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Atom und Solar.

Bezüglich der von der Regierung verkündeten Unternehmensverlautbarungen über die Verlängerung der Reaktorlaufzeiten gegen jede nicht konzerneigene Vernunft würden andere möglicherweise bemerken, sie könnten »gar nicht so viel fressen, wie sie kotzen möchten« – und da ist ja einiges dran, so viel jedenfalls, dass ich über diese Mischpoke, die da in Berlin Politik persifliert, vor Ekel gar nicht schreiben kann; im The European jedenfalls wird die andere Seite der Rechnung aufgemacht, nämlich die Bedeutung für die Solarindustrie: Sargdeckel zu, Solarstrom tot.

Gelesen. Franzen.

Jonathan Franzen: Freiheit. Reinbek: Rowohlt, 2010.

Titelbild "Freiheit" Arg gezweifelt an dem Buch habe ich auf den ersten 100 Seiten – es ist so unwiderständig zu lesen, scheint so glatt, realistisch abschildernd, als sei in den letzten hundert Jahren nichts gefunden worden an neuen Erzählverfahren. Fast schon geärgert hätte ich mich über den Kauf.

Doch je länger ich mich in die Geschichte der Familie Berglund (die nach dem ersten Teil des Buches hätte auserzählt sein können) hineinbegab, desto überzeugender wird die Erzählweise Franzens: sprachlich zwar nicht rebellisch, aber poetisch und nie nachlässig, formal zwar nicht experimentell, aber perspektivisch wechselnd, Chronologie durchbrechend und verschachtelt … er kann was, der Franzen, und hat etwas zu erzählen: vom Leben verschiedener Figuren, ihrem Scheitern, ihren missglückten Kommunikationsversuchen, ewigen Missverständnissen und Unzulänglichkeiten, derer sie sich selbst meist schmerzlich bewusst sind, ohne sie indes überwinden zu können. Psychologisch genau geschilderte Auseinandersetzungen zwischen Eheleuten, Kindern, Heranwachsenden, Eltern und anderen Liebenden und Leidenden finden sich ebenso wie die großen Lebenslügen, all dies vor dem gesellschaftspolitischen Geschehen der Bush-, Clinton- und Bush-Jahre und in der Hoffnung auf den nächsten Präsidenten Obama.

Neben all dem, was da im Negativen so zutreffend und gültig beschrieben wird, nimmt das Buch daher in durchaus sentimentaler Weise ein glückliches Ende. Das scheint möglicherweise nicht jedem Leser stimmig. Ist aber schön.

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(Korrekturen, das ich damals des Hypes wegen nicht lesen wollte, ist bestellt.)

MacTeX 2010 / TeXLive 2010.

MacTeX – die um Mac-spezifische Programme ergänzte, ansonsten aber unmodifizierte Distribution von TeXLive – steht in einer neuen Version zum Herunterladen zur Verfügung. Weitere Informationen sind auf der Informationsseite zu MacTeX 2010 nachzulesen.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen direkt und indirekt an der Arbeit Beteiligten zu danken: das Ergebnis gibt mir wie vielen anderen Nutzern die Möglichkeit, mit LaTeX ein hohen typographischen Ansprüchen genügendes Satzprogramm zu nutzen, das in seiner Vielfältigkeit und Erweiterbarkeit seinesgleichen sucht.

Seit ich vor inzwischen vier Jahren mein Arbeiten mit Texten von Word auf LaTeX umgestellt habe, sehen nicht nur die Unterlagen besser aus, sondern ich habe auch mehr Spaß (darf man das eigentlich verraten?) an der Erstellung der Dokumente. Dass ich als des Programmierens und ähnlicher technischer Gepflogenheiten gänzlich Unkundiger nebenbei noch eine Menge über die Funktionsweise eines logischen Markup-Systems lerne, ist ein positiver Nebeneffekt.

Seit Jahren und Jahrzehnten wird dieses komplexe Programmkonglomerat von meist unbezahlten Freiwilligen gepflegt, erweitert und dokumentiert sowie neue und alte Nutzer unterstützt – dieses Engagement und das Ergebnis des Unterfangens sind für mich schon etwas Besonderes, für die ich den Leuten in der TeX-Community sehr dankbar bin.

