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Gelesen.

Fernando Savater: Sei kein Idiot! Weinheim: Beltz, 2001.

Brecht und die Historie.

Im Deutsch-GK 12 werde ich morgen mit der Behandlung von Brechts Trommeln in der Nacht beginnen, einem frühen und in der Schule selten gelesenen Werk vor dem Hintergrund des Spartakusaufstandes.

Vielfältiges Material zum historischen Hintergrund liefert das Deutsche Historische Museum in seinem Lebendigen virtuellen Museum online (LeMo): unter vielem anderen einen Überblickstext zur Revolution von 1918/19 und einen speziellen zum Spartakusbund.

Von hohem Wert auch Ergänzungen wie die zum (hochinteressanten!) Kollektiven Gedächtnis gehörende Aufzeichnung aus dem Tagebuch des jüdischen Fabrikanten Oskar Münsterberg (1865-1920) zum Spartakusaufstand.

Gelesen.

Markus Orths: Lehrerzimmer. München: dtv, 2004.

Buch und Netz.

«Das Buchuniversum muss sein Verhältnis zur elektronischen Schiene noch finden» – Ein Gespräch mit Hartmut Winkler über Diskursökonomie, Bücher als PDF und die Medienwissenschaft. [netbib]

Das neue Buch Winklers, Diskursökonomie, gibt's parallel zur Buchausgabe auch als PDF. Das ist fein und sollte viel öfter so sein. Wenn mich ein Buch interessiert, kaufe ich es sowieso, weil ich am Bildschirm keine längeren Texte lesen mag und mir die ganze analoge Buchhandhabung (Haptik, Lesezeichen, Anstreichungen etc.) fehlte. Zusatznutzen wie eine Volltextsuche und das leichte Kopieren von Zitaten jedoch sind mir sehr willkommen.

Würde ich für solche Paralleleditionen auch etwas zahlen (wollen)? Nein. Der Text wird vom Verlag ohnehin digitalisiert; ein PDF zum Buch wäre mehr oder weniger ein Abfallprodukt des modernen Herstellungsverfahrens. Unter diesem muss der gemeine Leser täglich leiden, denn es bringt mit sich, dass Verlage nahezu alle Kontrollschritte vor dem Druck der Bücher wegrationalisiert haben – Rechtschreibfehler, Setzfehler und unlektorierte Ausdrucksschwächen (auch bei stw) müssen in immer größer werdender Zahl hingenommen werden –; so ist denn dieser kleine Zusatznutzen nur ein gerechter Ausgleich.

Kein Kommentar.

Es sei darauf hingewiesen, dass ich die Kommentarfunktion deaktiviert habe. Ich bin es leid, mich mit immer neuen Kommentarspammern und ihrem Müll zu beschäftigen.


Wer mir etwas mitteilen möchte, tut es bitte per Mail: hiw [ät] gmx.de. Vielen Dank.

Gelesen.

Nachträge aus den Weihnachtsferien:

Nick Hornby: About a Boy. London: Penguin, 1998.

Taavi Soininvaara: Finnisches Requiem. Berlin: Gustav Kiepenheuer, 2004.

Val McDermid: Echo einer Winternacht. München: Droemer, 2004.

J. M. Coetzee: Die jungen Jahre. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 2004.

Neues Jahr.

Ein frohes neues Jahr wünsche ich den Leserinnen und Lesern dieses Blogs.

Wie erkläre ich das meinen Schülern?

Dass Herr Daschner trotz der Androhung von Folter während der Ermittlungen im Entführungsfall Jakob von Metzler weitgehend straffrei aus dem Prozess geht, ist falsch und bedauernswert.

Die Entführung war ein Verbrechen, und ich würde vermutlich zu allem Unausdenklichem in der Lage gewesen sein, wäre ich an der Stelle der Eltern gewesen und mir der Entführer in die Hände geraten. Diese emotionale Reaktion ist verständlich, gegen sie ist auch gar nichts einzuwenden. Der Staat mit jedem einzelnen seiner hoheitlichen Vertreter indes – und da bin ich ganz Law-and-Order-Mann – muss sich an Recht und Gesetz halten. Unbedingt. Ohne Ausnahme. »Ehrenwerte Motive«, mit Verlaub, zählen da gar nicht. –

»"Zwar dürfe dem Gerichtsentscheid zufolge nicht gefoltert werden", sagt er [Oliver Tolmein], "wer es aber doch tut, hat offenbar ja keine Strafe zu erwarten". Die sogenannte Verwarnung mit Strafvorbehalt bezeichnet der Justizexperte als "sehr umstritten", weil sie weder ein klares Urteil noch einen Freispruch bedeute. Zudem habe der Angeklagte im Verlauf der Verhandlung keinerlei Reue für sein grundgesetzwidriges Verhalten gezeigt. "Normalerweise würde das straferschwerend ausgelegt werden", sagt Tolmein, "zumal das Vergehen von dem Gericht anerkannt wurde."«

Weiter im Artikel von Harald Neuber: Folter bleibt in Deutschland ohne Strafe.