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Gelesen: Bradbury.

Ray Bradbury: Fahrenheit 451. München: Heyne, 2000. [Bra00]

Erstaunlich, wie sich dieses Buch hält. Klar, die Geschichte selbst ist sehr plakativ gehalten, sprachlich auch nicht aufregend. Aber wenn Mildred, die Frau des Protagonisten, sehnsüchtig-abhängig von ihrer »Familie« spricht – damals als interaktives, allzeit fröhliches Rundumfernsehen auf niedrigstem Soap-Niveau imaginiert –, dann ist der Schritt von heutigen technisch implementierten »Sozialen Netzwerken« nicht mehr weit.

Interessant auch, dass Faber, einer der Repräsentanten der Literaten (des Lesens Kundigen) nicht unbedingt das Buch als Objekt schätzt: stattdessen geht es um die Inhalte, das konservierte Denken:

»Was Sie brauchen, sind nicht Bücher, sondern einiges von dem, was einst in Büchern stand. Es könnte auch auf Fernsehwänden stehen. Nein, nein, es sind nicht Bücher, was Sie suchen, Sie finden es ebenso gut auf alten Schallplatten, in alten Filmen und in alten Freunden, Sie finden es in der Natur und in Ihrem Innneren. Bücher sind nicht die einzigen Behälter, in die wir Dinge einlagerten, die wir zu vergessen fürchteten.« [Bra00, 99]

Allerdings wird als einer der wesentlichen für die Machthaber furchteinflößenden Aspekte des Buches auch seine »Qualität« genannt. Unklar bleibt, ob sich Faber hier nur auf den Text oder aber auch auf das Buch-Objekt bezieht. Ist letzteres der Fall, wäre es die Haptik und dort insbesondere die Fehlerhaftigkeit (in der Übersetzung steht »Poren«; wieder so ein Fall, in dem ich gern das Original vergleichend heranzöge) des Buches, die das Besondere ausmacht. Ein Schelm, wer nun an die spiegelnden Oberflächen von iPad und Konsorten denkt …

Buch bei Amazon angucken.

Gelesen. Bakker.

Gerbrand Bakker: Birnbäume blühen weiß. Berlin: Suhrkamp, 2010.

Okay, es gehört sich nicht, dass da oben »Berlin« und nicht »Frankfurt am Main« steht. Aber solange Suhrkamp Autoren wie Bakker wiederentdeckt (der Titel erschien schon einmal bei Fischer), ist alles in Ordnung.

Eine Brüdergeschichte. Ohne Happy End. Aber zart und liebevoll.

Bei Amazon angucken.

Serienbriefe mit KOMAscript und csvtools.

Wenn man – wie in Anselm Lingnaus feinem Buch LaTeX Hacks [bei Amazon angucken] vorgestellt – Serienbriefe mit KOMAscript und Nicola Talbots csvtools fertigen will, sollte man nicht vergessen, in der komma- (bzw. semikolon-) separierten Liste

– die Bezeichnung »Straße« durch »Strasse« und
– alle leeren Felder »;;« bzw. »; ;« durch »;-;« (o. ä.) zu ersetzen.

Sonst geht nämlich gar nichts.

Der Bundespräsident tritt mit sofortiger Wirkung zurück.

Tscha, nach Koch und Horst Köhler sollten nun eigentlich Frau Merkel und der Westerwelle Einsicht zeigen ...

(Ob dieser Rücktritt begründet ist, kann Horst Köhler vermutlich am Besten beurteilen. Allein die Kritik an seiner Äußerung zur Bundeswehr als Schutztruppe deutscher Wirtschaftsinteressen kann es nicht gewesen sein. Da hat er über die Jahre schon Heftigeres hören müssen.

Stellen wir uns Herrn Köhler als einsichtsfähigen Menschen vor, ist es möglicherweise der nachträgliche Schrecken vor der eigenen Chuzpe, der in dieser Entscheidung deutlich wird. In seiner Erklärung allerdings steht der entscheidende Satz »Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten« allein, er ist nicht kausal mit einer der anderen Aussagen oder gar dem Einräumen einer Verfehlung, wie man es bei Margot Käßmann sehen durfte, verknüpft.

Daher erscheint mir der Rücktritt als eine von Arroganz nicht ganz freie private Entscheidung in der Haltung, dies (die in einer pluralistischen demokratischen Gesellschaft selbstverständlich mögliche Kritik an einer konkreten Äußerung des Staatsoberhaupts) müsse man sich als Horst Köhler nicht antun (lassen).)

Kaum vorstellen kann ich mir allerdings, dass wir bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen in der Bundesversammlung einen besseren Bundespräsidenten bekommen werden als Köhler es gewesen ist.

Tschüß, Zuckerberg.

Ich habe mir Facebook eine Weile angesehen und weiß nun: es ist nichts für mich. Facebook arbeitet gegen die Idee eines freien Netzes, das ich für wünschenswert halte. Und so nehme ich den Quit Facebook Day zum Anlass, mich dort und gleich auch bei XING abzumelden (siehe auch jetzt und schneeschmelze).

Ich brauche diese Netzwerksimulationen nicht.

[Siehe auch meinen Kommentar hier.]

Auch mal ’ne Idee.

»wenn man also von den reichsten 10% der bevölkerung [Deutschlands] einen einmaligen solidaritätszuschlag von 15% einfordern würde, und dies würde sie beileibe nicht in die armut treiben, stünden mit einem schlag 810 milliarden € zur verfügung.
damit könnte die hälfte aller schulden deutschlands bezahlt werden« [reset.to]

Martin Gardner.

Dass Martin Gardner auch mathematisch orientierter Kolumnist (etc.) war, habe ich erst später erfahren. Zunächst mal war er derjenige, der mir in der Marginalienspalte von The Annotated Alice – 1986 für Ir£ 4.86 im Mercier Book Shop in Cork gekauft und inzwischen der fragwürdigen Klebebindung wegen mehrteilig – Lewis Carrolls Alice-Texte vorstellte als solche, die mehr waren als nur ein albernes Kinderbuch.

Nun ist er gestorben.