Jahrgang nur einstündig; da wir jeden Unterricht in Doppelstunden ohne Pausen unterrichten (also 90 Minuten am Stück), unterrichte ich zwei Parallelkurse im vierzehntägigen Wechsel. Und ja: Doppelstunden sind was Feines.]

Noch während die S arbeiten, schreibe ich die Aufgabenabfolge für die Gruppenarbeitsphase, die philosophische Konferenz, an die Tafel:

1 Lesephase: jeder liest jeden Text.
2 Aufgabe: Notieren Sie zu jedem Text eine weiterführende / erschließende Frage.
3 Wenn alle mit dem Lesen fertig sind, diskutieren Sie in Ihrer Gruppe das Problem der Willensfreiheit, wie es sich für Sie darstellt.
4 Küren Sie in Ihrer Gruppe einen vorlesenswerten Text.

Sind die S mit dem Schreiben fertig, erläutere ich ggf. noch einmal die Aufgaben und teile dann die S in Zufallsgruppen – heute per Skatspiel (verdecktes Verteilen gemischter Karten: je S eine Karte; sodann müssen sich alle Könige, alle Bauern etc. zu Vierergruppen zusammentun. Erinnerung: »Gruppen bildet man durch Aufstehen«).

Sind die Gruppen gebildet und haben die S ihre Plätze eingenommen, beginnt die oben skizzierte philosophische Konferenz. Während dieser höre ich immer wieder in die verschiedenen Gruppen 'rein.

Hinterher haben die S die besten Texte vorgelesen, mehr oder weniger ausführlich kommentiert.

Anschließend haben wir von mir auf einem Arbeitsblatt zusammengestellte Auszüge aus dem Kapitel gelesen und den von Nagel eingeführten Terminus Determinismus geklärt, sodass deutlich wird, dass es mindestens zwei grundsätzlich verschiedene Ansichten über das Problem der Willensfreiheit gibt, wobei deterministische Ansichten durch neuere Ergebnisse der Hirnforschung Rückenwind zu bekommen scheinen (siehe zum Beispiel hier und hier).

Effi.

Phlow verweist auf einen Rap für literaturunterricht-, mithin möglicherweise leidgeprüfte Schüler: Misanthrops Effi Briest: »Ich wehre mich gegen dich, elende Effi Briest. Nein, deine romantischen Seiten lese ich nicht! Ich wehre mich gegen dich, tragische Effi Briest. Deine charmanten Seiten lese ich nicht!«