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Apfelwein angesetzt.

Drei Zehn-Liter-Eimer saurer (!) Äpfel ergaben per Kaltentsafter 6,5 l Saft. Diese angesetzt mit 1,4 kg Zucker und 1,4 l Wasser sowie einem Fläschchen Steinberg-Reinzuchthefe sollten feiner Apfelwein werden ...

Gelesen.

Max Frisch: Homo faber. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch, 1998.

Erneute Lektüre, weil ich's mit den S im Deutsch-GK lesen möchte.

(Tatsächlich war es so, dass ich den S herzhaft von Frisch abgeraten hatte, da mir die gefühlige, larmoyante Selbstbezogenheit der Frisch-Heroen immer arg auf die Nerven ging. So bot ich denn aggressiv grantelnde Selbstbezogenheit – Schmidts Brand's Haide – als Alternative an. Nach kurzer Vorleseprobe – ich schwöre, dass ich Frisch so langweilig wie möglich vorgelesen habe! – entscheiden sich die S dann aber doch lieber für Homo faber. Seufz.)

Gelesen.

Perry Rhodan 2. Das Mutantenkorps. Rastatt: Moewig, 1978.

Captain Kirk ist ein Softie gegen Haudrauf Perry Rhodan, der mittels Arkoniden-Gehirnauffrischung zum Übermenschen wird und gemeinsam mit seinen Mutantenkumpels zunächst die Herrschaft der vereinigten Menschheit auf der Erde gegen fiese außerirdische Individualverformer behauptet, später die Erde auch am Hindukusch im Wega-System verteidigt.

O ha. Nach zweien solcher edlen Silberbände is' nu' auch gut (aber kennenlernen wollte ich's schon mal).

德國網站.

Es sieht schon einigermaßen geheimnisvoll aus, wenn man unter dieser Überschrift verlinkt wird. Leider kann ich kein Chinesisch.

Rechtschreibung.

Laut Erlasslage habe ich als Lehrer inzwischen viele Regelungen der alten Rechtschreibung als falsch anzustreichen. Das ist – mit Verlaub – grober Unfug.

Die alte Rechtschreibung begegnet Schülerinnen und Schülern (im Folgenden: S) nach wie vor täglich, sie ist nicht per Federstrich tilgbar. Noch heute werden in vielen (ich bin versucht zu sagen: in allen) Schulen des Landes an S Kopien und Bücher in alter Rechtschreibung ausgegeben, und da viele noch lebende Autoren, die Rechteinhaber schon verstorbener und auch ganze Verlage sich gegen eine Reform ihrer Texte wehren, wird dies mindestens auch die nächsten siebzig Jahre noch so sein.

Ich war kein Gegner der neuen Rechtschreibung, denn es gibt Regelungen, die vernünftig sind und von den S gut angenommen werden, weil sie Sachverhalte vereinheitlichen – die ss/ß-Regelung ist ein Beispiel hierfür: dass nach kurzem Vokal kein ß, sondern ein ss zu stehen hat. Ich bin überzeugt davon, dass sich Regelungen dieser Art nach einiger Zeit durchsetzen werden – auch ohne dass die alten Schreibungen zwangsläufig mit einem Fehlerzeichen versehen werden müssen.

(Wer das Ganze als viel Getöse um nichts ansieht, übersieht dabei, dass es für die S durchaus von Belang ist: im Fach Deutsch spielt in der Sekundarstufe I und II die Leistung im Elementarbereich eine große Rolle, sie ist gerade bei schwächeren S mitentscheidend über Bestehen oder nicht Bestehen.)

Es besteht kein Grund, die alten Schreibungen nicht mehr zuzulassen. Ziel muss sein (und dies ist auch alles, was erreicht werden kann), Rechtschreibung wieder stärker deskriptiv (wie der Duden in früheren Zeiten) und weniger normativ zu verstehen. In der rechtschreibpolitischen Lage, in der wir uns befinden, ist eine Durchsetzung per Anordnung wie zu Kaisers Zeiten nun einmal nicht mehr möglich.

Ich möchte wache S haben. S, die auch in anderen Büchern als nur Schulbüchern lesen. Und das, was sie dort lesen, darf nicht in der Schule als falsch angestrichen werden.

Theodor Ickler zum Problem im aktuellen Börsenblatt.

Gelesen.

Perry Rhodan 1. Die Dritte Macht. Rastatt: Moewig, 1978.

Gelesen.

Bartels, Victory-KapitalismusHans-Peter Bartels: Victory-Kapitalismus. Wie eine Ideologie uns entmündigt. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2005.

Der Hintergrund zur von Franz Müntefering wieder angestoßenen Kapitalismus-Debatte. Hans-Peter Bartels, SPD-MdB aus Kiel, hat ein journalistisch gehaltenes Buch mit vielen guten Beispielen zum Ausufern neoliberalen Denkens in Wirtschaft und Gesellschaft geschrieben.

Buch bei Amazon angucken. Weitere Informationen auch auf der Homepage Hans-Peter Bartels'.

Du bist Deutschland.

Die in den Blogs ja schon annoncierte und vor Erscheinen schon in Grund & Boden verdammte Werbekampagne Du bist Deutschland ist nun erschienen. Und es zeigt sich, dass sie in ihrer Grundkonzeption so gruselig ist wie befürchtet.

Ich schrieb damals »Der Satz wird gemeinhin als anbiedernd und deutschtümelnd verstanden. Ich möchte ihn sehen als aufklärerisch und subversiv. – Ich möchte ihn so sehen - wir können ihn uns zu eigen machen. Das ist so wie das grundgesetzlich garantierte Widerstandsrecht, auf das sich Castor-Blockierer berufen: es kommt immer darauf an, sich gar nicht so ernst gemeinte Sätze zu eigen zu machen.«

Es zeigt sich nun, dass genau das möglich ist. Hella Streicher, die einen der ausführlichsten Beiträge zu diesem Thema geschrieben hat (und, nebenbei gesagt, eine Gegnerin dieser Kampagne ist), schreibt hier:

»Vielleicht sehe ich nicht so aus, wie er [Walter Kempowski] sich Deutschland vorstellt. Aber ich bin doch Deutschland! Was um Himmels willen soll ich denn noch alles tun, damit die Premium-Deutschen begreifen, daß es außer ihnen auch noch andere Deutsche gibt, die etwas zu sagen haben? Wir alle sind doch Deutschland! Wir alle ziehen doch, sagt die Website, an einem Strang! Oder ziehen nur die Wirtschaft, die Politiker und die Medien, und alle anderen Deutschen sind Marionetten, vielleicht sogar als Bundeswehrsoldaten Todeskandidaten? Was um Himmels willen soll ich tun, damit Deutschland begreift, daß auch Menschen wie ich Deutschland sind?«


Q. e. d.

Gelesen.

John Brunner: Die Plätze der Stadt. München: Heyne, 1980.