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Gelesen.

Ota Filip: Café Slavia. München: Herbig, 2001.

Prager Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Sicht eines übrig gebliebenen Aristokraten in stets wechselnden Masken -- ein wahrhaft tschechisches Buch!

Erich Loest, die Montagsdemonstrationen und die Sozialdemokratie.

In einem Artikel über Erich Loest zitiert Evelyn Finger in der Zeit Loest:

»[Erich Loest:] "Das Sozialdemokratischste, was es gibt, ist ja die öffentliche Bibliothek, gefolgt von der Volkshochschule, dem Schrebergarten und dem Fußball in der zweiten Kreisklasse." [...] Die SPD, findet Loest, hat nur eine einzige Chance. Sie müsste noch mal ganz von vorn anfangen, so ungefähr bei 1863. "Vielleicht sollten wir wieder einen Arbeiterbildungsverein gründen", sagt Loest und setzt sich ein bisschen auf. Schaut aus dem Fenster. "Die Idee ist mir gerade gekommen."«

Der Gedanke ist ein guter. (Bölkte der Arbeiter heute nicht eher nach dem Bier als nach Bildung.)

Kinderhaus V.

Mit den letzten Änderungen am Kinderhaus haben wir nun den zweiten Teil des Bodens gebaut – inlusive Fluchtklappe, die, wie wir bei ersten Probespielen der Kinder erkennen konnten, sicher das Wichtigste am ganzen Haus ist:



Boden und Falltür

Auch die ersten zwei Wände haben wir befestigt - zunächst mit genagelten Profilbrettkrallen, dann der Kindertauglichkeit wegen zusätzlich mit Schrauben:

Wände am Kinderhaus

Natürlich ist auch diese Ausbaustufe schon optimal für die ersten Spiele, wie die Einrichtung zeigt. –

Kinderhaus Teil I, II, III, IV.

Gelesen.

Georg Klein: Die Sonne scheint uns. Reinbek: Rowohlt, 2004.

Auf der Perlentaucher-Seite hast du ja vielleicht schon nachgesehen. Nach wie vor ist Kleins Formulierungskunst großartig und erschreckend, immer wieder neu und dabei typisch Klein. Ich hatte auch schon Libidissi und Barbar Rosa gelesen und war ganz erfreut, dass schon wieder ein neues Buch von Klein erscheint, doch Begeisterung will bei mir diesmal nicht so recht aufkommen (aber ich bin auch ein mäkeliger Leser):

natürlich ist auch dieser Roman wieder hochartifiziell, doch erscheint die Handlung wie verschüttet in überbordender Formulierungslust. Insofern trifft das, was von der letzten Rezension wiedergegeben wird --

»Schließlich stelle Kleins Buch Satz für Satz die Möglichkeiten seiner Formulierungskunst aus. Darin sieht Bartmann die Stärke und zugleich die Schwäche von Klein. Er wolle in jedem Satz aufs Ganze gehen, dabei müsse es in der Prosa auch unbetonte, dienliche, unauffällige Sätze geben, damit es mit der Geschichte voran gehe. "Hier aber", resümiert der Rezensent, "ist jeder Satz ein Weltmirakel."« --

den Punkt. Zudem habe ich mir von der Reminiszenz an den Horrorroman, von der allerorten geschrieben wird, mehr versprochen; hier bleibt Klein sicher hinter seinen Möglichkeiten zurück, seine beiden vorigen Romane variieren ihr jeweiliges Muster interessanter und treffender.

So viel hätte ich allerdings bei einem nicht lohnenden Buch nie gemäkelt, sondern die Ablehnung in einem Wort formuliert. :-) Klein ist schon ein Könner.

Neue alte Rechtschreibung.

Dass Spiegel und Springer-Verlag nun auch zur alten Rechtschreibung zurückkehren wollen, veranlasste die Titanic zu weitergehenden Maßnahmen:

Titanic-Cartoon

Doch auch den Befürwortern der alten Rechtschreibung muss klar sein, dass ein Zurück nicht möglich sein wird. Sechs Jahre lang haben Schülerinnen und Schüler die neue Rechtschreibung gelernt; in ihrem Interesse dürfen ihre Schreibweisen nicht plötzlich wieder falsch sein -- anders als die meisten Kritiker der Rechtschreibreform müssen sie sich nämlich nach der gültigen Schreibweise richten (vgl. z. B. generation neXt, praegnanz.de) und dürfen nicht (wie Spiegel, Springer Verlag, taz, Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger oder wer auch immer) schreiben wie sie wollen.

Der konservativ revoluzzende Avantgardismus von Springer und Spiegel ist vor allem eins: bedauernswerte, gernegroße Heldenthümeley.

Virtuelle Antiquariate II.

Im Jahre 2003 klagte der Verbandsfunktionär Hohmann noch über das böse Internet, das den Antiquariaten das Geschäft zerstöre. Ich bezweifelte dies, und auch Martin Röll spöttelte über diese Weltsicht.

Nun zeigt die Entwicklung, dass das Internet so böse gar nicht ist. Wesentliche Erkenntnisse des Artikels: »Antiquariate leiden weniger unter der Wirtschaftsflaute«, »der Markt sei durch die neuen Medien transparenter geworden, der Preiskampf habe sich verschärft, das Internet habe den Markt aber auch belebt. Immerhin 33 Prozent werden über das Internet verkauft. [...] Viele Antiquare haben mittlerweile auf das Internet umgestellt.«

Q. e. d.