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Gelesen.

Haggard, SieHenry Rider Haggard: Sie. Hildesheim: Benu, 2004.

Ein wilder Abenteuerroman aus dem Jahre 1887 in kolonialem Geist: ein schöner, junger, wohlgebildeter und finanziell unabhängiger Engländer reist mit seinem hässlichen (aber starken, gelehrten und höchst integren) Vormund nach Afrika, um im Land der Wilden eine alte Zivilisation mit einer unsterblichen, überirdisch schönen Königin aufzusuchen, die in ihm einen wiedergeborenen Geliebten zu erkennen meint.

Mehr beim Verlag.

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Gelesen.

Bönisch, RocktageDana Bönisch: Rocktage. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2003.

Ein studentischer Werther durchlebt das ihm literarisch vorgezeichnete Sein zum Tode.

Was gelungen ist: sowohl humoristische Szenen als auch die Schilderung einer unglücklichen Liebe, eines Fremdseins in der Welt. Die Einbindung der Musik in das Geschehen.

Was nicht gelungen ist: das gewollt Bedeutungsschwere: dass der Protagonist ausgerechnet »Puck« heißen muss. Die Erwähnung eines imaginären Herrn Goethe, der den Protagonisten von Zeit zu Zeit zu treffen scheint (anders als bei Plenzdorf ist diese Verbindung gänzlich unmotiviert und unnötig).

Insgesamt aber ein trotz dieser Schwächen sympathisches Buch.

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Gelesen.

Winfried Bruckner: Tötet ihn. Baden-Baden: Signal-Verlag Hans Frevert, 1967.

Apfelwein angesetzt.

Drei Zehn-Liter-Eimer saurer (!) Äpfel ergaben per Kaltentsafter 6,5 l Saft. Diese angesetzt mit 1,4 kg Zucker und 1,4 l Wasser sowie einem Fläschchen Steinberg-Reinzuchthefe sollten feiner Apfelwein werden ...

Gelesen.

Max Frisch: Homo faber. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch, 1998.

Erneute Lektüre, weil ich's mit den S im Deutsch-GK lesen möchte.

(Tatsächlich war es so, dass ich den S herzhaft von Frisch abgeraten hatte, da mir die gefühlige, larmoyante Selbstbezogenheit der Frisch-Heroen immer arg auf die Nerven ging. So bot ich denn aggressiv grantelnde Selbstbezogenheit – Schmidts Brand's Haide – als Alternative an. Nach kurzer Vorleseprobe – ich schwöre, dass ich Frisch so langweilig wie möglich vorgelesen habe! – entscheiden sich die S dann aber doch lieber für Homo faber. Seufz.)

Gelesen.

Perry Rhodan 2. Das Mutantenkorps. Rastatt: Moewig, 1978.

Captain Kirk ist ein Softie gegen Haudrauf Perry Rhodan, der mittels Arkoniden-Gehirnauffrischung zum Übermenschen wird und gemeinsam mit seinen Mutantenkumpels zunächst die Herrschaft der vereinigten Menschheit auf der Erde gegen fiese außerirdische Individualverformer behauptet, später die Erde auch am Hindukusch im Wega-System verteidigt.

O ha. Nach zweien solcher edlen Silberbände is' nu' auch gut (aber kennenlernen wollte ich's schon mal).

德國網站.

Es sieht schon einigermaßen geheimnisvoll aus, wenn man unter dieser Überschrift verlinkt wird. Leider kann ich kein Chinesisch.

Rechtschreibung.

Laut Erlasslage habe ich als Lehrer inzwischen viele Regelungen der alten Rechtschreibung als falsch anzustreichen. Das ist – mit Verlaub – grober Unfug.

Die alte Rechtschreibung begegnet Schülerinnen und Schülern (im Folgenden: S) nach wie vor täglich, sie ist nicht per Federstrich tilgbar. Noch heute werden in vielen (ich bin versucht zu sagen: in allen) Schulen des Landes an S Kopien und Bücher in alter Rechtschreibung ausgegeben, und da viele noch lebende Autoren, die Rechteinhaber schon verstorbener und auch ganze Verlage sich gegen eine Reform ihrer Texte wehren, wird dies mindestens auch die nächsten siebzig Jahre noch so sein.

Ich war kein Gegner der neuen Rechtschreibung, denn es gibt Regelungen, die vernünftig sind und von den S gut angenommen werden, weil sie Sachverhalte vereinheitlichen – die ss/ß-Regelung ist ein Beispiel hierfür: dass nach kurzem Vokal kein ß, sondern ein ss zu stehen hat. Ich bin überzeugt davon, dass sich Regelungen dieser Art nach einiger Zeit durchsetzen werden – auch ohne dass die alten Schreibungen zwangsläufig mit einem Fehlerzeichen versehen werden müssen.

(Wer das Ganze als viel Getöse um nichts ansieht, übersieht dabei, dass es für die S durchaus von Belang ist: im Fach Deutsch spielt in der Sekundarstufe I und II die Leistung im Elementarbereich eine große Rolle, sie ist gerade bei schwächeren S mitentscheidend über Bestehen oder nicht Bestehen.)

Es besteht kein Grund, die alten Schreibungen nicht mehr zuzulassen. Ziel muss sein (und dies ist auch alles, was erreicht werden kann), Rechtschreibung wieder stärker deskriptiv (wie der Duden in früheren Zeiten) und weniger normativ zu verstehen. In der rechtschreibpolitischen Lage, in der wir uns befinden, ist eine Durchsetzung per Anordnung wie zu Kaisers Zeiten nun einmal nicht mehr möglich.

Ich möchte wache S haben. S, die auch in anderen Büchern als nur Schulbüchern lesen. Und das, was sie dort lesen, darf nicht in der Schule als falsch angestrichen werden.

Theodor Ickler zum Problem im aktuellen Börsenblatt.

Gelesen.

Perry Rhodan 1. Die Dritte Macht. Rastatt: Moewig, 1978.