Herbst.

Das Haus ist fertig gemalt (Holzhäuser brauchen von Zeit zu Zeit einen neuen Anstrich), die Holzvorräte aufgestockt (wenn auch noch nicht vollständig gespalten), die Astern blühen schon, die Alkmene röten sich, die ersten Kornelkirschen sind geerntet und verarbeitet … am Schreibtisch wird's kalt und ich muss die Heizung wieder einschalten.

Rundbrief 42.

Auch der Rundbrief (42) 2010 des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband – Landesverband Schleswig-Holstein steht inzwischen offiziell zum Download zur Verfügung – wem die dort vorhandene Version zu stark komprimiert erscheint, kann hier das nicht komprimierte PDF (gut 8 MB) bekommen.

Wie sich von selbst versteht, bekommen Mitglieder des Verbands natürlich die fein gedruckte Version, die noch viel schöner ist. (Hier kann man online beitreten, hier gibt's das Beitrittsformular als PDF.)

Zum Inhalt von meiner Seite: schrieb ich im letzten Rundbrief über Moodle, habe ich im Rundbrief 42 einen Blick auf das Web 2.0 für Deutschlehrer geworfen. Ein Editorial vom Redakteurssetzer (oder wie das heißt) gibt's natürlich auch.

(Und ja: natürlich wieder gesetzt in LaTeX, Titelseite mit Scribus.)

Über den Wert von Reputation.

Zu Leander Wattigs gleichnamigem Artikel schrieb ich:

»Dann haben sie zwar nichts Negatives in der Hand. Allein schon das Fehlen von Positivem wirkt aber verdächtig.«

Mit viel Zustimmung habe ich Deine Unternehmungen im Hinblick auf die Vernetzung von Branchenteilnehmern beobachtet. Auch braucht die eine oder andere Buchhandlung sicher mal einen kleinen Kick, um ihr Potential im Netz zu erkennen. Mit dem Gedanken oben gehst Du jedoch einen Schritt zu weit.

Der – auch implizite – Zwang zur privaten Teilnahme am Netzleben ist fragwürdig, ein Verdachtsmoment aus dem Fehlen von Informationen zu konstruieren ist im technokratischen Denken sicher stimmig (auch eine Lücke ist eine Information), einer zivilen Gesellschaft aber alles andere als zuträglich.

Das Netz als Instrument gesellschaftlicher Teilhabe soll neue Möglichkeiten eröffnen, nicht neue Zwänge schaffen.

Gelesen. Peltzer.

Ulrich Peltzer: Teil der Lösung. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch, 2009.

Christian trifft Nele, die ihm zunächst aggressiv begegnet; gleichwohl werden die beiden allmählich zu einem Liebespaar (was erfreulich ehrlich und unkitschig, gleichwohl gefühlvoll geschildert wird; bis zu diesem Punkt muss sich der Leser allerdings schon durch das halbe Buch voller belangloser Alltagssorgen Christians durcharbeiten). Da Nele allerdings einer zunehmend gewaltbereiten Gruppe von Systemgegnern angehört, verbirgt sie ihm einen Teil ihres Lebens.

Gegen Ende des Buches allerdings beginnt Christian zu ahnen, dass Nele – aus ihm unbekannten Gründen – von der Polizei einer Straftat verdächtigt wird. Wenn es nun – wie der Klappentext suggeriert – um die Frage geht, ob Christian, Protagonist der Geschichte, Teil der Lösung sein möchte oder Teil des Problems, warum wird diese Frage dann bestenfalls auf den letzten paar Seiten angedeutet?

[Spoiler, daher Rot13: Haq jvrfb vfg rf – trfpuvyqreg nhs qra yrgmgra orvqra Frvgra – Aryr, qvr qneüore orsvaqrg, qvr Ormvruhat jrvgremhsüuera, haq jvrfb yvrtg qvrfr Ragfpurvqhat avpug va Puevfgvnaf Irenagjbeghat, jnf nyyrva rvara qra Gvgry haq Xynccragrkg erpugsregvtraqra Xbasyvxg ragfgrura yvrßr?]

Trotz (oder wegen) gelungener Passagen: ärgerlich.

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