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Gelesen.

Semprún
Jorge Semprún: Was für ein schöner Sonntag! München: Süddeutsche Zeitung, 2004.

Assoziativ kombinierte Episoden über den Tod im Konzentrationslager Buchenwald, Goethe, der mit Eckermann hier hätte vorbeigehen können, den Partisanenkampf in Spanien und Frankreich, den Stalinismus und die Auseinandersetzung des philosophischen Kommunisten Semprún mit der Parteilinie. Wenige den immer gleichen Tagesablauf im KZ kennzeichnende Erlebnisse werden immer wieder hinterfragt und führen zu immer neuen Querverbindungen.

Besonders beeindruckend erschien mir die Schilderung der von Gefangenen – aufgrund eines ausgeklügelten Beziehungsssystems meist Kommunisten – aufrechterhaltenen Lagerverwaltung: die gleichsam Beförderten erkennen ihre Situation im moralischen Dilemma, werden schuldig, indem sie ihr Leben retten, entscheiden durch das Zusammenstellen von Transporten in besonders harte Arbeitslager über Leben und Tod mit. Und der Antisemitismus eines kommunistischen Verwalters unterscheidet sich nicht wesentlich von dem der Organisatoren der Vernichtung.

Kein leichtes Buch, auch kein wirklich sensationell gutes, aber eines, das von Wichtigem berichtet.

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