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Qualitätsmanagement in der Schule: Projekt QM.

Aufgeschreckt von verschiedensten Studien über die unzureichenden Ergebnisse deutscher Schulbildung arbeiten Kultusministerien aller Bundesländern an Konzepten zur Bestandsanalyse und zur Verbesserung von Unterricht.

In Schleswig-Holstein zählen zu den entwickelten Konzepten zum Beispiel Vergleichsarbeiten in der Grundschule (VERA) und die externe Evaluation im Team (EVIT). Letztere war bislang auf allgemeinbildende Schulen beschränkt, doch ist die Anwendung dieses oder eines anderen Systems auf die berufsbildenden Schulen – an einer solchen unterrichte ich – nur eine Frage der Zeit.

Aufgabe einer Projektgruppe an unserer Schule ist auch aus diesem Grund das Nachdenken über ein Qualitätsmanagement-System.

Fragen, die sich uns stellen, lauten unter anderem:



  • Was heißt »Qualität« in der Schule?


  • Wie ist die definierte Qualität zu sichern und zu verbessern?


  • Wie ist unter den spezifischen Bedingungen, die der Lehrerberuf mit sich bringt, die Installation eines QM-Systems denkbar?




Ich lese mich in das Gebiet zur Zeit ein; ein paar Verweise sollen genügen:

Klaus F. Maas: »Qualitätsmanagement in der Schule«
QM an beruflichen Schulen Baden-Württembergs
QM: Bindeglied zur Schulentwicklung
Albert Ritter: »Mitarbeiterpartizipation als Baustein eines wirkungsvollen Qualitätsmanagements«
QIS – Qualität in Schulen (Österreichs)
Peter Thiel (VLB): »Qualitätsmanagement als Voraussetzung für eine eigenverantwortliche Schule«

Informationsoffensive Lehrer.

»Lehrer-Studie der OECD: Zu alt, zu träge, überbezahlt. Und statt sich weiterzubilden fahren sie lieber mit dem Wohnmobil in den Süden.« schreibt der Besitzer des am seltensten erreichbaren wichtigen deutschsprachigen Weblogs.

Das ist nun so tumb, dass ich es gar nicht großartig kommentieren möchte. Was ich mir als relativ junger, relativ aktiver, relativ wenig verdienender Junglehrer (5 Jahre im Beruf) allerdings wünschte, wäre eine Öffentlichkeit, die mein Tun stützt.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich meine Seite Aufgaben eines Lehrers anführen: sie dient an meinem Beispiel der Information darüber, was Lehrer eigentlich so den ganzen Tag machen (übrigens eine FAQ).

(Und vielleicht sollte ich im Zuge der Missgunstbekämpfung noch anführen, dass ich ausschließlich einen 10 Jahre alten Škoda fahre und unser letzter Urlaub durch Jugendherbergen Mecklenburgs führte?)

Gelesen.

Georges Simenon: Der Mann, der den Zügen nachsah. München: Süddeutsche Zeitung, 2004.

Fischband gesucht.

Fischband

Für unser Kinderhaus haben wir zwei alte Fenster dem Sperrmüll entrissen, in die jeweils eine Hälfte des Fischbandes (mit Loch) eingelassen ist. Die andere Hälfte (den Bandlappen mit Dorn) haben wir natürlich nicht. Handelsüblich sind solche Teile in dieser Größe heute nicht mehr; im örtlichen Baumarkt ist auch nichts Entsprechendes zu bestellen.

Wir suchen also vier Fischband-Angeln (ähnlich wie auf dem Photo oben rechts, unter dem Reklamekugelschreiber), wobei der Dorn einen Durchmesser von 9 bis 10 mm haben muss.

Wer Sachdienliches beisteuern kann, möge sich bitte melden. Danke.

Herbert Kranz und »Ubique Terrarum«.

