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Gelesen.

van de Vendel: Was ich vergessen habeEdward van de Vendel: Was ich vergessen habe. Hamburg: Carlsen, 2004.

Ein feines Kinderbuch ab 11 Jahren: Erlebnisse von Elmer (boy) mit Sosha (girl) vor dem Hintergrund familiärer Verstrickungen. Einfühlsame, glaubhafte Darstellung des Jungen und dessen Beziehung zu seinem dementen Großvater. Dabei alles andere als tutig pädagogisch, sondern voller Witz und rasant erzählt.

Buch bei Amazon angucken.

Philotas.

In der Schule lese ich mit den Schülerinnen und Schülern (S) des 12. Jahrgangs gerade Lessings Philotas, ein einaktiges Kammerspiel mit nur vier Figuren.

Ich hatte dieses Stück vorgeschlagen, weil den S in Schillers Räuber zu viel Liebe und Herzschmerz vorkam und die Kriegertragödie mir da ein sinniges Gegengewicht zu sein schien. Außerdem bin ich immer froh, wenn die S sich dazu bereitfinden, mit mir gemeinsam ein auch für mich neues, nicht schon diverse Male durchgenudeltes Stück lesen mögen und nicht stur auf der Behandlung der Unterrichtsklassiker bestehen.

Nach der Lektüre in verteilten Rollen – nach jedem Auftritt unterbrochen durch ein Unterrichtsgespräch zu wichtigen Aspekten des jeweiligen Abschnitts – möchte ich dazu kurze Szenen szenisch interpretieren lassen. Die S sind hierfür in vier Gruppen aufgeteilt worden; in der nächsten Doppelstunde haben sie Zeit zur Vorbereitung. Sie dürfen Änderungen (in erster Linie wohl Kürzungen) an den Textstellen vornehmen.

Abschließend zu dieser kurzen Einheit werden die S als Hausaufgabe einen Nachtext schreiben, eine Anregung, die ich bei Harald Frommer (Lesen und Inszenieren. Produktiver Umgang mit dem Drama auf der Sekundarstufe) geklaut und bislang noch nicht probiert habe.

Internetquellen zu Lessing gibt's hier.

Gelesen.

Lars Gustafsson: Der Dekan. München: Hanser, 2004.

Gelesen.

Joachim Lottmann: Die Jugend von heute. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2004.

Gelesen.

Patrick Hamilton: Hangover Square. Zürich: Dörlemann, 2005.

Harry über Heide.

»Die Zeit: Was mit Heide Simonis passiert ist, lässt Sie also völlig kalt.

Rowohlt: Nö. Ich würd schon gerne wissen, welche Ratte das war. Die müsste man dann, wie man in Hamburg sagt, leeeebenslänglich außem Fenster schmeißen. So geht's ja nicht. Da ist wahrscheinlich irgendjemand mit seinen Hypotheken im Verzug oder so. Peter Harry Carstensen war irgendwie überhaupt nicht überrascht. Aber in Schleswig-Holstein weiß man nie so mit den Mienen ... Die Witwe Barschel hat nach dem Tod ihres Mannes dermaßen beseligt in alle Kameras geguckt, dass ich nicht weiß, ob nicht wirklich ein furchtbarer Druck von ihr abgefallen war oder ob sie einfach das falsche Gesicht gemacht hat vor Entsetzen. Aber die sah endlich mal richtig zufrieden aus. Kann ich gut verstehen.«

(Aus dem Interview der Zeit mit Harry Rowohlt.)

Philosophie und Medien.

Ein wichtiger Artikel Georg Meggles über die Schwierigkeiten der Medien mit der Philosophie (die ähnlich für den Umgang von Schulen mit Philosophie bestehen: wenn nämlich Philosophie mit Morallehre oder Werteunterricht verwechselt wird).

Zitat aus dem Text: »Die Entwicklung und der Gebrauch dieses keineswegs angeborenen Vermögens [begriffliches Unterscheidungsvermögen] verlangen, dass zwei Voraussetzungen gegeben sind: Erstens Bereitschaft zur Abstraktion, also auch zur Distanz; und zweitens hinreichend Gelassenheit, Ruhe und Zeit. Wer eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte die Finger von der Philosophie lassen.«

GnuPG unter Mac OS X.

Eine hervorragende Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation von GnuPG auf dem Mac für unerfahrene Nutzer hat Markus Voelkel zusammengestellt.

(Eine weitere Anleitung findet sich übrigens hier.)

Mit den zugehörigen Skripten für Eudora ist das Ver- und Entschlüsseln dann sehr einfach, wenn auch immer noch ein extra Schritt, der zu oft verhindert, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: dass nämlich außer den beiden, die es angeht, niemand anders die Kommunikation zu verfolgen in der Lage ist.

Abwahl.

Heide Simonis ist nun gestern nicht zur Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins gewählt worden. Wie ist das zu bewerten?

Abseits der politischen Entscheidung ging es gestern schlicht darum, eine Vereinbarung offiziell zu bestätigen, die durch den Koalitionsvertrag mit den Grünen bzw. mit dem Tolerierungsvertrag mit dem SSW die Verlängerung der Dienstzeit von Heide Simonis miteinschloss. Diese Vereinbarung ist unter Einbeziehung aller Abgeordneten erarbeitet worden, jeder hat die Möglichkeit gehabt, sich zu beteiligen und seinen Unmut über die Fortführung der Amtszeit zu äußern. Das ist nicht geschehen. Auch in den Probeabstimmungen in den Fraktionen gab es niemanden, der Simonis seine Stimme nicht gegeben hätte.

Wenn dies nun in der öffentlichen Abstimmung erst geschieht, und zwar nicht ein-, sondern viermal, dann handelt der Betreffende in großer Feigheit und in Unfairness. Feigheit, weil zum Berufsbild für Politiker gehört, dass diese für ihre eigene Meinung auch einstehen, Unfairness, weil Heide Simonis sich, indem sie sich zur Wahl stellt, ins Vertrauen der Abgeordneten stellt: sie tut dies für sich (natürlich), aber sie tut dies auch für die Mitglieder der Grünen, des SSW und der SPD. Mindestens letztere stehen für ihre Wähler in der Pflicht, für eine Ministerpräsidentin Heide Simonis zu stimmen.

Dies nun zum Beispiel mit Schadenfreude zu betrachten, ist nun wiederum ein wenig peinlich. Sich aus allem heraushalten, von außen die Politik als per se falsch zu kennzeichnen, kann die Lösung doch nicht sein. Es geht hier in der Tat nicht um Politik, sondern um ethische Grundlagen des Zusammenlebens und -arbeitens.

Dabei ist es völlig unwesentlich, welche politische Lösung nun gefunden wird: die Enttäuschung gestern war eine menschliche, die Abgeordneten des SSW, der Grünen und der SPD können nun nicht mehr vertrauensvoll zusammenarbeiten, denn stets wird die Frage im Hintergrund stehen, ob derjenige, mit dem man redet, der Falsche gewesen sei. Mich schauert's bei dem Gedanken. Andere freuen sich darüber.

Je nun.