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Gelesen.

Christa Wolf: Medea. Stimmen. München: dtv, 2004.

Nein, Christa Wolfs Bücher mochte ich nur selten: sie schienen mir zu gewollt bedeutsam, ihr Ton sprach mich nicht an. Es waren zu sehr Bücher einer Zeit, in der zwischen den Zeilen gelesen werden wollte, in der Autoren dieses Bedürfnis erfüllten, indem sie dunkel raunten. – Unfair? Klar, aber ein paar Vorurteile darf man pflegen.

Da ich nun heute noch eine Fortbildung zum künftigen Zentralabitur besuchen werden, in dem das Buch eine der Pflichtlektüren darstellt, bin ich gestern mit wenig Begeisterung ans Lesen gegangen. Was soll ich sagen?: es ist ein großes Buch, ein wirklich Gutes. Es geht um den Wert des Einzelnen in der Gesellschaft, die Zumutungen des Machtgeschäfts, die Macht der vermeintlich stillen Masse, Ehrlichkeit, Hellsichtigkeit, die hier wörtlich verstandene Leiche im Keller – und das alles vor dem Hintergrund des hier gründlich gewendeten Medea-Mythos. Es ist ein Schauerroman und Politkrimi, eine Darstellung der Funktion des Außenseiters gegenüber den Etablierten, ein schmerzlich deutliches Buch. – Lesen!

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