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Winnenden.

»[...] Alle reden über Schusswaffenkontrolle, Schulpsychologen, Computerspiele. Einzelmaßnahmen, Diagnostik, technische Abwehr gegen unvorhersehbare Gewalt. Gerede in die Leere.

Über die Verfassung einer Gesellschaft, deren Bauordnung den Lärm von Kindern mit dem von Baumaschinen gleichsetzt, wird nicht geredet. Dass Kindergärten in Gewerbegebiete vertrieben werden, wird hingenommen. Das erste, was Kinder lernen müssen, ist nicht überfahren zu werden. Am besten bevor sie laufen können.

Über die Verfassung einer Gesellschaft, die nicht imstande ist, alle ihre Kinder gleichermaßen zu fördern, die Lehrermangel und überfüllte Klassen zulässt und Schule immer noch als Auslesemaschinerie begreift, keine Rede. [...]« [Krimitagebuch]

Die Alten.

Ich hatte es befürchtet: kaum bin ich vierzig, zähle ich schon zu den Veteranen ...

[Update:]

Beschreibung des Blogs: »Blog eines Lehrers für Deutsch, Philosophie und EDV.«

... die Buchhandelsbetriebslehre ist zu ergänzen.

»Betreiber liest sehr viel, die meisten Beiträge enthalten Hinweise auf gelesene Bücher (Kategorie Gelesen).

Stimmt. War früher anders. Es ist selten Zeit für ausführliche Einträge, weil man als Lehrer dies & jenes zu tun hat. (Und es ja zum Glück auch ein Privatleben gibt.)

»Seiten laden ziemlich langsam.«

Stimmt. Bestimmt ein technisches Problem. Oder der Provider ist schuld. Oder es hängt mit Erdstrahlen oder den Mondphasen zusammen. – Hauptsache ist doch, ich weiß, wo mein Handtuch ist!

»Erster Eintrag: 07/2004«

Der erste Eintrag im Blog stammt vom 3.10.2002, noch mithilfe von Radio Userland gebloggt. (Die Seite selbst existiert seit etwa 1998, damals noch bei T-Online ohne eigene Domain.)

Utopien.

Nein, die Links unter »Neue Lesezeichen« deuten nicht an, dass ich in eine Kommune übersiedeln möchte und nur noch die richtige suche, sondern werden – gesammelt bei del.icio.us – Bestandteil einer Unterrichtseinheit zu Utopien und konkretisierten alternativen Lebensentwürfen sein.

Natürlich werden wir uns im Philosophiekurs des 13. Jahrgangs mit den Klassikern beschäftigen; doch ebenso möchte ich mit den S einen Blick werfen in in alte und neue Arten der anderen Lebensgestaltung.

Und natürlich wird auch Eden wieder eine Rolle spielen.

(Und parallel läuft einerseits die Vorbereitung einer Hälfte (zur Metaphysik) einer Fortbildung für Philosophielehrkräfte am Beruflichen Gymnasium, andererseits Lektüre zu einer Unterrichtseinheit über die Philosophie des Geistes. Und deshalb setze ich mich jetzt mit Tee, Pfeife und Daniel C. Dennetts Süße Träume in meinen Lesesessel.)

[Das Ganze ist übrigens unterrichtsvor- und nachbereitendes Erholungsprogramm nach gestriger abendlicher dreieinhalbstündiger Schulkonferenz und heutiger Projektgruppensitzung zum Qualitätsmanagement in Vorbereitung auf EVIT-BS ...]

Gelesen. O'Donnell.

Peter O'Donnell: Modesty Blaise – Operation Säbelzahn. Zürich: Unionsverlag, 2006.

Stand schon seit bestimmt fünfzehn Jahren auf der virtuellen Liste zu lesender Bücher. Emma-Peel-Appeal. Liebenswerte, leicht angestaubte Progressivität einer sehr starken weiblichen Heldin (Bond ist ein loser gegen diese Kampfmaschine). Interessant nach wie vor die Schilderung des Verhältnisses zwischen den »Guten«.