Titelbild Kranz:

Zu Herbert Kranz gibt es auf diesen Seiten und in der Wikipedia etwas nachzulesen; beide Biografien scheinen mir jedoch eher exkulpierend im Hinblick auf die Rolle Kranzens im "Dritten Reich": so informiert die Wikipedia

»Ab 1933 gerät er mehrmals ob seiner liberalen Einstellungen auch in seinen Werken mit der herrschenden Nazidiktatur in Konflikt, wird sowohl von Zeitungen (1943 Frankfurter Zeitung), als auch von der Akademie (1933) entlassen.

Nach dem Krieg wohnt er als freier Schriftsteller [...].«

– Kein Wort mithin zum Beispiel über Das Buch vom deutschen Osten, in dem Kranz die Geschichte deutscher Besiedelung in Osteuropa durch die Jahrhunderte erzählt. Im Vorwort schreibt er:

»Nie wird er [der Verfasser, Herbert Kranz] einen Sonntagnachmittag im Juli [1939] vergessen. Er schrieb gerade über Friedrich den Großen [...] Sätze nieder [...] – da hallte von draußen der Marschtritt von Soldaten und das unheimlich klanglose Klappern von Pferdehufen auf den Asphalt. Er trat ans Fenster und sah unten ein Infanteriebataillon durch die Straße ziehen, dessen Ziel der Westwall war. Auf die folgenden großen Geschehnisse, den Zusammenbruch Polens, die Neuordnung des Ostens mit ihren beispiellosen Umsiedlungen, konnte das Buch, das im November 1939 erschien, nur eben hinweisen.«

Polen sei also einfach so zusammengebrochen – vor diesem Hintergrund würde es mich schon interessieren, was Herbert Kranz im in der Frankfurter Illustrierten 1940 erschienenen Artikel »So war es in den entscheidenden Stunden« zu sagen hatte - leider liegt mir diese »auf Grund der Akten und mündlicher Mitteilungen der beteiligten Herren des Auswärtigen Amtes« veröffentlichte »erste Geschichtsreportage« nicht vor.

Im Buch vom deutschen Osten jedenfalls verbreitet Kranz recht ungeniert die Mär vom starken Deutschland, das den anderen Gebieten, die wie von selbst sich Deutschland angegliedert hätten, nur helfend beigesprungen sei:

»Österreich wurde wieder die Ostmark des Deutschen Reichs, [...] Memel kehrte zum Reich zurück, Danzig folgte ihm, und als Polen, getreu seiner Tradition, die unsinnigsten Wunschgebilde als Wirklichkeit zu nehmen [...] den deutschen Vorschlag einer gedeihlichen Regelung der Beziehungen zum Deutschen Reich nicht einging, dazu aber fortfuhr, die Volksdeutschen seiner Gebiete unmenschlich zu behandeln, vernichteten die deutschen Truppen in einem achtzehntägigen Feldzuge, wie ihn die deutsche Geschichte noch nicht gesehen hatte, das polnische Heer [...]. Die zur Führung berufenen Mächte des Ostens, Deutschland und Rußland, konnten nun darangehen, diesen Osten neu zu gliedern [...].«

1943 übrigens wurde dieses Buch nochmals unverändert nachgedruckt; nach einem unerwünschten Schriftsteller sieht dies nicht aus.

Hinzu kommt der Eindruck der Kinder- und Jugenbuchsammlung der Universität Graz, »die Ostafrika-Erzählungen von Herbert Kranz [spiegelten] gewaltsame Eroberung, imperiale Unterdrückung und Rassenwahn« wider. Ob das so ist, kann ich mangels Belegexemplaren nicht verifizieren; auch ist ein deutlicher Unterschied zwischen »widerspiegeln« und »gutheißen« – hier wäre sicher Bedarf für genaue Analyse.

Zumindest die in den Lexikonartikeln angedeutete Aussage, Kranz sei ein deutlicher Gegener des Naziregimes gewesen, lässt sich sicher nicht halten; hier sollten die Autoren Wahrheitstreue walten lassen und nichts beschönigen.

