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Gelesen. Timm.

Uwe Timm: ROT. München: Deutscher Taschenbuch, 2003.

Eine Woche in Dänemark: das heißt außer in die Nordseewellen zu springen, auf der Terrasse ein Pfeifchen zu rauchen, durch Lemvig zu schlendern, in Hjerl Hede Vorstellungen vom Vergangenen zu betrachten, in Thyborøn Fisch zu kaufen und ein, zwei Runden zu laufen, auch: zu lesen.

Ob ROT nun tatsächlich ein so außergewöhnlicher Roman ist wie die Klappentexte versprachen, weiß ich nicht. Die Zeit der 68er samt ihrem Wandel, ihrer wohlbegründeten Widerständigkeit wie ihrer geschmeidigen Anpassungsfähigkeit, ist wohl ganz gut eingefangen – erscheint allerdings die Motivation für dieses Erzählen (der Auftrag für eine Grabrede für einen früheren Kombattanten, die überzeugendste Figur im Ensemble) gerade noch stimmig, ist es die Verknüpfung mit der abgeschmackten wie überflüssigen Altherrenliebesgeschichte des Protagonisten gewiss nicht mehr.

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Stattdessen Rainald Grebe zuhören.

Lesen.

Der Lesende ist potentiell verdächtig; er braucht – zumindest zeitweise – die anderen nicht, muss sich nicht fortwährend durch den Austausch netter Nichtigkeiten seiner selbst vergewissern.

Gelesen: Bradbury.

Ray Bradbury: Fahrenheit 451. München: Heyne, 2000. [Bra00]

Erstaunlich, wie sich dieses Buch hält. Klar, die Geschichte selbst ist sehr plakativ gehalten, sprachlich auch nicht aufregend. Aber wenn Mildred, die Frau des Protagonisten, sehnsüchtig-abhängig von ihrer »Familie« spricht – damals als interaktives, allzeit fröhliches Rundumfernsehen auf niedrigstem Soap-Niveau imaginiert –, dann ist der Schritt von heutigen technisch implementierten »Sozialen Netzwerken« nicht mehr weit.

Interessant auch, dass Faber, einer der Repräsentanten der Literaten (des Lesens Kundigen) nicht unbedingt das Buch als Objekt schätzt: stattdessen geht es um die Inhalte, das konservierte Denken:

»Was Sie brauchen, sind nicht Bücher, sondern einiges von dem, was einst in Büchern stand. Es könnte auch auf Fernsehwänden stehen. Nein, nein, es sind nicht Bücher, was Sie suchen, Sie finden es ebenso gut auf alten Schallplatten, in alten Filmen und in alten Freunden, Sie finden es in der Natur und in Ihrem Innneren. Bücher sind nicht die einzigen Behälter, in die wir Dinge einlagerten, die wir zu vergessen fürchteten.« [Bra00, 99]

Allerdings wird als einer der wesentlichen für die Machthaber furchteinflößenden Aspekte des Buches auch seine »Qualität« genannt. Unklar bleibt, ob sich Faber hier nur auf den Text oder aber auch auf das Buch-Objekt bezieht. Ist letzteres der Fall, wäre es die Haptik und dort insbesondere die Fehlerhaftigkeit (in der Übersetzung steht »Poren«; wieder so ein Fall, in dem ich gern das Original vergleichend heranzöge) des Buches, die das Besondere ausmacht. Ein Schelm, wer nun an die spiegelnden Oberflächen von iPad und Konsorten denkt …

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Gelesen. Bakker.

Gerbrand Bakker: Birnbäume blühen weiß. Berlin: Suhrkamp, 2010.

Okay, es gehört sich nicht, dass da oben »Berlin« und nicht »Frankfurt am Main« steht. Aber solange Suhrkamp Autoren wie Bakker wiederentdeckt (der Titel erschien schon einmal bei Fischer), ist alles in Ordnung.

Eine Brüdergeschichte. Ohne Happy End. Aber zart und liebevoll.

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Serienbriefe mit KOMA-Script und csvtools.

Wenn man – wie in Anselm Lingnaus feinem Buch LaTeX Hacks [bei Amazon angucken] vorgestellt – Serienbriefe mit KOMAscript und Nicola Talbots csvtools fertigen will, sollte man nicht vergessen, in der komma- (bzw. semikolon-) separierten Liste

– die Bezeichnung »Straße« durch »Strasse« und
– alle leeren Felder »;;« bzw. »; ;« durch »;-;« (o. ä.) zu ersetzen.

Sonst geht nämlich gar nichts.