Buch bei Amazon angucken.

Gegenwartsliteratur im Deutschunterricht.

Meinem Deutsch-Grundkurs im 13. Jahrgang werde ich anempfehlen, die nächste Lektüre nicht im Klassenverband zu lesen, sondern stattdessen zu zweit oder zu dritt an einem Buch zu arbeiten und dieses dann den MitS zu präsentieren.

Halbjahresthema ist »Produktion, Rezeption und Wertung von Literatur und Medien«, daher werden wir im literarischen Teil Gegenwartsliteratur in den Blick nehmen.

Bislang habe ich (aus verschiedenen Gründen) folgende Texte ausgewählt:

Uwe Timm: Die Entdeckung der Currywurst
Klaus Modick: Bestseller
Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
Markus Werner: Am Hang
Christoph Hein: Frau Paula Trousseau
Juli Zeh: Adler und Engel vermutlich doch eher Spieltrieb
Christoph Ransmayr: Der fliegende Berg
Monika Maron: Endmoränen
Steffen Kopetzky: Grand Tour oder die Nacht der Großen Complication
Katja Lange-Müller: Die Letzten. Aufzeichnungen aus Udo Posbichs Druckerei
Frank Schätzing: Der Schwarm

Es sind also schwierige und weniger schwierige Texte, Bestseller und wenig massenkompatible, aber immer Texte von gewisser Qualität (wer noch Anregungen für interessante Taschenbücher hat: immer her damit!).

Nun geht's an die Planung der Erarbeitungsbegleitung: mehr oder weniger konkrete Aufträge? Mehr oder weniger Hilfen? Mehr oder weniger Kriterien für die Vorstellung im Kurs? Etc. (Macht Laune.)

[Update 2.2.2009: Streichungen und Ergänzungen der obigen Liste sind auf Gespräche hier und anderenorts zurückzuführen.]

Klammerbemerkung.

Eine solche macht man, wenn man nicht weiß, wohin man gucken soll vor lauter Arbeit. Ich hatte das ja vorher schon einmal angesprochen, aber dieser Januar ist insgesamt wirklich kein erholsamer.

Nach den Essays kamen die Zensuren: ja, Zensuren geben (in diesem Fall für die Halbjahreszeugnisse am Beruflichen Gymnasium) macht richtig Arbeit und dauert wirklich lange, wenn man nicht vergessen will, dass eine Zahl für ein halbes Jahr Anstrengung stehen soll. Nebenbei habe ich drei halbe Klassensätze EDV-Arbeiten (Textverarbeitung) korrigiert und begonnen, die Vorschläge für das schriftliche Abitur vorzubereiten, die am Montag in einer Woche fertig sein sollen.

Ich habe dieses Jahr Prüflinge (P3) sowohl in Deutsch als auch in Philosophie. Pro Fach müssen drei Vorschläge ans Ministerium geschickt werden, das diese dann begutachtet und zwei zurückschickt, von denen die S sich am Tag ihrer Prüfung dann einen aussuchen dürfen.

Diese Vorschläge müssen den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) entsprechen, mithin neben der eigentlichen Aufgabe und im Regelfall einem Textauszug, über den geprüft wird, auch noch ausformulierte Erwartungen enthalten, die dann zum Beispiel verdeutlichen sollen, worin der Unterschied zwischen »hinreichend differenzierten« und »umfassend differenzierten« Leistungen der S liegt.

Heute habe ich deshalb nicht – wie eigentlich geplant – die neue Buddenbrooks-Verfilmung gesehen, sondern stattdessen eine (!) der Aufgaben geschrieben.

Ach so: und all das steht hier nur, damit ihr wisst, warum auch ich momentan wenig blogge, obwohl es viel zu sagen gibt.