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Studiengebühren.

Meine Partei ist ja noch der Meinung, es dürfe keine Studiengebühren geben; an anderer Stelle wird behauptet, »Freier Zugang zum Erststudium ist Menschenrecht« (Junge Welt, via Schockwellenreiter). Man regt sich darüber auf, dass Studenten möglicherweise zum Beispiel 500 € pro Semester zahlen müssten.

Ich gebe zu, dass das schmerzlich wäre, weise aber darauf hin, dass beispielsweise unsere Kindergartenrechnung (für ein Kind, fünf halbe Tage wöchentlich) jährlich 1569,60 € beträgt – ein sogar noch etwas höherer Beitrag als die bislang diskutierten Studiengebühren, der allerdings noch keinen Studenten auf die Straße getrieben hat.

Wenn man davon ausgeht, dass, wie die einschlägigen Bildungsstudien zeigen, in vorschulischer Zeit die eigentlichen Weichen für den Bildungserfolg der Kinder gelegt wird, wäre es sinnvoll, die Gebührenfreiheit für den Kindergarten zu fordern.

Mir leuchtet das Argument ein, dass bei gebührenfreiem Studium letztendlich die Verkäuferin dem Arztsohn das Studium zahlt. Und ich vermute auch, dass es über pfiffige Gebührenmodelle unter Beteiligung des Staates auch möglich sein müsste, die Chancengleichheit gegenüber der heutigen Ungleichheit noch zu verbessern – wenn, ja, wenn man denn im Kindergartenalter anfinge und nicht gerade die Kinder der nicht Bildungsbeflissenen nur zuhause vor der Glotze säßen, sondern in den Tagesstätten Chancen erhielten, die ihnen heute verschlossen bleiben.

Kommentar zu Johnsons <i>Jahrestage</i>.

Warum sagt mir eigentlich niemand, dass der in Buchform unerschwingliche Kommentar zu Uwe Johnsons Jahrestage (hg. von Holger Helbig, Klaus Kokol, Irmgard Müller, Dietrich Spaeth und Ulrich Fries) inzwischen auch online verfügbar ist?

(Und warum muss das Menü so eigenthümlich programmiert sein, dass weder Safari noch Firefox etwas damit anfangen können, sodass ich den Internet Explorer aus der Kiste scheuchen muss? [Update 31.8.2005: der Code ist repariert und die Seite inzwischen problemlos nutzbar.])

Gelesen.

Uwe Johnson. Befreundungen. – Gespräche, Dokumente, Essays. Hg. von Roland Berbig et al. Berlin: Kontext, 2002.

Gelesen.

Nick Hornby: How to be Good. London: Penguin, 2001.

Gelesen.

Fernando Savater: Sei kein Idiot! Weinheim: Beltz, 2001.

Brecht und die Historie.

Im Deutsch-GK 12 werde ich morgen mit der Behandlung von Brechts Trommeln in der Nacht beginnen, einem frühen und in der Schule selten gelesenen Werk vor dem Hintergrund des Spartakusaufstandes.

Vielfältiges Material zum historischen Hintergrund liefert das Deutsche Historische Museum in seinem Lebendigen virtuellen Museum online (LeMo): unter vielem anderen einen Überblickstext zur Revolution von 1918/19 und einen speziellen zum Spartakusbund.

Von hohem Wert auch Ergänzungen wie die zum (hochinteressanten!) Kollektiven Gedächtnis gehörende Aufzeichnung aus dem Tagebuch des jüdischen Fabrikanten Oskar Münsterberg (1865-1920) zum Spartakusaufstand.

Gelesen.

Markus Orths: Lehrerzimmer. München: dtv, 2004.

Buch und Netz.

«Das Buchuniversum muss sein Verhältnis zur elektronischen Schiene noch finden» – Ein Gespräch mit Hartmut Winkler über Diskursökonomie, Bücher als PDF und die Medienwissenschaft. [netbib]

Das neue Buch Winklers, Diskursökonomie, gibt's parallel zur Buchausgabe auch als PDF. Das ist fein und sollte viel öfter so sein. Wenn mich ein Buch interessiert, kaufe ich es sowieso, weil ich am Bildschirm keine längeren Texte lesen mag und mir die ganze analoge Buchhandhabung (Haptik, Lesezeichen, Anstreichungen etc.) fehlte. Zusatznutzen wie eine Volltextsuche und das leichte Kopieren von Zitaten jedoch sind mir sehr willkommen.

Würde ich für solche Paralleleditionen auch etwas zahlen (wollen)? Nein. Der Text wird vom Verlag ohnehin digitalisiert; ein PDF zum Buch wäre mehr oder weniger ein Abfallprodukt des modernen Herstellungsverfahrens. Unter diesem muss der gemeine Leser täglich leiden, denn es bringt mit sich, dass Verlage nahezu alle Kontrollschritte vor dem Druck der Bücher wegrationalisiert haben – Rechtschreibfehler, Setzfehler und unlektorierte Ausdrucksschwächen (auch bei stw) müssen in immer größer werdender Zahl hingenommen werden –; so ist denn dieser kleine Zusatznutzen nur ein gerechter Ausgleich.