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Neuer Flyer des Fachverbandes Deutsch.

Der Fachverband Deutsch ist eine der beiden Untergliederungen des Deutschen Germanistenverbandes (die andere bilden die Hochschulgermanisten), in der sich die aktiven Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer organisieren. Wir Schleswig-Holsteiner haben gemeinsam mit den Hamburgern einen der umtriebigsten und den größten der Landesverbände.

Nun haben wir auch ein neues (natürlich in LaTeX gesetztes) Informationsblatt, das über die wesentlichen Gründe für den Eintritt informiert und hoffentlich auch noch den kleinen Rest der Nichtmitglieder überzeugt. Da es für das Verteilen an Informationsständen etc. gedacht ist, müsst ihr es nach dem Herunterladen (PDF, 1,3 MB) noch zweiseitig ausdrucken und zweimal falten.

Gelesen. Tellkamp.

Uwe Tellkamp: Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2008.

Zuvor: dieses Buch wird nicht zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Aber es ist auch keines, dessen Lektüre den Leser unberührt entlässt.

Die Geschichte einer bürgerlichen Gegengesellschaft im Dresden der 1980er Jahre erzählt Tellkamp, indem er verschiedene Reflektorfiguren ihren Ausschnitt aus der Wirklichkeit erleben lässt. Dabei scheint der Turm, das über der Stadt liegende Wohnviertel der Protagonisten, zunächst heimeliges Refugium vor den Zumutungen des real existierenden Sozialismus. Diese Sicht allerdings wird rasch zerstört: die vermeintliche Oppositionshaltung wird nur im privaten Rahmen gelebt, nach außen ist Schauspielerei angesagt. Der Staat hat Zugriff auf jeden, der sich ihm nicht durch Flucht entzieht.

Uwe Tellkamp äußert sich in einem Interview überrascht über die Tatsache, dass sein Buch auch im Westen gelesen wird. Tatsächlich ist es vermutlich für im Westen Aufgewachsene wichtiger als für ehemalige DDR-Bürger.

Trotz allfälliger Nörgeleien literarisch geübter Leser (andere überstehen die ersten 100 Seiten ohnehin nicht) ein lohnendes und wichtiges Buch.

(Und nein: mit den Buddenbrooks hat es natürlich nicht viel zu tun.)

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Gelesen: Chwin.

[Ein paar Nachträge aus den Weihnachtstagen:]

Stefan Chwin: Tod in Danzig. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch, 1999.

Noch von der Polen-Leseliste: wie aus Danzig Gdánsk wurde. Der Literaturwissenschaftler Stefan Chwin hat ein berührendes und ehrliches Buch über den Wechsel einer Stadtbevölkerung und die Folgen des Krieges geschrieben.

Der Originaltitel lautet Hanemann, denn Hanemann ist die verbindende Figur des Wechsels: er bleibt nach der Flucht der Deutschen 1945 in Polen, auch wenn er sich Angriffen der neuen polnischen Mitbewohner ausgesetzt sieht. Der dramatisierende deutsche Titel des Buches indessen ist missverständlich, denn weder handelt es sich um einen Kriminalroman noch wird ausschließlich die dunkle Seite beschrieben: was für Deutsche auf der Flucht Verlust und Tod bedeutete, war auf der anderen Seite eben auch Neuanfang und Leben. Beides mitfühlend und unsentimental zu zeigen, darin liegt Chwins Verdienst.

In einer Amazon-Kundenrezension heißt es: »Auch die Originalversion ist ermüdend, denn es wird immer auf die Personen die vorher da waren eingegangen. [...] Wer will so etwas lesen?« – Das erfrischende an den Leserrezensionen ist, dass man genau weiß, einem könnte ein solches Buch gefallen, wenn etwas weniger sensible Zeitgenossen es verreißen: gerade die Verschränkung von Vorher und Nachher zeigt die Bedeutung der Geschichte für die Stadt Gdánsk und ihrer Bewohner.

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Ein frohes neues Jahr ...

... wünsche natürlich auch ich allen Leserinnen und Lesern hier, für die ich gern mehr schriebe; jedoch sind nach Familienfesten und ausgiebigen Feiern mit Freunden in Winsen anne Aller und auch bei uns zuhause derzeit zwei Stapel Klausuren und ein sehr (!) hoher (!) Stapel philosophischer Essays von Schülerinnen und Schülern Gewähr dafür, dass ich nicht mehr weiß, wo ich meinen Kopf zuletzt abgelegt; und die kurze Zeit, die spätabends frei zur Verfügung steht, ist Uwe Tellkamps Der Turm gewidmet.

Gelesen. Schleichert.

CoverHubert Schleichert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren. Anleitung zum subversiven Denken. München: C. H. Beck, 1997. (bsr 1344)

Schleicherts Buch hat leider einen wenig ansprechenden Titel, der die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens eher in Frage stellt, dazu wurde das Buch lieblos und im Ergebnis hässlich gestaltet – Beck beabsichtigt möglicherweise, diese Perle lieber für sich zu behalten als sie zu verkaufen. Warum solltest du das Buch trotzdem erwerben – und lesen?

Schleichert stellt in seinem Buch kurzweilig, aber auf hohem Reflexionsniveau »Elemente der Argumentierens«, »Fallgruben«, »Ideologie, Fanatismus und Argumentation« und »Subversives Argumentieren« (so einige Kapiteltitel) vor, wobei der Leser anhand mannigfacher Exempel viel über Funktionsweise und Gültigkeit unterschiedlicher Argumentationsweisen lernt.

Er verdeutlicht anhand von Beispielen hauptsächlich aus unserem Kulturkreis (die Fundamentalisten sind keineswegs immer woanders), dass es wenig Sinn hat, mit Fundamentalisten direkt zu argumentieren, da sie sich aus rationalen Diskurs meist längst verabschiedet haben. Stattdessen solle in der Tradition Voltaires eine subversive Aufklärung betrieben werden, die eher auf die (potentiellen) Anhänger der Fundamentalisten zielt und ihnen die Folgen fundamentalistischen Denkens verdeutlicht.

Ein empfehlenswertes Buch.

Ein schöner Keks!

2008-11-29_143734Finns Weihnachtsbutterplätzchen – bunt verziert. Der Profilkeks übrigens ist – ich bitte das zu beachten, denn dies ist auch ein literaturbezogener Eintrag –, wie das geübte Auge trotz der Maskerade leicht erkennt, Johann Christoph Friedrich von Schiller, gestochen mit einer original weimaraner Plätzchenform.

Elke Heidenreich: weiterlesen! im Netz.

Wer Elke Heidenreich vermisst hat, kann sie jetzt wiederfinden: da das Fernsehen sie nicht mehr nötig zu haben glaubt, weicht sie auf das Medium aus, das das Fernsehen sowieso über kurz oder lang ersetzen wird: das Internet.

Auf litcolony.de ist Elke Heidenreich jetzt monatlich mit neuen Sendungen zu sehen (diesmal mit Campino von Die Toten Hosen).

Blogs und Deutschunterricht.

Blogs im Deutschunterricht – kein Thema mehr. Denn jetzt gibt es das Blog, das Deutschunterricht ist: Das experimentelle Signifizierungslabor lädt zum Schreiben unter einem ab & an wechselnden Motto (deutschunterrichtlich: thematisch gebundene Schreibaufgabe, Schreiben nach Impuls) ein – diesmal »Dinge vor dem Fenster, die sich bewegen«. [Via Mosaikum 1.0]