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Eine Abteilung leiten.

Brain dump wie bei Thomas – ein gutes Format, weil stets zu viel passiert, um alles aufzuschreiben, aber nicht alles verloren gehen soll. In Anerkenntnis des Flüchtigen, Behelfsmäßigen, Unfertigen. –

Als wir einmal unseres Schulleiters verlustig gingen und daher nach einer*m Nachfolger*in suchten, überlegte ich schon mal, was denn eine Leitungsperson ausmache. Inzwischen habe ich selbst die Leitung einer Abteilung übertragen bekommen, was mich das schwer Fassbare des Leitens immer wieder reflektieren lässt – in gelungenen und auch in misslungenen Momenten. –

Zuweilen habe ich das Gefühl, leitend in der Schule tätig zu sein (und vielleicht trifft das auch auf andere Berufsbereiche zu) bestehe zumindest im Miteinander mit den Kolleg*innen im Wesentlichen daraus, es genau nicht zu sein. Sondern einfach präsent zu sein, die guten Vorschläge, die von allen Seiten kommen, aufzunehmen, die Umsetzung zu befördern und etwaige Hindernisse, so gut es geht, aus dem Weg zu räumen.

Ich habe in den jetzt etwas über drei Jahren in Abteilungsleitungsfunktion nur wenige Situationen erlebt, in denen ich – dann unter vier Augen – deutlicher werden musste als es dem üblichen Miteinander entspricht, und in den ausnehmend deutlichen Fällen war diese Kommunikation nach außen, nicht ins Kollegium gerichtet.

Wenn man dann aber mit den interessierten Kolleg*innen zusammensitzt, um ein Problem zu bearbeiten, und die Lösungsansätze wie von selbst entstehen, ist das ein ausgesprochen positives Erlebnis. Eine Abteilung zu leiten macht schon auch Laune.

(Und immer wieder die Ähnlichkeit zum Unterrichten.) –

Hinterher: Heiße Schmorpfanne mit Weißkohl, Möhren und leicht scharfen Rübchen aus der Solawi-Kiste, zudem Hackfleisch (prosaisch von Famila, sorry), wohlgewürzt mit Salz, Pfeffer, Kümmel, Piment d’Espelette.

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Kommentare

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Thomas Kuban am :

*Das Essen klingt super. (Von Famila höre ich nur in Gesprächen am Telefon mit meiner Mutter)
Das andere kenn ich auch.
Allerdings ändert es sich ein wenig in einem jungen Kollegium. Gestern kam eine Kollegin auf mich zu und fragte was. Ich antwortete. Sie: „ „Oh Mann, Herr Kuban, immer wenn ich Sie was frage, antworten Sie mit: Was würden Sie denn machen? Oder „Was wäre denn pädagogisch sinnvoll?““

Hanjo am :

*Da kann ich die jungen Kolleg*innen verstehen: man muss ja erst mal sehen, wie’s läuft, und die formale Konstruktion der Schule ist nun mal nach wie vor hierarchisch. Was ich mir auch vorstellen kann: das der eine oder die andere Einzelne klare Ansagen vermisst und die Beschränkung auf Unterrichtsverpflichtung schätzen würde.

Thomas Kuban am :

*Da magst du recht haben. Dennoch mag ich pädagogische Freiheit sehr und schätze Leute, wie du, die gern eigenständig denken.
Mit der Kollegin habe ich einen Tag später noch einmal gesprochen und sie meinte, es sei halt einfach eine Umstellung von der letzten Schule, an der sie gearbeitet hat. Und: Sie fände es gut zu wissen, dass sie bei vielen Fragen eigene Freiheit besitzt, zu entscheiden.
Ich finde das auch gut.

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