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Gelesen. Karila.

Juhani Karila: Der Fluch des Hechts. Übertragen von Maximilian Murmann. Erlangen: Homunculus, 2022.

Feiner Roman: Elina will – wie in jedem Jahr – einen Hecht angeln, doch dieser erweist sich plötzlich als stärker. Mit ihrem Scheitern scheint ihr Leben in Gefahr, denn ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. – Anderenorts wurde sie zuvor dabei beobachtet, wie sie in ihrem Garten eine Leiche zu verbrennen scheint. Die Kriminalpolizei schickt eine Ermittlerin. Doch in Ostlappland sind auch noch andere Kräfte am Wirken.

Sehr vergnüglich. – Lesen (oder erst einmal das Videointerview mit dem Autor gucken und dann lesen)!

Gelesen. Schmidt.

Jochen Schmidt: Zuckersand. München: btb, 2018.

Eigentlich nur gelesen, weil ich in einer Rezension über Schmidts Phlox stolperte, das offenbar die Geschichte fortführt.

Gelesen. Tokarczuk.

Olga Tokarczuk: Die Jakobsbücher. Übertragen von Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein. Zürich: Kampa, 2019.

Schon eine großartige Unternehmung, das Leben Jakob Franks zu erzählen in seinen religiösen und sozialen Wirren – dies unternimmt Tokarczuk in einer überbordenden Fülle, die die gelungenen und unterhaltenden, die bitteren und die witzigen Passagen, derer das Buch nicht arm ist, leider ein wenig überdeckt: großartige Figurenschilderungen und -entwicklungen geschehen auf vergleichsweise wenigen Seiten, die für die fast 1200 gelesenen nicht vollends entschädigen. Schade, eigentlich.

Es bleibt also bei der Empfehlung: wenn Tokarczuk, dann Ur. (Menschen polnischer Zunge könnten die Frage beantworten, ob es möglicherweise an der Übersetzung liegt.)

Gelesen. Hettche.

Thomas Hettche: Die Liebe der Väter. München: btb, 2012.

Von der Mutter getrennt lebender Vater verbringt mit normalerweise bei der Mutter aufwachsender Tochter einen Silvesterurlaub mit Freunden auf Sylt. Hölzern und unangenehm väterbewegt die Auseinandersetzungen über die juristische Lage von Vätern in Konfliktfällen, besser in einigen Passagen die Unsicherheit zwischen Vater und Tochter, aber auch Naturbeschreibungen etc.

Irritiert ob der Intention dieses Buchs: ernst gemeinter Klagegesang (dann vollkommen unpassend die alles ändernde Ohrfeige, vor allem die Rechtfertigung derselben) oder distanzierende Zurschaustellung eines lamentierenden Gewalttätigen im unzuverlässigen Erzähler? – So wie so kein angenehmes Buch. Hettche ist nicht mein Autor.