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Medienkompetenz I: die Wikipedia.

Da Schülerinnen und Schüler der Bequemlichkeit halber häufig als einzige Recherchequelle die Wikipedia nutzen, ist Pflichtlektüre für Lehrkräfte Kristian Köhntopps Beitrag Wie man einen Wikipedia-Artikel... liest.

Was die Lehrkraft dort versteht, mag sie seinerseits wieder didaktisch reduzieren und so den S am fachlich relevanten Beispiel erfahrbar machen – notwendig aber ist es allemal, mit den S mögliche Kriterien zu erarbeiten bzw. ihnen solche zu nennen, damit die S selbständig die Qualität eines Artikels zu beurteilen lernen.

Die Namen der Legosteine.

2009-04-07_113245Den Artikel A Common Nomenclature for Lego [via The Brick Time] werde ich in meiner nächsten Sprachphilosophie-Einheit benutzen. Dass er nur in englischer Sprache verfügbar ist, kann sich als Vorteil herausstellen, denn so kann zunächst oder in einem zweiten Schritt nach den eigenen Bezeichnungen der S gefragt werden. Letztlich geht es natürlich um Fragen wie dem Zusammenhang zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem, den Bildern im Kopf, dem Zusammenhang zwischen Sprache und Denken etc.

Kann ich einen Stein finden, dessen Bezeichnung ich genannt bekomme, den ich aber noch nicht gesehen habe?

(Und sollte sich herausstellen, dass die armen Kinder nicht mit Lego spielen durften und daher gar nicht wissen, wovon ich rede, muss wohl eine handlungsorientierte Phase her. Das ist für kopflastige Kurse des 13. Jahrgangs sicher nicht verkehrt ...)

Gelesen. Nowotny/Testa.

Helga Nowotny und Giuseppe Testa: Die Erfindung des Individuums im molekularen Zeitalter. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch, 2009.

Winterahnung.

Beim morgendlichen Lauf sind die Felder weiß bereift, die Sonne beleuchtet die Kälte golden, Bucheckernhülsen werfen lange Schatten auf den Wegen. Das Reh blickt so erstaunt auf wie die Gallowayrinder, das zahme Wildschwein an der Försterei schnauft bedenklich.

Klausuren und Sibylle Berg.

So, letzte Klausuren dieser Ferien unterrichtsfreien Zeit korrigiert, Zensuren druntergeschrieben und gut is'. Nun noch rasch eine Das-sind-die-Fehler-und-so-könnte-man's-besser-machen-Präsentation basteln und die Dienstagsstunde ist fertig.

Die Klausur behandelte übrigens einen Kurztext von Sibylle Berg. Wenn man an Twitteraccounts etwas gut finden will, dann vielleicht den der Autorin. (Ich hab' ihn allerdings ganz old-school-mäßig per RSS abonniert. Erspart einem, zum »Follower« zu werden.) Dann wird auch gleich klar, dass viele der moralinsauren Lehren aus der Geschichte, die die S extra für den Deutschlehrer konstruierten und »rausinterpretierten«, vermutlich nicht ganz den Kern treffen.

Merksatz für die nächste Deutscharbeit also: Autoren sind immer mindestens drei Größenordnungen cooler als der Deutschlehrer, der ihre Geschichten mitbringt.