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Gelesen.

Rankin: Souvenir des Mörders
Ian Rankin: Das Souvenir des Mörders. München: Goldmann Taschenbuch, 2005.

Die Reihe um den schottischen Ermittler John Rebus steht wie andere auch für den modernen Kriminalroman, der die Kriminalermittlung nur als Aufhänger nutzt, um die eigentliche Geschichte zu erzählen. Natürlich überwiegt der Ermittlungsanteil in der Geschichte weit andere Aspekte, doch gleichwohl sind auch in der Ermittlung zentrale Fragen solche:

  • Wie reagiert der Ermittler?

  • Was verrät die Reaktion des Ermittlers über eben diesen?

  • Welche Auswirkungen hat die Ermittlung (mit ihren soziologischen, moralischen, politischen Implikationen) auf den Ermittler und sein familiäres und sein dienstliches Umfeld, sein Privatleben, sein Gewissen?

  • Wie entwickelt sich der Ermittler (samt Umfeld) über den einzelnen Roman hinaus?


Gerade das letzte Moment – ich nenne es mal Makrogeschichte – ist ein nicht zu unterschätzendes. Zwar bemühen sich deutschsprachige Verlage meist, die ursprüngliche Editionshistorie möglichst zu hintertreiben und die Makrogeschichte damit zu zerstören oder aber hinderlich werden zu lassen im Verständnis der einzelnen Bände, doch wenn eine Serie erst einmal mehr oder weniger komplett vorliegt, kann der Leser der Makrogeschichte folgen.

Diese ist oftmals alles andere als kriminalistisch motiviert, gleichwohl vermute ich, dass sie für einen großen Teil der Leserschaft ebenso bedeutsam ist wie die Kriminalhandlung. Schon die Liebesgeschichte zwischen Lord Peter Wimsey und Harriet Vane war ja treibende Kraft ein den letzten Romanen Dorothy Sayers', und es ist kein Zufall, dass die Romane um Wimsey mit der Heirat der Liebenden ein Ende finden.

Triviales Interesse auf dem Niveau der Soap-Opera ist es also, was uns Krimileser neben dem intellektuellen Moment des Rätselratens zumindest auch umtreibt, und der moderne Kriminalroman kommt uns dabei weit entgegen. Die Krimihandlungen sind häufig hanebüchen, überzogen, fernab normaler polizeilicher Realität (der nächste Blogeintrag wird ein hervorragendes Beispiel dafür liefern, wenn ich ihn schreibe ;-)), doch die Makrogeschichte trägt auch einen weiteren Band einer Serie.

Und ja, ich habe also auch wissen wollen, wie es mit Rebus weitergeht. In Das Souvenir des Mörders erfährt man's.

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