Skip to content

Schule und Facebook.

Jan-Martin Klinge wirbt in seinem Halbtagsblog für die Präsenz von Schulen bei Facebook. Auch weil wir uns bei der derzeit gerade in der Umsetzung befindlichen Neukonzeption unserer Schulhomepage aus guten Gründen gegen die Facebookintegration entscheiden haben, schrieb ich dazu in etwa:

Das sehe ich anders. Gründe gegen Facebook – im Unterschied zum »freien« Netz – gibt es genug, und Schule hat die Aufgabe, die kritische Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Medien zu fördern. Das muss in der Konsequenz auch heißen, dass bestimmte Medien mit Informationen gefüttert und andere bewusst ignoriert werden. Eltern, Schülerinnen und Schüler und andere Interessenten können, auch wenn sie sich normalerweise nur bei Facebook wohl fühlen, auf eine Website der Schule im freien Netz wechseln – umgekehrt gilt dies nicht.

Allerdings stimme ich mit dem Halbtagsblogger überein, dass ein Verbot von Facebookseiten natürlich unsinnig ist.

Weitere Artikel zu Facebook in diesem Blog.

Buchprojekt »Tomorrow can wait«.

Es liegt auf der Vorspeisenplatte: »Das Blog von Moni, Gedankenträger, gibt es schon immer. Und seither lese ich es.«

Weil ich dies so unterschreiben kann, bin ich ebenfalls interessiert an ihrem Buchprojekt, das sie per Kickstarter zu verwirklichen hofft. Damit’s nicht bei der Hoffnung bleibt, sollst Du ein paar Dollar investieren.

Gelesen. Lindemann.

Werner Lindemann: Mike Oldfield im Schaukelstuhl. Notizen eines Vaters. Berlin: Der Morgen, 1988.

Eines Hinweises wegen.

(Hm. Wer hätte gedacht, dass ich noch einmal ein Mike-Oldfield-tag setzen würde … aber schließlich habe ich Tubular Bells (hier eine ältere Aufnahme einer Passage des Stücks) im NDR-Radiokonzert gehört (und auf Kassette aufgenommen, latürnich; und danach mehrere Male täglich die Anwendung wiederholt), während ich Alan Dean Fosters Das schwarze Loch las, das ich im Kino verpasst hatte …)

Über Mehrheiten und Sicherheiten.

Jan Fleischhauer meint zwar die Linkspartei – aber letztlich ist das Prinzip wohl ein universales:

Statt jemanden an die Spitze zu holen, der Ideen hat und eine Strategie, wie sich der Abstieg aufhalten ließe, sucht sich das Kollektiv jemanden, der so denkt und handelt wie die große Mehrheit und damit den Durchschnitt auch in seiner ganzen Mittelmäßigkeit möglichst genau abbildet.

Die Personen in Führungsämter wählende Majorität neigt dazu, auf Nummer Sicher zu gehen und gerade nichts zu wagen. Dies scheint zunächst berechtigt, denn eine Entscheidung abseits des Mainstreams müsste begründet werden. Die Folge dieser Entscheidung jedoch ist die Reproduktion des immer Gleichen.

Battenbergkuchen, unrosa.

Nach Evis Rezept in Reminiszenz an Jasper Fforde zubereiteter Battenbergkuchen in britischer Tradition schmeckt recht köstlich (Minderheitenvotum von Kind 2: »Das Marzipan stört.«), allerdings sollte man, ist man an der rosa Färbung der Hälfte der Quadrate an der Schnittfläche interessiert, keinesfalls, wie ich es unwissend tat, Wusitta-Lebensmittelfarbe im Fläschchen nutzen, die die entsprechende Teighälfte zwar dunkler, aber gewiss nicht rosa färbt – gelobt die goldenen rosafarbenen Zeiten, als Lebensmittelfarben vermutlich noch aus echter Chemie und nicht aus dem Extrakt schwarzer Mohrrüben stammten –, sondern lieber ein Konkurrenzprodukt. Welches, werde ich in einer Testreihe erproben. Bericht folgt.

Von wegen »Digital Natives« …

da machen wir uns immer Gedanken, wie wir die S, die doch angeblich so netzaffin seien, erreichen könne – und dann hat zum Beispiel »Muffin«, die inzwischen als Bloggerin ganz auf unserer Spur ist, über das Buch (!) aus der Bibliothek (!) zum Bloggen gefunden

Pflegt Eure Schulbüchereien (die gern auch Medienzentren heißen dürfen), Eure Stadt- und Kreisbibliotheken!

Schulträger und Schule.

Als Freizeitpolitiker im lokalen Schulausschuss darf ich ein wenig die Geschicke der Schulentwicklung in unserem Ort mit beeinflussen. Wir Lehrkräfte wissen natürlich alle, dass Schulträger grundsätzlich böse sind, weil sie unserem Gestaltungswillen enge finanzielle Grenzen setzen – bis hin zur knappheitsbedingten Unerfüllbarkeit von Lehrplanvorgaben. Auch die andere Seite ist jedoch durchaus interessant zu erleben.

In der heutigen Schulausschussitzung beispielsweise ging es um ein zusätzliches Gebäude (Ersatz für Sporthalle plus Mensa etc.) für eine bestehende Gemeinschaftsschule. In einer früheren Sitzung war die Planung für das Gebäude angeschoben, in der letzten ein Entwurf vorgestellt worden. Offenbar wurde bei dieser Gelegenheit, dass Vorstellungen von Verwaltung und Selbstverwaltung nicht kongruent sind, sodass die Planung heute erneut (bei Teilnahme der Schulleitung) beraten werden musste. Die Selbstverwaltung brachte einen Antrag ein, die Verwaltung einen Beschlussvorschlag, die wiederum ein wenig auseinander lagen. In einem Kompromissvorschlag haben wir dann die Planung nach locker einstündiger Diskussion auf den Weg gebracht – eine Investition von vermutlich um die 6 Millionen Euro. Die eigentliche Planung wird allerdings erst jetzt durch ein Planungsbüro durchgeführt, auch werden der Bau- und möglicherweise auch der Stadtentwicklungsausschuss weitere Schritte initiieren und begleiten.

Was Schule (und erst recht Eltern und Schüler) möglicherweise erlebt/erleben: einen vielleicht als quälend langsam empfundenen Entscheidungsprozess, der nicht weit von dem entfernt liegt, was vorher beschlossen wurde.

Was ich erlebe und was mir imponiert: Vertreter und Vertreterinnen von CDU, SPD, Grünen/Bündnis90, FDP und FWE im dringenden gemeinsamen Bemühen um die beste Lösung. Keine Kungeleien, sondern echtes Bemühen. Auch ein Minderheitenvotum wird in der Sitzung ausführlich begründet und bedacht. Dabei trotz der Anwesenheit prinzipiell eitelkeitsfördernder Presse an keiner Stelle künstliche Profilierung, sondern ein gemeinsames Ringen um einen Kompromiss, der von allen Beteiligten in der Selbstverwaltung und der Verwaltung getragen werden und verwirklicht werden kann.

Astrein.