In der Generation der in den 40er und 50er Jahren geborenen Männer ist der Name Kranz hingegen mit ganz anderem verknüpft: mit der Kinderbuchreihe »Ubique Terrarum«: in klassischer Abenteuerromanmanier handelt sie von den Erlebnissen einer Gruppe von sechs Männern, die im Auftrag einer Londoner philantrophischen Company Aufträge in aller Welt ausführt - Mission impossible auf katholisch.

In ihrer Zusammensetzung und ihrem pädagogischen Impetus steht sie für Völkerverständigung, moralische Integrität und gleichberechtigtes Miteinander. Sie verdeutlicht den Wert von Wissen und Erfahrung, Neugier und Toleranz, zeigt, wie Hierarchie in Frage gestellt und allenfalls freiwillig anerkannt wird.

In einem heute liebenswert antiquiert wirkenden Ton wurden die noch nicht fernsehgewöhnten Jungs der 50er und 60er Jahre über Sitten und Gebräuche in fernen Ländern aufgeklärt, lernten unbekannte Gegenden kennen und erfuhren, wie in einem Team (damals noch nicht so abgenutzt wie heute) zusammengearbeitet wird, indem jeder seine Fähigkeiten zum Besten des Ganzen einbringt.

Da ich als Zwölfjähriger zwei Bücher Kranzens, die mein Vater in seiner Kindheit gelesen hatte, in meine Bibliothek stellen durfte und mich Karl Mays Elaborate schon immer langweilten, waren eben diese sechs Heroen – allen voran GG und der Chef, der in seiner Sprechweise so angenehm norddeutsch erschien – auch die meinen.

Lange Zeit hindurch waren die im Buchhandel vergriffenen Bücher nur antiquarisch – und damit teuer; es werden bis zu 50 € für einen Band der zehnbändigen Reihe verlangt – zu erwerben, nun hat der Enkel Kranzens, Georg Kranz, dankenswerterweise eine (bearbeitete) Neuauflage initiiert; sie erscheint als Book on Demand, die ersten zwei Bände sind erschienen.

Von Georg Kranz werden auch Leseproben bereitgestellt; hier die aus dem dritten Band, Tod in der Skelettschlucht.

An Sekundärliteratur ist Dr. Uli Ottos Auf den Spuren von »Ubique Terrarum« zu nennen, ich hab's aber erst bestellt, noch nicht gelesen.

Gelesen.

Annika Thor: In der Tiefe des Meeres. Hamburg: Carlsen, 2003.

Gelesen.

Herbert Kranz: In den Klauen des Ungenannten. Freiburg: Herder, 1961.

Ein Band aus der Ubique Terrarum-Reihe, die in klassischer Abenteuerromanmanier von den Erlebnissen einer Gruppe von sechs Männern handelt, die im Auftrag einer Londoner philantrophischen Company Aufträge in aller Welt ausführt - Mission impossible auf katholisch.

Über Reihe und Autor habe ich hier etwas geschrieben.

Hartz IV.

»Über den Daumen gepeilt: Arbeitslosengeld II ist mittelalterlicher Tagelohn. -- Von Erwerbsloseniniatitiven wird gelegentlich der Verdacht geäußert, die »Arbeitsmarktreformer« wollten uns ins Mittelalter zurückkatapultieren. Tatsächlich entspricht die Höhe des geplanten Arbeitslosengeldes II der eines Tagelohns von vor 600 Jahren, nur konnten damals auch arme Menschen aufgrund des Gemeineigentums an Wald und Weideland bescheiden überleben. Heute sind wir der Willkür von Staat und Bürokratie absolut ausgeliefert.« -- soweit die Junge Welt, die ich immer dann mal wieder lese, wenn der Schockwellenreiter sie zitiert.

Ich verstehe es gut, wenn jemand, der unter ungünstigen Lebensumständen sein Dasein fristet, Angst vor finanziellen Verschlechterungen hat.

Ich verstehe auch, dass diese geplante Verbesserungen etwa in der Hilfestellung durch das Arbeitsamt nur müde lächelnd abwinken, umso mehr, als Arbeitsplätze in der kommoden Form, wie sie vor zehn oder zwanzig Jahren üblich waren, nicht in der benötigten Zahl in Sicht sind.

