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Gelesen. Afonin.

Wassili Afonin: Im Moor. Übertragen von Wolfgang Kasack. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1982.

Unerbittliche Konkurrenz eines Bruderpaars mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. Kurz, knapp, hart.

Professor und Korrelation.

Kurz aus Klausurkorrekturen aufgetaucht. Den Artikel Hamburg stoppt WLAN an Schulen gelesen:

„Die Korrelation des Anstiegs von Überforderung, Kopfschmerzen, ADHS und psychischen Erkrankungen mit der wachsenden Nutzung der digitalen Medien ist besorgniserregend“, sagte der Ulmer Psychiater und Gehirnforscher Prof. Manfred Spitzer. Nach dem Stand der Wissenschaft sei deren Gesundheitsschädlichkeit eindeutig, die Belastung könne neben Konzentrationsstörungen auch zu Spermienschädigungen bis hin zu DNA-Strangbrüchen und damit zu Krebs führen. [Quelle, via Maiks Retweet]

(Damals bei Baumert das Wesen der Korrelation erfasst. Schüler_innen verstehen das Beispiel mit dem Schrumpfen von Storchpopulationen und dem Rückgang der Geburten (mancherorts korrelierend, aber eben nicht kausal verknüpft) auch recht schnell. Vielleicht sollte man Spitzer mal zu einer Nachschulung schicken? Mann, Mann, Mann …)

Lieber schnell wieder abgetaucht.

Gelesen. Modiano.

Patrick Modiano: Ein Stammbaum. Übertragen von Elisabeth Edl. München: Hanser, 2007.

(Kaum Zeit zum Lesen. Vorweihnachtszeit ist auch Klausurenzeit …)

Lobo und Lauer bei der FAZ.

Sascha Lobo: »Diskussionen auf Twitter enden in so großer Prozentzahl in Katastrophen und Konfrontationen, dass man das schon als systemischen Fehler unterstellen kann.« (In Das Ende der Nerds)

(Dass Twitter gleichwohl für Diskussionen – siehe zum Beispiel der Kanal #edchatde – genutzt wird, erstaunt mich auch immer wieder, geht aber wohl auch mit einer gewissen Leidensfähigkeit und textästhetischen Unempfindlichkeit der Nutzer_innen einher …)

Gelesen. Herrndorf.

Wolfgang Herrndorf: Bilder einer großen Liebe. Berlin: Rowohlt, 2014.

Traurig (die Figuren, die Geschichte, die unvollendete Gestalt, der Tod des Autors).

Lumma vs. Lanier. 0:1 (durch Eigentor).

Nico Lumma tweetet:


– hat eigentlich auch nur einer derjenigen, die Lanier kritisieren, mal den Versuch unternommen, seine Bücher zu lesen? Oder, wenn die Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr reicht, zumindest den Klappentext?

Kleiner Hinweis für das letzte Buch: es geht nicht um die Orientierung an einem Ideal der Vergangenheit, sondern um einen sich aus der Analyse heutiger Verhältnisse ergebenden Entwurf zukünftiger Handlungsmöglichkeiten unter der Voraussetzung fortschreitender Digitalisierung.

Es will Euch also keiner Eure Spielzeuge wegnehmen.

Von gestern.

Ausschnitt aus dem Magazin der FAZZum einen trägt Alexander Graf Lambsdorff, MdEP, eine Erinnerung an frühere Herrschaftsverhältnisse im Namen. Dafür kann er fast nichts. Zum anderen ist er Mitglied der FDP. Dafür schon eher. Zum dritten aber, und das ist das traurige, meint er (im Magazin der Frankfurter Allgemeinen), Asterix sei (nur) etwas für Jungs (siehe Bild). Das ist aus verschiedenen Gründen falsch.

Erstens stützt er diese Aussage auf empirische Erfahrungen im unmittelbaren familiären Umfeld (Sohn schätzt Asterix, Tochter nicht), was aufgrund der Auswahl und der Größe der Probandengruppe zweifelhaft ist und durch Beobachtungen in anderen familiären Zusammenhängen widerlegt werden kann. Zweitens erkennt er kritisch das fragwürdige Frauenbild in den Asterix-Comics (ignoriert dabei jedoch das ebenso fragwürdige Männerbild), folgert daraus aber nur, dass Mädchen sich in diesem nicht wiedererkennen und die Hefte daher ablehnen würden, nicht aber, dass vor diesem Hintergrund die Lektüre für Jungs mindestens ebenso problematisch wäre: lächerlich sind nämlich sowohl die Frauen- als auch die Männerfiguren, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Drittens ist das eigentlich Problematische an den Zuschreibungen nicht, was (Frauen- oder Männerfiguren) zugeschrieben wird, sondern dass ihnen etwas (Festes) zugeschrieben wird. Und just diesen Fehler wiederholt Lambsdorff eben auch, wenn er meint, seine zufälligen familiären Beobachtungen generalisieren zu können.

Möglicherweise aber geht es aber den sich an Asterix-Comics Delektierenden um etwas anderes als Frauen- und Männerbilder. Viele der früheren Leserinnen und Leser übrigens sollen sich inzwischen vegetarisch ernähren – obwohl der Konsum großer Mengen Wildschweine ganz offen und unzeitgemäß propagiert wird …