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Buch und Netz.

«Das Buchuniversum muss sein Verhältnis zur elektronischen Schiene noch finden» – Ein Gespräch mit Hartmut Winkler über Diskursökonomie, Bücher als PDF und die Medienwissenschaft. [netbib]

Das neue Buch Winklers, Diskursökonomie, gibt's parallel zur Buchausgabe auch als PDF. Das ist fein und sollte viel öfter so sein. Wenn mich ein Buch interessiert, kaufe ich es sowieso, weil ich am Bildschirm keine längeren Texte lesen mag und mir die ganze analoge Buchhandhabung (Haptik, Lesezeichen, Anstreichungen etc.) fehlte. Zusatznutzen wie eine Volltextsuche und das leichte Kopieren von Zitaten jedoch sind mir sehr willkommen.

Würde ich für solche Paralleleditionen auch etwas zahlen (wollen)? Nein. Der Text wird vom Verlag ohnehin digitalisiert; ein PDF zum Buch wäre mehr oder weniger ein Abfallprodukt des modernen Herstellungsverfahrens. Unter diesem muss der gemeine Leser täglich leiden, denn es bringt mit sich, dass Verlage nahezu alle Kontrollschritte vor dem Druck der Bücher wegrationalisiert haben – Rechtschreibfehler, Setzfehler und unlektorierte Ausdrucksschwächen (auch bei stw) müssen in immer größer werdender Zahl hingenommen werden –; so ist denn dieser kleine Zusatznutzen nur ein gerechter Ausgleich.

Kein Kommentar.

Es sei darauf hingewiesen, dass ich die Kommentarfunktion deaktiviert habe. Ich bin es leid, mich mit immer neuen Kommentarspammern und ihrem Müll zu beschäftigen.


Wer mir etwas mitteilen möchte, tut es bitte per Mail: hiw [ät] gmx.de. Vielen Dank.

Gelesen.

Nachträge aus den Weihnachtsferien:

Nick Hornby: About a Boy. London: Penguin, 1998.

Taavi Soininvaara: Finnisches Requiem. Berlin: Gustav Kiepenheuer, 2004.

Val McDermid: Echo einer Winternacht. München: Droemer, 2004.

J. M. Coetzee: Die jungen Jahre. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 2004.

Neues Jahr.

Ein frohes neues Jahr wünsche ich den Leserinnen und Lesern dieses Blogs.

Wie erkläre ich das meinen Schülern?

Dass Herr Daschner trotz der Androhung von Folter während der Ermittlungen im Entführungsfall Jakob von Metzler weitgehend straffrei aus dem Prozess geht, ist falsch und bedauernswert.

Die Entführung war ein Verbrechen, und ich würde vermutlich zu allem Unausdenklichem in der Lage gewesen sein, wäre ich an der Stelle der Eltern gewesen und mir der Entführer in die Hände geraten. Diese emotionale Reaktion ist verständlich, gegen sie ist auch gar nichts einzuwenden. Der Staat mit jedem einzelnen seiner hoheitlichen Vertreter indes – und da bin ich ganz Law-and-Order-Mann – muss sich an Recht und Gesetz halten. Unbedingt. Ohne Ausnahme. »Ehrenwerte Motive«, mit Verlaub, zählen da gar nicht. –

»"Zwar dürfe dem Gerichtsentscheid zufolge nicht gefoltert werden", sagt er [Oliver Tolmein], "wer es aber doch tut, hat offenbar ja keine Strafe zu erwarten". Die sogenannte Verwarnung mit Strafvorbehalt bezeichnet der Justizexperte als "sehr umstritten", weil sie weder ein klares Urteil noch einen Freispruch bedeute. Zudem habe der Angeklagte im Verlauf der Verhandlung keinerlei Reue für sein grundgesetzwidriges Verhalten gezeigt. "Normalerweise würde das straferschwerend ausgelegt werden", sagt Tolmein, "zumal das Vergehen von dem Gericht anerkannt wurde."«

Weiter im Artikel von Harald Neuber: Folter bleibt in Deutschland ohne Strafe.

Gelesen.

