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Kindergartengebühren.

Bei Gelegenheit hatte ich ja darauf hingewiesen, dass die Klagen über kommende Studiengebühren nur verdecken, was beim Bildungsbeginn in der Kinderbetreuung viel brisanter ist: dass nämlich gerade bei der vorschulischen Bildung nach wie vor viel zu wenig (öffentliches) Geld ausgegeben wird, was dazu führt, dass gerade diejenigen Kinder, die besondere Betreuung bräuchten, sie nicht bekommen.

In Ostholstein bemerken die Kindergärten dies jetzt durch überdurchschnittlich hohe Abmeldezahlen: Kindergarten-Besuch – für viele Familien ein Luxus.

Gelesen.

van de Vendel: Was ich vergessen habeEdward van de Vendel: Was ich vergessen habe. Hamburg: Carlsen, 2004.

Ein feines Kinderbuch ab 11 Jahren: Erlebnisse von Elmer (boy) mit Sosha (girl) vor dem Hintergrund familiärer Verstrickungen. Einfühlsame, glaubhafte Darstellung des Jungen und dessen Beziehung zu seinem dementen Großvater. Dabei alles andere als tutig pädagogisch, sondern voller Witz und rasant erzählt.

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Philotas.

In der Schule lese ich mit den Schülerinnen und Schülern (S) des 12. Jahrgangs gerade Lessings Philotas, ein einaktiges Kammerspiel mit nur vier Figuren.

Ich hatte dieses Stück vorgeschlagen, weil den S in Schillers Räuber zu viel Liebe und Herzschmerz vorkam und die Kriegertragödie mir da ein sinniges Gegengewicht zu sein schien. Außerdem bin ich immer froh, wenn die S sich dazu bereitfinden, mit mir gemeinsam ein auch für mich neues, nicht schon diverse Male durchgenudeltes Stück lesen mögen und nicht stur auf der Behandlung der Unterrichtsklassiker bestehen.

Nach der Lektüre in verteilten Rollen – nach jedem Auftritt unterbrochen durch ein Unterrichtsgespräch zu wichtigen Aspekten des jeweiligen Abschnitts – möchte ich dazu kurze Szenen szenisch interpretieren lassen. Die S sind hierfür in vier Gruppen aufgeteilt worden; in der nächsten Doppelstunde haben sie Zeit zur Vorbereitung. Sie dürfen Änderungen (in erster Linie wohl Kürzungen) an den Textstellen vornehmen.

Abschließend zu dieser kurzen Einheit werden die S als Hausaufgabe einen Nachtext schreiben, eine Anregung, die ich bei Harald Frommer (Lesen und Inszenieren. Produktiver Umgang mit dem Drama auf der Sekundarstufe) geklaut und bislang noch nicht probiert habe.

Internetquellen zu Lessing gibt's hier.

Gelesen.

Lars Gustafsson: Der Dekan. München: Hanser, 2004.

Gelesen.

Joachim Lottmann: Die Jugend von heute. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2004.

Gelesen.

Patrick Hamilton: Hangover Square. Zürich: Dörlemann, 2005.

Harry über Heide.

»Die Zeit: Was mit Heide Simonis passiert ist, lässt Sie also völlig kalt.

Rowohlt: Nö. Ich würd schon gerne wissen, welche Ratte das war. Die müsste man dann, wie man in Hamburg sagt, leeeebenslänglich außem Fenster schmeißen. So geht's ja nicht. Da ist wahrscheinlich irgendjemand mit seinen Hypotheken im Verzug oder so. Peter Harry Carstensen war irgendwie überhaupt nicht überrascht. Aber in Schleswig-Holstein weiß man nie so mit den Mienen ... Die Witwe Barschel hat nach dem Tod ihres Mannes dermaßen beseligt in alle Kameras geguckt, dass ich nicht weiß, ob nicht wirklich ein furchtbarer Druck von ihr abgefallen war oder ob sie einfach das falsche Gesicht gemacht hat vor Entsetzen. Aber die sah endlich mal richtig zufrieden aus. Kann ich gut verstehen.«

(Aus dem Interview der Zeit mit Harry Rowohlt.)

Philosophie und Medien.

Ein wichtiger Artikel Georg Meggles über die Schwierigkeiten der Medien mit der Philosophie (die ähnlich für den Umgang von Schulen mit Philosophie bestehen: wenn nämlich Philosophie mit Morallehre oder Werteunterricht verwechselt wird).

Zitat aus dem Text: »Die Entwicklung und der Gebrauch dieses keineswegs angeborenen Vermögens [begriffliches Unterscheidungsvermögen] verlangen, dass zwei Voraussetzungen gegeben sind: Erstens Bereitschaft zur Abstraktion, also auch zur Distanz; und zweitens hinreichend Gelassenheit, Ruhe und Zeit. Wer eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte die Finger von der Philosophie lassen.«