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Schulträger und Schule.

Als Freizeitpolitiker im lokalen Schulausschuss darf ich ein wenig die Geschicke der Schulentwicklung in unserem Ort mit beeinflussen. Wir Lehrkräfte wissen natürlich alle, dass Schulträger grundsätzlich böse sind, weil sie unserem Gestaltungswillen enge finanzielle Grenzen setzen – bis hin zur knappheitsbedingten Unerfüllbarkeit von Lehrplanvorgaben. Auch die andere Seite ist jedoch durchaus interessant zu erleben.

In der heutigen Schulausschussitzung beispielsweise ging es um ein zusätzliches Gebäude (Ersatz für Sporthalle plus Mensa etc.) für eine bestehende Gemeinschaftsschule. In einer früheren Sitzung war die Planung für das Gebäude angeschoben, in der letzten ein Entwurf vorgestellt worden. Offenbar wurde bei dieser Gelegenheit, dass Vorstellungen von Verwaltung und Selbstverwaltung nicht kongruent sind, sodass die Planung heute erneut (bei Teilnahme der Schulleitung) beraten werden musste. Die Selbstverwaltung brachte einen Antrag ein, die Verwaltung einen Beschlussvorschlag, die wiederum ein wenig auseinander lagen. In einem Kompromissvorschlag haben wir dann die Planung nach locker einstündiger Diskussion auf den Weg gebracht – eine Investition von vermutlich um die 6 Millionen Euro. Die eigentliche Planung wird allerdings erst jetzt durch ein Planungsbüro durchgeführt, auch werden der Bau- und möglicherweise auch der Stadtentwicklungsausschuss weitere Schritte initiieren und begleiten.

Was Schule (und erst recht Eltern und Schüler) möglicherweise erlebt/erleben: einen vielleicht als quälend langsam empfundenen Entscheidungsprozess, der nicht weit von dem entfernt liegt, was vorher beschlossen wurde.

Was ich erlebe und was mir imponiert: Vertreter und Vertreterinnen von CDU, SPD, Grünen/Bündnis90, FDP und FWE im dringenden gemeinsamen Bemühen um die beste Lösung. Keine Kungeleien, sondern echtes Bemühen. Auch ein Minderheitenvotum wird in der Sitzung ausführlich begründet und bedacht. Dabei trotz der Anwesenheit prinzipiell eitelkeitsfördernder Presse an keiner Stelle künstliche Profilierung, sondern ein gemeinsames Ringen um einen Kompromiss, der von allen Beteiligten in der Selbstverwaltung und der Verwaltung getragen werden und verwirklicht werden kann.

Astrein.

Einladungen zu Kiva.

Schon seit längerer Zeit befinden sich um die 100 US$ aus unserem Familienvermögen (Hüstel.) in steter Ausleihe an Menschen, die in fernen Ländern ihre Unternehmungen durch Kleinkredite finanzieren müssen – ich schrieb bei Gelegenheit darüber.

Momentan gibt’s auf Kiva eine begrenzte Menge an gesponserten Verleihaktionen, die dazu dienen, das Prinzip ausprobieren zu können, ohne eigenes Kapital zu riskieren. Wer mag, fühle sich also hiermit eingeladen.

(Auf Kiva Deutschland wird das Prinzip auch in unserer Sprache erklärt; Reiner Luyken hat einen seiner Kredite ein Jahr lang beobachtet.)

Urheberrecht und Deutschaufsätze.

Zu Herrn Raus Artikel Aus welchen Jahren stammen aktuell lieferbare Bücher (bei Amazon)? schrieb ich in etwa:

Dass sich die S mit diesem Thema gut genug auskennen, um Stellung nehmen zu können, kann man wohl nicht verlangen: dazu ist es zu komplex und – trotz der Bedeutung für alltägliche Sachverhalte – zu unwichtig (es ist ja nur Hintergrund für spürbare Auswirkungen). Deutschunterrichtlich wäre auch nicht die Sache im Vordergrund, sondern das Arbeiten mit Informationen in Texten.

Kompetenzorientiertes Arbeiten könnte demnach so aussehen, dass – wie Laura schon vorschlägt – eine Sammlung von Informationen gegeben wird, mit denen dann gearbeitet wird – Texterörterung eben.

Noch interessanter wäre: eine zeitliche Ausweitung der Abiturprüfung, die Hineingabe eines umfangreichen Konvoluts aus sehr unterschiedlichen Quellen (Lobby, Bürgerrechte, Politik, Technik, Juristen, unterschiedliche Betroffene etc.), die dann ausgewertet und auch im Hinblick auf ihre Verlässlichkeit, sachliche Richtigkeit, Argumentationsstrategie etc. beurteilt werden müssten.

Praxisnahe Alternative dazu: Rechner mit Netzzugang (ich sehe Ministerialbeamte schnappatmen) und die Aufforderung, sich in den nächsten drei Stunden umfangreich zu informieren, bevor dann der Aufsatz geplant und geschrieben wird … schwierig natürlich für die Korrigierenden, aber durch Vorarbeit und das Entwerfen eines kompetenzorientierten Korrekturbogens sicher machbar.

(Dass ich von Aufsätzen allgemein so rasch auf Abituraufsätze komme, liegt daran, dass diese Osterferientage der Korrektur derselben gehören.)