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Gelesen. Wedekind.

Frank Wedekind: Frühlings Erwachen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2009

Die erste Schullektüre für meinen Deutsch-GK. (Wieder ein Band aus der Suhrkamp BasisBibliothek [eigentümliche Orthographie von Suhrkamp], die mit ihren kommentierten, mit Wort- und Sacherklärungen versehenen Texten zur Zeit meine bevorzugte Reihe bei der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ist.)

In einer anderen Welt wird Juli Zeh mal Ministerin. Justiz oder Inneres. Mal sehen. Und sie wird sich nicht korrumpieren lassen.

Man freut sich ja immer, wenn man etwas Gutes liest – die kluge Juli Zeh zum Umgang mit der Terrorangst.

(Schon Cicero ist nicht mehr so klug – oder was soll man von einem Magazin halten, das ein Interview »›Bürgerrechte werden gezielt abgebaut‹« betitelt, in dem die Interviewte »Deswegen mag ich nicht so richtig sagen, Bürgerrechte werden gezielt abgebaut [...]« sagt?)

Für den Abzug aus Afghanistan …

… sprechen sich Unterzeichner eines im Freitag erscheinenden Appells aus. Es sind dies (noch zu wenige, aber immerhin): Daniela Dahn, György Dalos, Dietmar Dath, Thomas Dörschel, Gretchen Dutschke-Klotz, Jürgen Flimm, Peter Hamm, Christoph Hein, Inga Humpe, Elfriede Jelinek, Marianne Koch, Friedrich Küppersbusch, Sarah Kuttner, Dirk von Lotzow, Thomas Ostermeier, Tim Renner, Harry Rowohlt, Horst Eberhard Richter, Charlotte Roche, Ruben Jonas Schnell, Friedrich Schorlemmer, Katharina Thalbach, Martin Walser, Roger Willemsen und Feridun Zaimoglu.

Es wird Zeit, dass auch die SPD-Oberen mal in die Puschen kommen und begreifen, dass ihre Basis diesen Krieg nicht will.

(Auch aus der Eutiner Kaserne starten dieser Tage wieder Soldaten nach Kundus. Natürlich wünscht man, dass sie wohlbehalten zurück kommen. Noch besser wäre es allerdings, sie dürften gleich hier bleiben.)

Gelesen. Delius.

Friedrich Christian Delius: Die Frau, für die ich den Computer erfand. Berlin: Rowohlt Berlin, 2009.

Einem Journalisten wird von einem alten Herrn die Geschichte von der Erfindung des Computers erzählt. – Salopp vermerkt der Verlag auf dem Klappentext, es handele sich bei dem alten Herrn um Konrad Zuse – Delius selbst geht nicht so weit, sondern verdeutlicht mehrfach, dass es sich um eine fiktive Figur handelt. Diese allerdings ist interessant, sei es in ihrer Nähe zur Literatur, sei es in ihrer Zuneigung zum musenhaften Traumbild Ada Lovelace'.

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»Snow Leopard« und DeskJet 990 cxi.

Und wer sich kurzzeitig darüber ärgert, dass Hewlett-Packard den Treibersupport für einen nur ein paar Jahre alten, dabei tadellos funktionierenden Drucker (s. o.) aufgibt, freut sich bald, dass der beim Betriebssystem-Update mit installierte Gutenprint-Treiber mindestens ebenso gut funktioniert (merkt sich jedoch gleichwohl, welche Firma beim nächsten Hardwarekauf zu meiden ist).

Laufen: 300.

Mit diesem Lauf um den Großen Eutiner See werden die 300 km voll – es ist noch warm, aber die abendliche Stimmung lässt den Herbst schon ahnen.

Gelesen. Eco.

Umberto Eco: Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana. München: Hanser, 2004.

Dieser Eco-Roman war mir bislang entgagen – nun stieß ich auf ihn, weil er in irgendeinem Sekundärtext zu Comics erwähnt wurde. Der Protagonist behandelt seinen unfallbedingten Gedächtnis- und Identitätsverlust, indem er durch die Lektüre seiner Kinder- und Jugendliteratur (mithin meistenteils Comics und Triviales) seine Erinnerung wiederzufinden versucht.

»In den nächsten Tagen fragte ich mich, wie gespalten das Ich eines Kindes gewesen sein mußte, das den Nachrichten von nationaler Glorie ausgesetzt war und gleichzeitig über den Londoner Nebel phantasierte, in dem es Fantomas begegnete, der sich mit Sandokan schlug, in einem Hagel von rostigen Nägeln, die den wohlerzogen-perplexen Landsleuten von Sherlock Holmes die Brust durchbohrten und die Arme und Beine abtrennten – und nun erfuhr ich, daß mir in denselben Jahren das Radio als Lebensideal einen wenig anspruchsvollen Buchhaltertyp präsentierte, der nur vom stillen Glück eines Häuschens im Grünen träumte.« (Ebd., 188)

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Kleinkredite vergeben per KIVA.

Spätestens seit Muhammad Junus im Jahr 2006 den Friedennobelpreis bekam, hat jeder vom System der Kleinstkredite als Hilfe zur Selbsthilfe in weniger entwickelten Regionen der Erde gehört. In einem (leider vergessenen) Blog (wieder begegnet: es war Nach Dienstschluss) entdeckte ich in einer Randspalte eine Anzeige für KIVA (hier geht's zu KIVA Deutschland), eine gemeinnützige Organisation, die diese Systeme fördert, indem sie sie mit privaten Kreditgebern in der »ersten Welt« verbindet.

Das finde ich pfiffig, und deshalb habe ich das vor zwei Monaten auch ausprobiert. Ich habe mir in der Auswahl an Projekten einige ausgesucht, die mir besonders unterstützenswert erschienen.

Beispiel für ein solches Projekt: eine Frau in Nicaragua »works with much enthusiasm and the desire to get ahead. She makes and sells food. She sells the food herself at her site. She has been in this business for 20 long years, and she has gained a lot of experience making food. Therefore, she has a lot of people come to her site daily to buy the delicious food that she prepares.« Diese Frau erbat einen Kredit von US$ 525 »to buy raw materials to make food«. Dieses Geld wolle sie in 5 Monaten zurückzahlen.

Selbstverständlich könnte nun jemand, der 525 Dollar übrig hat, diesen Kredit komplett finanzieren. Stattdessen aber hat Kiva ein System aufgebaut, das es den Kreditgebern ermöglicht, in 25-Dollar-Schritten Geld zu verleihen. Ich habe also 25 Dollar verliehen, Kiva gibt diese (ohne Verluste!) an eine lokale Kleinkreditorganisation weiter, die das Geld vor Ort an die Kreditnehmerin vergibt und auch auf die Rückzahlung achtet. All dies wird im Einzelnen vorab beschrieben und dokumentiert.

Über den RSS-Feed des Projekts wird der Kreditgeber auf dem Laufenden gehalten – heute erfuhr ich, dass die Frau fristgerecht ihre zweite Rate bezahlt hat.

Zum ersten Mal auf dem Golfplatz!

2009-07-26_115638_P2Nicht etwa, weil wir spielen wollten, sondern weil der Public Footpath quer über den Platz führte.

Mit nebenstehendem Schild und Aufschriften wie »Danger! Golfballs from the Left!« wird der unbedarfte Wanderer dann vor den Tücken unkontrollierter Golferbemühungen gewarnt.