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Gelesen.

Hanns Cibulka: Swantow. Die Aufzeichnungen des Andreas Flemming. Halle/Leipzig: Mitteldeutscher Verlag, 1982.

Kein großartiges Buch, aber eines mit einem ehrlich nachdenklichen Ton der Selbstreflexion, des Innehaltens, der Besinnung. Der Aufenthalt des tagebuchführenden Andreas und Livs auf einer Ostseeinsel ist Anlass zur Rückschau und zur Bewusstwerdung. Das klingt platt und könnte nur langweilig sein -- ist es aber nicht, dabei weit entfernt von den Selbstbespiegelungen der heutigen Schriftstellergeneration.

Mein Exemplar des Buches ist ein gebrauchtes, ein ernsthafter Leser hat die ihm wichtigen Stellen mit Bleistift angestrichen, zum Beispiel diese:

»Man muß von Zeit zu Zeit aus dem Alltag ausscheren, einmal auch neben dem Weg stehen, man kann nicht ein Leben lang zu den Akteuren gehören.« (30)

»Ich sage mir: innerhalb der Bedingungen bleiben, die uns eine Landschaft gibt.« (34)

»Wir leben in einer glanzlosen Zeit, weil wir bei jeder Tätigkeit nach dem Lohn fragen.« (88)

... und viele andere. Wenn man ein Buch dieser Art liest und auf die Anstreichungen sieht, ist es, als höre man einem Gespräch zu. In dem Menschen, der es gelesen hat, hat sich in eben jenem Moment etwas bewegt; er ist ein anderer geworden.

»Ich lernte Menschen kennen, die mir auf meine innersten Fragen eine Antwort gaben, sie kamen ganz einfach auf mich zu, gewisse Bücher fielen mir in dem Augenblick in die Hand, als ich sie am dringendsten benötigte.« (57)

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