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Gelesen.

Joachim Lottmann: Die Jugend von heute. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2004.

Gelesen.

Patrick Hamilton: Hangover Square. Zürich: Dörlemann, 2005.

Harry über Heide.

»Die Zeit: Was mit Heide Simonis passiert ist, lässt Sie also völlig kalt.

Rowohlt: Nö. Ich würd schon gerne wissen, welche Ratte das war. Die müsste man dann, wie man in Hamburg sagt, leeeebenslänglich außem Fenster schmeißen. So geht's ja nicht. Da ist wahrscheinlich irgendjemand mit seinen Hypotheken im Verzug oder so. Peter Harry Carstensen war irgendwie überhaupt nicht überrascht. Aber in Schleswig-Holstein weiß man nie so mit den Mienen ... Die Witwe Barschel hat nach dem Tod ihres Mannes dermaßen beseligt in alle Kameras geguckt, dass ich nicht weiß, ob nicht wirklich ein furchtbarer Druck von ihr abgefallen war oder ob sie einfach das falsche Gesicht gemacht hat vor Entsetzen. Aber die sah endlich mal richtig zufrieden aus. Kann ich gut verstehen.«

(Aus dem Interview der Zeit mit Harry Rowohlt.)

Philosophie und Medien.

Ein wichtiger Artikel Georg Meggles über die Schwierigkeiten der Medien mit der Philosophie (die ähnlich für den Umgang von Schulen mit Philosophie bestehen: wenn nämlich Philosophie mit Morallehre oder Werteunterricht verwechselt wird).

Zitat aus dem Text: »Die Entwicklung und der Gebrauch dieses keineswegs angeborenen Vermögens [begriffliches Unterscheidungsvermögen] verlangen, dass zwei Voraussetzungen gegeben sind: Erstens Bereitschaft zur Abstraktion, also auch zur Distanz; und zweitens hinreichend Gelassenheit, Ruhe und Zeit. Wer eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte die Finger von der Philosophie lassen.«

GnuPG unter Mac OS X.

Eine hervorragende Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation von GnuPG auf dem Mac für unerfahrene Nutzer hat Markus Voelkel zusammengestellt.

(Eine weitere Anleitung findet sich übrigens hier.)

Mit den zugehörigen Skripten für Eudora ist das Ver- und Entschlüsseln dann sehr einfach, wenn auch immer noch ein extra Schritt, der zu oft verhindert, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: dass nämlich außer den beiden, die es angeht, niemand anders die Kommunikation zu verfolgen in der Lage ist.

Abwahl.

Heide Simonis ist nun gestern nicht zur Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins gewählt worden. Wie ist das zu bewerten?

Abseits der politischen Entscheidung ging es gestern schlicht darum, eine Vereinbarung offiziell zu bestätigen, die durch den Koalitionsvertrag mit den Grünen bzw. mit dem Tolerierungsvertrag mit dem SSW die Verlängerung der Dienstzeit von Heide Simonis miteinschloss. Diese Vereinbarung ist unter Einbeziehung aller Abgeordneten erarbeitet worden, jeder hat die Möglichkeit gehabt, sich zu beteiligen und seinen Unmut über die Fortführung der Amtszeit zu äußern. Das ist nicht geschehen. Auch in den Probeabstimmungen in den Fraktionen gab es niemanden, der Simonis seine Stimme nicht gegeben hätte.

Wenn dies nun in der öffentlichen Abstimmung erst geschieht, und zwar nicht ein-, sondern viermal, dann handelt der Betreffende in großer Feigheit und in Unfairness. Feigheit, weil zum Berufsbild für Politiker gehört, dass diese für ihre eigene Meinung auch einstehen, Unfairness, weil Heide Simonis sich, indem sie sich zur Wahl stellt, ins Vertrauen der Abgeordneten stellt: sie tut dies für sich (natürlich), aber sie tut dies auch für die Mitglieder der Grünen, des SSW und der SPD. Mindestens letztere stehen für ihre Wähler in der Pflicht, für eine Ministerpräsidentin Heide Simonis zu stimmen.

Dies nun zum Beispiel mit Schadenfreude zu betrachten, ist nun wiederum ein wenig peinlich. Sich aus allem heraushalten, von außen die Politik als per se falsch zu kennzeichnen, kann die Lösung doch nicht sein. Es geht hier in der Tat nicht um Politik, sondern um ethische Grundlagen des Zusammenlebens und -arbeitens.

Dabei ist es völlig unwesentlich, welche politische Lösung nun gefunden wird: die Enttäuschung gestern war eine menschliche, die Abgeordneten des SSW, der Grünen und der SPD können nun nicht mehr vertrauensvoll zusammenarbeiten, denn stets wird die Frage im Hintergrund stehen, ob derjenige, mit dem man redet, der Falsche gewesen sei. Mich schauert's bei dem Gedanken. Andere freuen sich darüber.

Je nun.

Gelesen.

Klaus Kordon: Die roten Matrosen. Weinheim/Basel: Beltz, 1984.

Drama on Demand.

Der Formal Dramatische Phrasen-Drescher erzeugt mittels eines uralten Programms Dramen, die in ihrer Absurdität amüsant sind. Zur Illustration ein Beispiel aus "Aristoteles des quadrante":

[...]

Descartes [küßt Lévinas]: was du eigentlich quasi nun sagst?

Lévinas: geh! – weshalb muß das sein?

Luhmann: wird Descartes wahrscheinlich nicht Lévinas, so brauch ich scheinbar gehalt, jawollja. {erwürgt Nietzsche} salü.

Lévinas: [bittend laut] lasst uns das angenehme thema wechseln. niederträchtig. da las vegas, am rande bemerkt, besser wäre, ist oberhof, am rande bemerkt, besser, bist du nicht der meinung, Heidegger?

Luhmann: lange rede kurzer wahnsinn. bekanntermaßen offensichtlich. ist ein killer. dein wort in gottes ohr.

Descartes: Nietzsche ist abgekratzt. Hegel philosophiert wieder.

Luhmann: yupp!

[...]

... das hat schon 'was.

Altern.

Mit Kindern wird man sich des Alterns bewusst: ein Bezugspunkt scheint auf, der einem vor Augen führt, wie alt man ist, wenn das Kind x, y oder z Lebensjahre zählt. Dass man über 20 oder gar über 30 Jahre älter ist als das Kind – Zeitspannen, die für das Kind nun wiederum ganz unbegreiflich lang erscheinen.

Ein weiteres Mittel, sich des eigenen fortgeschrittenen Seins zum Tode zu versichern, ist die regelmäßige Lektüre von nothing. wie wir langsam uncool werden. ein offenes weblog über den ekel vor dem eigenen verfall, das hiermit zur Überprüfung von allfälligen Übereinstimmungen empfohlen sei.