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Einladungen zu Kiva.

Schon seit längerer Zeit befinden sich um die 100 US$ aus unserem Familienvermögen (Hüstel.) in steter Ausleihe an Menschen, die in fernen Ländern ihre Unternehmungen durch Kleinkredite finanzieren müssen – ich schrieb bei Gelegenheit darüber.

Momentan gibt’s auf Kiva eine begrenzte Menge an gesponserten Verleihaktionen, die dazu dienen, das Prinzip ausprobieren zu können, ohne eigenes Kapital zu riskieren. Wer mag, fühle sich also hiermit eingeladen.

(Auf Kiva Deutschland wird das Prinzip auch in unserer Sprache erklärt; Reiner Luyken hat einen seiner Kredite ein Jahr lang beobachtet.)

Urheberrecht und Deutschaufsätze.

Zu Herrn Raus Artikel Aus welchen Jahren stammen aktuell lieferbare Bücher (bei Amazon)? schrieb ich in etwa:

Dass sich die S mit diesem Thema gut genug auskennen, um Stellung nehmen zu können, kann man wohl nicht verlangen: dazu ist es zu komplex und – trotz der Bedeutung für alltägliche Sachverhalte – zu unwichtig (es ist ja nur Hintergrund für spürbare Auswirkungen). Deutschunterrichtlich wäre auch nicht die Sache im Vordergrund, sondern das Arbeiten mit Informationen in Texten.

Kompetenzorientiertes Arbeiten könnte demnach so aussehen, dass – wie Laura schon vorschlägt – eine Sammlung von Informationen gegeben wird, mit denen dann gearbeitet wird – Texterörterung eben.

Noch interessanter wäre: eine zeitliche Ausweitung der Abiturprüfung, die Hineingabe eines umfangreichen Konvoluts aus sehr unterschiedlichen Quellen (Lobby, Bürgerrechte, Politik, Technik, Juristen, unterschiedliche Betroffene etc.), die dann ausgewertet und auch im Hinblick auf ihre Verlässlichkeit, sachliche Richtigkeit, Argumentationsstrategie etc. beurteilt werden müssten.

Praxisnahe Alternative dazu: Rechner mit Netzzugang (ich sehe Ministerialbeamte schnappatmen) und die Aufforderung, sich in den nächsten drei Stunden umfangreich zu informieren, bevor dann der Aufsatz geplant und geschrieben wird … schwierig natürlich für die Korrigierenden, aber durch Vorarbeit und das Entwerfen eines kompetenzorientierten Korrekturbogens sicher machbar.

(Dass ich von Aufsätzen allgemein so rasch auf Abituraufsätze komme, liegt daran, dass diese Osterferientage der Korrektur derselben gehören.)

Ratschläge für Schreibende.

Nachdem ich kürzlich von Stephen Kings Ratschlag an Jungschriftsteller schrieb, Adverbien möglichst sparsam – am besten gar nicht – zu verwenden, lese ich in der neuesten Ausgabe der Sinn und Form einen »Tod dem Adjektiv« betitelten Eintrag aus Thomas Braschs bislang unveröffentlichten Tagebuchnotaten:

Das Adjektiv ist eine Erfindung der Leute, denen die Dinge nicht genug waren, wie sie waren. Es dient zur Verschleierung. Ein großes Pferd ist nichts vor meinem Auge, ein Pferd aber steht.

Es folgt nun eine durchaus konsistente Argumentation für diese Ansicht, bevor Brasch schließt:

Aus diesen Gründen muß das Adjektiv gekillt werden, wenn ich es treffe.

[Brasch, Thomas: Aus den Tagebüchern 1972–74. In: Sinn und Form 64 (2012), Nr. 2, S. 152–164; hier: 154f.]

Mal sehen, welche Wortarten es noch trifft …