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Zeichen setzen.

Wie bei der Lektüre des Rollbergs bemerkt, setzt die Junge Welt Termini wie »Übergangsregierung« oder »Justizminister« in Anführungszeichen, vermutlich um zu verdeutlichen, dass es sich nur um Strohmänner der US-Regierung handele, sie also von der Jungen Welt nicht anerkannt werden. Diese Semantik der Interpunktion war schon bei den DDR-Tüdelchen der Springer-Presse lächerlich; sie wird nicht sinnvoller bei Publikationen der politisch anderen Seite.

Gelesen.

Haruki Murakami: Sputnik Sweetheart. München: btb, 2004.

Die oder wir.

In seinem Artikel Wenn der Staat Unschuldige opfert analysiert und beurteilt Reinhard Merkel das Luftsicherungsgesetz: »Paragraf 14 Absatz 3 des neuen Luftsicherungsgesetzes erlaubt dem Staat die gezielte, vorsätzliche und massenhafte Tötung unschuldiger Bürger, um viele andere unschuldige Bürger aus einer Lebensgefahr zu retten. Ein entführtes und mit Passagieren gegebenenfalls voll besetztes Flugzeug darf auf Befehl des Verteidigungsministers abgeschossen werden, wenn es als Waffe gegen das Leben anderer Menschen eingesetzt zu werden droht.«

Merkel arbeitet den utilitaristischen Kern der hinter dieser Prioritätensetzung stehenden Entscheidungsfindung heraus und zeigt ihre Unvereinbarkeit mit unserer herkömmlichen Vorstellung von Grundrechten: »Es geht nicht einfach um das Leben der Passagiere. Es geht um den Bruch einer Grundnorm der Rechtsordnung. Es geht, noch einmal, um die Exklusion "Unschuldiger" aus dem Recht.« -- Lesen!

Lesen macht kurzsichtig.

»Lesen verdirbt die Augen: Kurzsichtigkeit entsteht fast nur durch die Lebensumstände. Das haben die australischen Mediziner Kathryn Rose und Ian Morgan in Canberra nach Auswertung von mehr als 40 Studien aus der ganzen Welt herausgefunden. [...] Die wichtigsten Faktoren seien [...] Lesen und Fernsehen in jungen Jahren, berichten die Forscher im New Scientist.« [Spiegel online]

Die Stadtbibliothek, das unbekannte Wesen.

»Jeder fünfte Deutsche kennt seine Stadtbibliothek nicht, und nur knapp 30 Prozent der Bevölkerung sind aktuelle Kunden. Das zeigt eine repräsentative infas-Umfrage unter 2.500 Bürgern im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Fast jeder Dritte, der seine Bibliothek am Ort kennt, hat sie noch nie besucht.« [Bertelsmann-Stiftung, Newsletter] -- Umfrage (PDF)

Gelesen.

P. D. James: Tod an heiliger Stätte. München: Knaur TB, 2003.