Jonathan Stroud: Bartimäus. Das Amulett von Samarkand. München: cbj, 2004.

Gelesen.

Tor Seidler: Danny und der Herr der Spiele. Hamburg: Cecilie Dressler, 2004.

SPD Eutin: Aufbruch zu neuen Grenzen.

Des Schockwellenreiters Tutorial zu Frontier (Teil 1, 2 und 3) sowie, wie ich zugeben muss, ein wenig private Nachhilfe verhalf der SPD Eutin zu einer neuen Homepage. Ich habe sie ist komplett in Frontier erstellt, als (nicht unbedingt notwendiger zusätzlicher) Editor diente PageSpinner. – Herzlichen Dank nochmals, Jörg!

Google Scholar, Open Access und die Folgen fürs Verlagsgeschäft.

Wie das Wissen in das Internet kommt, erklärt uns die Technology Review: »Das Internet und neue Suchtechnologien [etwa Google Scholar] unterminieren die Argumentation der Wissenschaftsverlage, dass ihre hohen Preise nur den teuren Veröffentlichungsprozess reflektieren.«

Das Ende des Buchhandels?

In der Servicewüste Buchhandel betitelten Glosse begründet Jens Falk, »warum der Onlinebuchhandel zum Ruin von Ladengeschäften führen wird«.

Interessant sind vor allem zwei Aspekte, die zwar textartbedingt ein wenig überzeichnet sind, insgesamt aber das Problem treffend umreißen: zum einen die Karikatur des allerorten wenig kundenorientierten, eher behäbigen, technisch in guten Fällen erst in den 80er Jahren stehengebliebenen Buchhändlers (Ja, ich kenne Ausnahmen. Und ja: sie bestätigen die Regel.) und zum anderen die Folgerung, die man aus der Beschreibung der massenwareorientierten Sortimente der Großbuchhandelskettenfilialen ziehen muss: dass diese nämlich das Wenige, das die kleinen Geschäfte den Internetbuchhändlern voraus haben – individuelle Beratung und Schwerpunktsetzungen, Fachwissen, Fachwissen und Fachwissen (in den unterschiedlichsten Bereichen) – zugunsten der Beschäftigung von 400-Euro-Jobberinnen und der Wiederholung und Bestätigung des Mainstreams aufgeben.

Auf diese Art und Weise schröpfen die Großen aber zuerst die Kleinen (die dann schließen müssen), um nach einiger Zeit genauso dem Orkus entgegenzugehen: für immer das Gleiche in immer gleicher Darbietung brauche ich nicht mehr den Buchhändler – der Baumarkt tut's genauso (wie wir beim letzten Harry-Potter-Band erfahren durften).

Das auch nur ein wenig Speziellere ist in keinem Falle vorrätig, sodass man genausogut beim Internet-Buchhändler bestellen kann. Dass dieser letztendlich mitnichten schneller liefert, sondern – anders, als Falk darstellt – für eine Buchbestellung inklusive Lieferung gut drei, vier oder fünf Tage ins Land gehen können, ist eine andere Sache – der Eindruck des Kunden ist, dass er bei Amazon & Konsorten besser bedient wird.

(Tatsächlich betrifft die Kritik Falks überigens auch nicht nur den Buchhandel, sondern potentiell viele Bereiche des Einzelhandels und anderer Wirtschaftsbereiche – der Buchhandel hat nur das Pech, dass sein Produkt hervorragend über das WWW zu vermarkten ist.)

So erlischt allmählich eine Verkaufsform des Buches, die mit dem nach wie vor weltbesten Bestellsystem für Bücher – die wichtigsten Bücher von einem Tag auf den anderen, seltenere in spätestens zwei Wochen ohne jegliche Mehrkosten für die Besorgung – eigentlich hervorragend aufgestellt war.

Es tut mir sehr leid um einen fantastischen (nur viel zu gering bezahlten) Berufsstand und um diejenigen Buchhändler, die mit der Branche untergehen, obwohl sie hervorragenden Dienst am Kunden leisten.

Gelesen.

Arto Paasilinna: Der Sohn des Donnergottes. Bergisch-Gladbach: Lübbe, 2001.