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Wie geht’s weiter mit der Schule? (2)

Zu einem Gastbeitrag in Herrn Larbigs Blog, den ich in der korrekturreichen Zeit vor Weihnachten wohl übersehen hatte, schrieb ich:

[…] Aus der Entstehung neuer medialer Werkzeuge zu folgern, dass diese nun ausschließlich benutzt werden müssten und die alten Medien obsolet seien, ist Unfug.

Als Lehrer textlastiger Fächer sehe ich nicht die Möglichkeit (und nein, ich halte dies auch nicht für ein Ideal), alle Texte aus dem Unterricht zu verbannen und nur noch über Grafiken und Videos zu lernen. Für das Lesen von Text gibt es aber nach wie vor kein besseres Medium als Papier. (Und ja, ich wünsche mir zu jeder Schullektüre, die die S im Buchhandel kaufen und bei mir im Unterricht nutzen, die kostenlose Dreingabe des Textes als Datei, um auch mit dem Rechner mit dem Text arbeiten zu können.)

(Und ja: ich wünsche mir auch eine medial optimal ausgestattete Schule, an der wir die freie Wahl der Medien haben. Zu den Bedingungen dafür habe ich hier etwas geschrieben […].)

Die Anstrengung des Arbeitens mit Texten allerdings ist eine, die in meiner vorgestellten medial optimal ausgestatteten Schule erhalten bliebe. Knifflige Gedanken wollen erarbeitet werden – man lernt nur wenig im Vorübergehen.

Gelesen. Feuchtwanger.

Lion Feuchtwanger: Erfolg. Berlin/Leipzig: Volk und Welt, 1950. (Bibliothek fortschrittlicher deutscher Schriftsteller)

Gelesen auf die Darstellung Feuchtwangers in Modicks Sunset hin. – Feuchtwangers Buch ist weniger gut gealtert als zeitgenössische etwa Thomas Manns; zu viel belanglose Schilderungen lassen hervorragende Momentaufnahmen weit in den Hintergrund treten. Interessant ist die Lektüre als Schlüsselroman.

Vorratsdatenspeicherung (wieder einmal).

Wenn eine zentrale Macht wirklich alles einsehen könnte, wäre das nicht unheimlich praktisch? Ja, so praktisch wie die Abschaffung des Briefgeheimnisses. Und auch so unheimlich.

[Sascha Lobo in Angst essen Freiheit auf]

(Dass diese Möglichkeiten gar nicht erst geschaffen werden dürfen, sollte gerade in diesen Tagen jedem deutlich sein: wenn Verfassungsschutzbehörden nicht mehr wissen wollen, dass bestimmte Einsatzarten von Software gegen geltendes Recht verstoßen, Kultusministerien fragwürdige Klauseln in Urheberrechtsregelungen übersehen und selbst langweilige Bundespräsidentendarsteller anlässlich eines simplen Hauskredits das Grundgesetz vergessen und missliebigen Journalistendarstellern bei der Bild Konsequenzen androhen, erschließt sich leicht die Gefahr zu weit reichender Überwachungsinstrumente.)