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Google Art Project.

In einem Kommentar drüben bei DeutschKunst schrieb ich:

»Ich finde es großartig, über das Google Art Project die spezielle Art einer Pinselführung, Farbgebung oder andere Details nicht mehr nur behaupten, sondern auch zeigen zu können, dabei so weit ans Bild heranzuzoomen wie es kein Museumspersonal der Welt erlaubte.

Aber nein: natürlich ersetzt das nicht den echten Museumsbesuch. Der Wow!-Effekt, den auch Schüler verspüren, wenn sie die ihnen als Abbildung ausreichend bekannte Nachtwache dann mal in Amsterdam im großen Original sehen, ist durch nichts zu ersetzen.

Daher: ›Noch bei der höchstvollendeten Reproduktion fällt eines aus: das Hier und Jetzt des Kunstwerks – sein einmaliges Dasein an dem Orte, an dem es sich befindet.‹ [Benjamin, ebd.] Anders als Benjamin dann aber ausführt, erlebe ich (nicht nur bei mir) den Fortbestand der von ihm beschriebenen Aura über alle Reproduktionen hinweg, die eben doch nur sind, was sie sind.«

Baru bei Arte.

Eine Kurzvorstellung des Comicautors Baru hier, ein ausführliches Porträt lief gestern abend in der Sendung Metropolis bei Arte. Heute wird die Sendung am späten Nachmittag wiederholt.

(In derselben Sendung übrigens auch ein Film über Yael Naïm, deren Song »New Soul« in der Apple MacBook Air-Werbung zu Bekanntheit gelangte, und ihre Zusammenarbeit mit David Donatien.)

Beim abendlichen Blättern und Falten.

Nicht vergessen sollte, wer die Zeit nicht im Abonnement bezieht, beim morgigen Wochenendeinkauf die Besorgung derselben, denn die aktuelle Nummer beinhaltet im Feuilleton (nicht im Ressort »Wissen«: eine feine Spitze) einen Schwerpunkt über die Bedeutung der Philosophie.

Gelesen. Kunze.

Reiner Kunze: Die wunderbaren Jahre. Frankfurt am Main: Fischer, 1976.

Vielleicht vor sechsundzwanzig Jahren sehe ich das Buch öfter bei Freunden, die Eltern haben, die lesen, über was man spricht. Vielleicht blättere ich in dem Buch, doch es scheint wenig interessant; es geht um die DDR (vielleicht weiß ich das), und die ist ferner als Österreich und die Schweiz zusammen, obwohl das Deutsch in diesen Ländern noch seltsamer klingt.

Bei irgendeiner Lektüre stoße ich jetzt wieder auf den Titel; bei Booklooker kostet mich der schmale Band 25 Cent, das Porto fünfmal so viel. Ein Helmut hat es »mit den besten Wünschen« 1977 verschenkt, seine Widmung zeigt ihn des Schreibens wenig geübt, auch wenn er sich seine Worte trotz des Kulis sauber auf das Vorsatzpapier zu bringen zwingt.

Kunze berichtet über die Erziehung der Halbwüchsigen zur Vorsicht, nicht alles gleich zu sagen wie gedacht, von der Zurichtung des Kindes auf das gesellschaftlich Gebotene, von der Meldung zum Militär, von polizeilichen Schikanen gegen Jugendliche. Von Bach auch und anderen Inseln.

»Wählerisch beim Essen« und andere Ausdrücke.

In unserer überregional besetzten Mittagsrunde thematisierten wir heute Ausdrücke dafür, ein wenig kritischer ans Essen heranzugehen – diese und andere nach Landstrichen unterschiedliche Bennenungen kartiert eine Forschergruppe um Prof. Dr. Stephan Elspaß und Dr. habil. Robert Möller als Bestandsstücke des Atlas zur Deutschen Alltagssprache.

An Runde 8 darf man noch teilnehmen.

(Fast hätte ich's vergessen: richtig heißt es natürlich »krüüsch«.)

Facebook wolln wa nich.

Ich schrieb hier:

Inzwischen begreife ich die bewusste Entscheidung, bei Facebook (und Konsorten) nicht mitzutun, als netzpolitisch wichtige Stellungnahme (auch wenn man den einen oder anderen Kontakt gar nicht erst knüpft, weil es eben Nutzer gibt, die über die Grenzen von Facebook nicht schauen mögen).