Ich verstehe allerdings nicht, warum (politisch links stehende) Journalisten (?) Tatsachen verdrehen.


  • Arbeitslosengeld II bekommen Arbeitslose aus Steuern gezahlt, ohne dafür irgendeine Gegenleistung zu erbringen. Wäre dies in der Höhe vergleichbar mit Lohn für einen 10- bis 12-Stunden-Tag harter Arbeit zu irgendeinem Zeitpunkt in früherer Geschichte, zeigte dies in erster Linie an, wie hoch das Niveau ist, auf dem Journalisten jammern.


  • Rosa Gölitzer, die Autorin des Artikels, argumentiert -- wie es mir scheint -- kulturhistorisch sehr kenntnisreich und interessant. Allerdings lässt sie wie aus Versehen außer Acht, dass die 345 �?�, mit denen sie rechnet, nur der Regelsatz sind -- zusätzlich werden noch Kosten für Wohnung und Heizkosten gezahlt. Das kann den gezahlten Betrag glatt verdoppeln. Zusätzlich gibt es Kinder- und Altersversorgungsfreibeträge.


  • Gleichzeitig ist das ALG II für viele Sozialhilfeempfänger finanziell eine echte Verbesserung -- ein Gesichtspunkt, der von den doch scheinbar für die Kleinen sprechenden Wortführern (aber auch von der regierenden SPD) seltsamerweise beharrlich verschwiegen wird.


  • Arbeitslosengeld II ist kein Lohn, sondern eine Leistung, die von allen Steuerzahlern gemeinsam und solidarisch erbracht wird. Und das ist auch gut so. Aber damit zahlen nicht nur die Reichen, sondern auch die kleinsten Angestellten und Arbeiter in einen Säckel, der nicht leichtfertig geleert werden darf. Dass dies in der Vergangenheit bedauerlicherweise an anderer Stelle geschah, ist im Angesicht der Staatsverschuldung keine Begründung gegen eine zukünftig sparsame Haushaltsführung.


  • »[...] nur konnten damals auch arme Menschen aufgrund des Gemeineigentums an Wald und Weideland bescheiden überleben. Heute sind wir der Willkür von Staat und Bürokratie absolut ausgeliefert.« -- wie naiv muss man sein, um spätmittelalterliche Herrschaftsverhältnisse als lebenswerter zu empfinden als ein demokratisches Umfeld, in dem eben keine Willkür herrscht, sondern jeder Verwaltungsvorgang von einer Widerspruchsbelehrung begleitet sein muss?


Ein üppiges Leben ist mit den Leistungen nach Hartz IV sicher nicht möglich. Allerdings führen auch viele der arbeitenden Menschen ein solches Leben nicht und müssen jeden Pfennig zweimal umdrehen. Gleichwohl finanzieren diese das ALG II mit.

Wie gesagt: ich verstehe jeden, der, betroffen von Kürzungen, klagt. Sich aus undurchsichtigen Motiven heraus jedoch an der Verbreitung von Unwahrheiten zu beteiligen, ist schäbig.

Gelesen.

Vojtech Blodig: Theresienstadt in der "Endlösung der Judenfrage" 1941--1945. Prag: Helena Osvaldová, 2003.

Neues Blog.

Cyberplace ist ein neues Blog betitelt, das sich mit den philosophischen und kulturwissenschaftlichen Aspekten von Räumen und Orten befasst:

»Mögliche Diskussionsthemen (die Liste ist nicht erschöpfend und erweiterbar!):

  • Raum/Ort in politischer Hinsicht

  • Heterotopologie

  • Globalisierung

  • Raum/Ort und die Neuen Medien


Jeder, ob er nun auf diesem Gebiet forscht oder sich einfach nur dafür interessiert, ist herzlich eingeladen mitzumachen [...]. Beiträge können in Deutsch, Englisch oder Französisch abgefaßt sein.«