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Gelesen. Roth.

Philip Roth: Nemesis. München: Hanser, 2010.

Routiniert, aber nicht so überzeugend wie andere Titel Roth', diese Geschichte des Sportlehrers Bucky Cantor, der in den letzten Kriegsjahren auf eine Polioepidemie reagieren muss – und scheitert.

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Datenkrake

Aaarrrrgh! Also, zur Abwechslung schreibt mal Kind 1, denn Kind 1 ist, wie es im Zeitmagazin mal so schön hieß, in seiner kommunistischen Phase. Deswegen liest Kind 1 seit einiger Zeit die taz und findet das meiste gut und berechtigt. Heute morgen las das Kind 1 in der sonntaz, dass die Mehrheit der EU-Staaten jetzt zur Sicherheit und Terrorismusbekämpfung die Daten aller Menschen, die in Flugzeugen europaweit herumfliegen wollen, bis zu FÜNF JAHRE "zu Sicherheitszwecken speichern und analysieren" möchten. Noch spricht sich Deutschland angeblich dagegen aus. Aber auf diese Art soll es also noch in fünf Jahren möglich sein, festzustellen, Wer-Wann-mit Wem-Wohin geflogen ist.

Um in Hanjos Art weiterzusprechen: Gelesen: Ilija Trojanow, Juli Zeh: Angriff auf die Freiheit. Gut, die Autoren dieses Buches hauen kräftig und energisch in immer die gleiche Sparte, aber wenn man so etwas ausfiltert, bleiben genug erschreckene Details zurück.
Woher kommt das? Kann man mit Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen etwa Autounfälle verhindern? Und wieso meinen dann manche Menschen (Politiker), trotzdem so Anschläge verhindern zu können?

Als ich neulich meinen ersten Ausweis bekommen habe, habe ich all seine Internetfunktionen abschalten lassen. Auch den (noch) freiwilligen Fingerabdruck habe ich nicht abgegeben.

Mir ist das hier alles zuviel Datenspeicherung.

Gelesen. Mankell.

Henning Mankell: Der Chronist der Winde. München: Deutscher Taschenbuch, 2002.

»Warum hat die Barbarei immer so ein menschliches Gesicht, das die Barbarei so unmenschlich macht?« (Ebd., 72)

Gelesen. Vargas Llosa.

Mario Vargas Llosa: Das böse Mädchen. Berlin: Suhrkamp Taschenbuch, 2007.

Das »böse Mädchen« (aus ärmsten Verhältnissen stammende lebenslange Liebe des »guten Jungen«, des Ich-Erzählers) kehrt nach Höhenflügen in Reichtum und Glanz schließlich gedemütigt, vom Leben geschlagen zu jenem zurück: fragwürdige Moral eines in seinen vermeintlich zufälligen, schicksalhaft verstandenen Begegnungen arg konstruiert wirkenden Romans. Gelungen dabei die psychologisch genaue Schilderung des in Lügen blühenden Wesens, der Ambivalenz des mal Nähe suchenden, mal Ferne erzwingenden Charakters des »bösen Mädchens«.

Stromanbieter (spätestens) jetzt wechseln.

Atomkraft? – nein danke! ButtonWer (wie ich) lange Zeit zu schlunzig war, privat aus dem Verbrauch von Atomstrom auszusteigen, sollte (wie ich) das aktuelle Geschehen zum Anlass nehmen, auch mit der Stromrechnung abzustimmen.

Der Standardstrom der Stadtwerke Eutin, bei denen wir Kunden sind, ist zusammengesetzt aus »21,2% (24,9%) Kernkraft, 48,9% (57,8%) fossilen und sonstigen Energieträgern sowie 29,9% (17,3%) erneuerbaren Energien […]. Damit sind 426 g/kWh (508 g/kWh) CO2-Emissionen und 0,00118 g/kWh (0,0007 g/kWh) radioaktive Rückstände verbunden« [Zahlen in Klammern kennzeichnen den bundesweiten Durchschnitt und beziehen sich auf das Basisjahr 2009; Zahlen SWE].

Heuer wusste ich ausnahmsweise mal, wo unsere letzte Stromrechnung lag und konnte Anbieter und Preise vergleichen. Ein erster Weg geht zu Atomausstieg selber machen. Auf dieser Seite finden sich Links zu überregionalen Anbietern.

Nach dem Motto »Think globally, act locally« habe ich dann mal bei unseren hiesigen Stadtwerken, die zu 100 % im städtischen Besitz sind, nachgesehen und stellte fest, dass diese einen Tarif (SWE Natur) anbieten, für den man Strom bekommt, der je zur Hälfte aus Wind- und Wasserkraft gewonnen wird. Die SWE, die selber kein Stromproduzent sind, kaufen diesen Strom wie die anderen Stromarten auf dem Strommarkt – entscheiden sich mehr Kunden der SWE für Ökostrom, bilden die SWE dieses Kaufverhalten nach. Es wird also auf dem Strommarkt die Nachfrage verändert. (Eine weitere Überraschung war, dass der Tarif bei unserem jährlichen Familienverbrauch von 3700 kWh sogar ein paar Euro günstiger ist als der bisherige.)

Der Tarifwechsel hat inklusive Unterschrift keine Viertelstunde gedauert. Künftig ist unser Haushalt atomstromfrei.