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Gelesen. Hein.

Jakob Hein: Mein erstes T-Shirt. München: Piper, 2001.

Aus dem Tauschregal. Wird auch wieder zurück gelegt …

Gelesen. Lanchester.

John Lanchester: Die Mauer. Übertragen von Dorothee Merkel. Stuttgart: Klett-Cotta, 2019.

Wie ungewöhnlich (gut) Sibylle Berg schreibt, wird deutlich durch den Kontrast zu Die Mauer: letzteres ebenfalls eine Dystopie, die heutige Entwicklungen fortschreibt (die Mauer ist das Küstenbollwerk gegen den gestiegenen Meeresspiegel und »die Anderen«: anlandende Klimaflüchtlinge), aber ganz konventionell und sprachlich einfach erzählt: solides Handwerk (und als solches zum Beispiel in der Schilderung der psychischen Verfasstheit der auf der Mauer ihren Pflichtdienst ableistenden jungen Leute nicht zu unterschätzen), aber auch nicht mehr.

Gelesen. Berg.

Sibylle Berg: GRM. Brainfuck. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2019.

Heftig und zeitweise schwer erträglich; gewiss keine Wohlfühl-Literatur. Und natürlich trotzdem – wahlweise deshalb – empfehlens- und lesenswerte … Dystopie, wäre hier das nächste zu erwartende Wort. Aber tatsächlich ist der Brainfuck eine solche nur teilweise, weil viele der geschilderten Begebenheiten weder fiktional noch zukünftig sind, sondern fast schon wieder vergessener junger faktischer Vergangenheit entstammen. Insofern eher ein Rant aus vielen Stimmen einer Zeit voller gedachtem und ausgelebtem Hass – wenn bei aller hellsichtigen Verzweiflung über den destruktiven Irrsinn des Menschen auch der Wille zur humanistischen Hoffnung erkennbar wird (erklärt man sich in naiver Harmoniesucht).

Alles Weitere viel klüger in der Rezension Ursula März’ in der Zeit – »Ein Buch wie ein Sprengsatz« (€), auf die mich Tanja hinwies.