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»Osterferien«, Teil 1.

Nach einer Woche: Der Stundenplan für das Berufliche Gymnasium (Schuljahr 2022/23) ist fertig.

(Ich darf immer anfangen, weil der Plan aufgrund des Kurssystems, vieler gegenseitiger Abhängigkeiten und Parallelkurse und letztlich eines umfangreichen Fächerkanons wegen kompliziert ist. Nehme dafür, dass ich anfangen darf, aber eine Menge Wünsche von Kolleginnen und Kollegen mit … Die Komplikationen wie auch die Wünsche verhindern zudem, dass ein automatisches Erstellen durch Untis möglich schiene. Es handelt sich also um softwareunterstützte Hand- und Kopfarbeit.

Nun sind die anderen Abteilungsleiter*innen an der Reihe. Und bei mir die Korrektur der Abiturklausuren.)

Gelesen. Maljartschuk.

Tanja Maljartschuk: Biografie eines zufälligen Wunders. Übertragen von Anna Kauk. Wien: Residenz, 2013.

Auch dieser Blick in die ukrainische Literatur lohnt. Maljartschuk begleitet hier Lena vom Kindergarten- bis ins Erwachsenenalter im Entstehen des ukrainischen Staates nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Bitterhumorig geschildert kollidiert die Protagonistin immer wieder mit den Zumutungen der Gesellschaft, die Kapitalismus übt und Bürokratie beherrscht.

Empfehlenswert.

Krieg · Grenzen · Lesen · Migration · Atomkraft · Klima.

Nach wie vor halte ich es für einen entscheidenden Beweis für die Nichtexistenz Gottes, wenn ein Mensch wie Putin nicht (spätestens) im Moment des Marschbefehls für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine vom Blitz getroffen wird. Kein normaler Mensch braucht einen Krieg. Wir kommen alle gut ohne aus. Allein ein vereinsamter KGB-Pensionär mit verklärten Erinnerungen an goldene Zeiten der Sowjetunion meint seine Senilität mit einem Krieg unter Beweis stellen zu müssen. Wie viel Leid bei wie vielen Menschen entsteht, weil ein einziger Mensch eine falsche Entscheidung trifft (und die Leute in seiner Nähe nicht die Kraft haben, ihm in den Arm zu fallen)! –

Kenyas Botschafter spricht über Grenzen. [Via fefe] –

Wenn ich etwas begreifen will, lese ich. –

Heute in der Deutsch-Stunde aus Gründen über Migration gesprochen. Einige Schüler*innen stammen aus Gebieten, die früher mal der Sowjetunion angehörten, und sprechen daher Russisch. Ich empfinde die Vielsprachigkeit (auch wenn im Unterricht die hiesige lingua franca gesprochen werden sollte) und die dahinterstehenden Familiengeschichten als einen Gewinn und hoffe, sie merken sich Vieles, um es ihren Kindern weiter erzählen zu können. –

Dass man in Zeiten, in denen man glaubt, 100 Milliarden Euro (!) für die Bundeswehr ausgeben zu müssen, weil militärische Auseinandersetzungen wieder für wahrscheinlicher gehalten werden, über das Weiterbetreiben von Atomkraftwerken über den vereinbarten Zeitpunkt hinaus auch nur nachdenkt, ist ja auch einigermaßen abenteuerlich. –

Die Vorstellung des IPCC-Reports versickert. Von anderen Entwicklungen wie dem Rückgang der Biodiversität etc. ganz abgesehen.

Gelesen. Zhadan.

Serhij Zhadan: Internat. Übertragen von Juri Drukot und Sabine Stöhr. Berlin: Suhrkamp, 2018.

Pascha, ein Lehrer für Ukrainisch im Donbass, soll wegen der militärischen Aktivitäten seinen dreizehnjährigen Neffen aus dem Internat am anderen Ende der Stadt holen. Unter normalen Umständen kein Problem – wenn aber Krieg herrscht, gerät alles und jeder zur potentiellen Bedrohung, nichts bleibt sicher, und die vertraute Umgebung wird zur Fremde. So braucht Pascha denn einen ganzen Tag, um seinen Neffen zu erreichen, und ihre gemeinsame Rückkehr nach Hause lässt sie zwischen die Fronten geraten.

Eindrucksvoll und – nicht nur in diesen Tagen – wichtig.