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Wikis in der Schule.

Zu kubiwahns Artikel Wiki im Unterricht – ein paar Versuche schrieb ich:

Generell halte ich Wikis auch für das am deutlichsten unterschätzte (computergestützte) Werkzeug für die Schule. Dass ich weniger damit arbeite als ich möchte, hängt auch mit der noch zu verbessernden Verfügbarkeit zusammen: wenn man das Wiki zu einer das Lernen begleitenden Plattform machen möchte, bedarf es der dauernden Verfügbarkeit – um nur kurz etwas zu zeigen, möchte ich nicht in den Computerraum gehen (was in den meisten Stunden wegen Auslastung desselben auch gar nicht möglich ist), und ich möchte nicht 80 Minuten Unterricht im Computerraum machen, nur weil ich 10 Minuten ein Arbeitsergebnis zeigen/bearbeiten/was auch immer will.

Gerade das Überarbeiten finde ich als Deutschlehrer am interessantesten, denn der Prozess, der sonst vollkommen verborgen bleibt, wird durch die Versionsgeschichte transparent und nachvollziehbar.

Das einzige Wiki allerdings, das – abgesehen von frühen Versuchen – bei meinen S auch über Jahre genutzt wird, sind die Seiten des Schulwikis zur Internationalen Literatur (in kleinerem Maßstab zur Zukunft des Buchhandels), das meine Buchhandelsauszubildenden mit Inhalten befüllen – aber auch dort steht der diese Leistung fordernde Lehrer dahinter.«

Gelesen. Bohley.

Bärbel Bohley: Englisches Tagebuch 1988. Berlin: BasisDruck, 2011.

Wie wichtig die Gespräche sind mit den Freunden, wie intensiv das gemeinsame Nachdenken über Alternativen zum Bestehenden … vieles von dem vermisst Bohley in dem halben Jahr, das sie wegen Unbotmäßigkeit außerhalb der DDR zu verbringen hat in der Hoffnung der Herrschenden, dies könne die Protestierenden an den Gründen für ihren Aufstand zweifeln lassen.

»Was bei uns [in der DDR] der Staat zu verhindern sucht, machen hier [im Westen] die Mode, der Trend und das Geld. Du sollst manipuliert werden und die Frage nach dem Sinn deines Lebens vergessen.« (Ebd., 115)

All die Namen, die uns noch vertraut sind und meinen S sicher so gar nichts mehr sagen …

Umfragen künftig mit LimeSurvey. Und Schultechnikpraxis.

Auch in diesem Jahr gibt’s wieder eine Unterrichtseinheit Medienphilosophie, in der wir die Vorbereitung einer Bestandsaufnahme der Mediengewohnheiten der S an den Anfang stellen. Weil der Philosophiekurs im 13. Jahrgang ein zahlenmäßig kleiner ist, wollen die S ihren ganzen Jahrgang befragen. Dies ist mit Zettel und Stift suboptimal, daher werden wir eine Online-Umfrage starten. Das damals für die Befragung über Mediengewohnheiten verwendete Online-Evaluationstool, das vom IQSH zur Verfügung gestellt wurde, funktioniert nicht mehr, so habe ich’s mal mit LimeSurvey probiert.

Praxis in der Schule (um mal wieder Realität anstelle von hochfliegenden Ideen zu zeigen): ich möchte den S ja nur kurz den Entwurf der Befragung zeigen, die ich auf dem Schulserver installiert habe. Dafür möchte ich nicht in den EDV-Raum wechseln. Das kurzzeitig flächendeckend verfügbare WLAN in der Schule musste wieder ausgeschaltet werden, da der Schulträger das Risiko von Urheberrechtsverletzungen, die über ein ungeschütztes Netz begangen werden könnten, nicht tragen will. Die Netzwerksteckdose im Klassenzimmer funktioniert derzeit nicht zuverlässig – vermutlich ein Fehler im schulinternen Netz (anderswo im Gebäude läuft es), für dessen dauerhafte Behebung Ressourcen fehlen. Ich weiß also schon bei der Vorbereitung der Stunde, dass ich offline arbeiten muss.

Glücklicherweise habe ich sowieso vor kurzem XAMPP installiert, die Installation von Limesurvey verläuft tadellos, und sowohl der Export der Befragung aus der Onlineinstallation von Limesurvey als auch der Import in die netzunabhängige XAMPP-Umgebung funktionieren ohne Probleme (Zeit für die Spende), sodass ich den S das Ganze per (selbstverständlich eigenem) Laptop und (glücklicherweise fest installiertem) Beamer zeigen kann.

Die CSV-Datei der Befragung, die man in LimeSurvey importieren kann, gibt’s in einem Update dieses Artikels in Kürze (nach der Vorstellung des ersten Entwurfs hatten die S Verbesserungsvorschläge, die ich noch einarbeiten muss) hier; der Fragebogen sieht (im Ausdruck) so aus ist inzwischen aus unerfindlichen Gründen verschollen.

Wie geht’s weiter mit der Schule? (2)

Zu einem Gastbeitrag in Herrn Larbigs Blog, den ich in der korrekturreichen Zeit vor Weihnachten wohl übersehen hatte, schrieb ich:

[…] Aus der Entstehung neuer medialer Werkzeuge zu folgern, dass diese nun ausschließlich benutzt werden müssten und die alten Medien obsolet seien, ist Unfug.

Als Lehrer textlastiger Fächer sehe ich nicht die Möglichkeit (und nein, ich halte dies auch nicht für ein Ideal), alle Texte aus dem Unterricht zu verbannen und nur noch über Grafiken und Videos zu lernen. Für das Lesen von Text gibt es aber nach wie vor kein besseres Medium als Papier. (Und ja, ich wünsche mir zu jeder Schullektüre, die die S im Buchhandel kaufen und bei mir im Unterricht nutzen, die kostenlose Dreingabe des Textes als Datei, um auch mit dem Rechner mit dem Text arbeiten zu können.)

(Und ja: ich wünsche mir auch eine medial optimal ausgestattete Schule, an der wir die freie Wahl der Medien haben. Zu den Bedingungen dafür habe ich hier etwas geschrieben […].)

Die Anstrengung des Arbeitens mit Texten allerdings ist eine, die in meiner vorgestellten medial optimal ausgestatteten Schule erhalten bliebe. Knifflige Gedanken wollen erarbeitet werden – man lernt nur wenig im Vorübergehen.

Gelesen. Feuchtwanger.

Lion Feuchtwanger: Erfolg. Berlin/Leipzig: Volk und Welt, 1950. (Bibliothek fortschrittlicher deutscher Schriftsteller)

Gelesen auf die Darstellung Feuchtwangers in Modicks Sunset hin. – Feuchtwangers Buch ist weniger gut gealtert als zeitgenössische etwa Thomas Manns; zu viel belanglose Schilderungen lassen hervorragende Momentaufnahmen weit in den Hintergrund treten. Interessant ist die Lektüre als Schlüsselroman.