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Gelesen. Müller.

Herta Müller: Herztier. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 2009.

(Ich habe ja immer ein schlechtes Gewissen, wenn das Nobelpreiskomitee eine Schriftstellerin aussucht, die ich noch nicht gelesen habe, und es wird noch etwas größer, wenn bei der Wiedergutmachung des Versäumnisses kein Gefallen eintritt, wie es beispielsweise bei Orhan Pamuk geschah, zu dem ich keinen Zugang fand; Herta Müller aber habe ich mit schlechtesten Erwartungen begonnen, befürchtete triste Betroffenheitsnotizen, weil es ja nur ein einziges Lebensthema zu sein scheint, an dem sie sich abarbeitet, und bin nach der Lektüre dieses Buches überzeugt von ihrem Schreiben, das ein zutiefst poetisches ist: Literatur als Halt im Leben, Literatur gegen das unschöne Leben, Literatur zur Bewahrung des Guten und des Bösen, sodass ich nun ahnen zu können glaube, wie das war in Rumänien und mit der Securitate und mit den Leuten und den Menschen.)

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Medienkompetenz I: die Wikipedia.

Da Schülerinnen und Schüler der Bequemlichkeit halber häufig als einzige Recherchequelle die Wikipedia nutzen, ist Pflichtlektüre für Lehrkräfte Kristian Köhntopps Beitrag Wie man einen Wikipedia-Artikel... liest.

Was die Lehrkraft dort versteht, mag sie seinerseits wieder didaktisch reduzieren und so den S am fachlich relevanten Beispiel erfahrbar machen – notwendig aber ist es allemal, mit den S mögliche Kriterien zu erarbeiten bzw. ihnen solche zu nennen, damit die S selbständig die Qualität eines Artikels zu beurteilen lernen.

Die Namen der Legosteine.

2009-04-07_113245Den Artikel A Common Nomenclature for Lego [via The Brick Time] werde ich in meiner nächsten Sprachphilosophie-Einheit benutzen. Dass er nur in englischer Sprache verfügbar ist, kann sich als Vorteil herausstellen, denn so kann zunächst oder in einem zweiten Schritt nach den eigenen Bezeichnungen der S gefragt werden. Letztlich geht es natürlich um Fragen wie dem Zusammenhang zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem, den Bildern im Kopf, dem Zusammenhang zwischen Sprache und Denken etc.

Kann ich einen Stein finden, dessen Bezeichnung ich genannt bekomme, den ich aber noch nicht gesehen habe?

(Und sollte sich herausstellen, dass die armen Kinder nicht mit Lego spielen durften und daher gar nicht wissen, wovon ich rede, muss wohl eine handlungsorientierte Phase her. Das ist für kopflastige Kurse des 13. Jahrgangs sicher nicht verkehrt ...)

Gelesen. Nowotny/Testa.

Helga Nowotny und Giuseppe Testa: Die Erfindung des Individuums im molekularen Zeitalter. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch, 2009.

Winterahnung.

Beim morgendlichen Lauf sind die Felder weiß bereift, die Sonne beleuchtet die Kälte golden, Bucheckernhülsen werfen lange Schatten auf den Wegen. Das Reh blickt so erstaunt auf wie die Gallowayrinder, das zahme Wildschwein an der Försterei schnauft bedenklich.