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Gelesen. Alafenisch.

Salim Alafenisch: Die acht Frauen des Großvaters. Zürich: Unionsverlag, 2015.

In offenkundiger Erzählfreude stellt Alafenisch die uns fremde Kultur der Beduinen des alten Palästina vor, zeigt dabei die Funktionsweise (beispielsweise von angebahnten Eheverbindungen) wie auch Probleme, Konflikte und Lösungsstrategien der Kultur auf. Die Vielehe des Großvaters ist dabei Zentrum einer umfänglich angelegten Schilderung der Lebensumstände eines ganzen Stammes über Jahrzehnte. Die mündliche Erzähltradition offenbart sich in repetitiven Elementen, die allerdings auf der Handlungsebene auch den ritualhaften Charakter wiederkehrender Vorgänge kennzeichnen.

Auch wenn Alafenisch immer die Sympathie für das Erzählte anzumerken ist, ist es der gutmütige, teilweise burschikose Spott, der der westlich geprägten Leserin die Lektüre erträglich macht; etwa wenn geschildert wird, dass der sehnsüchtig erwartete (und allein drei Ehen erfordernde) erste Sohn des Großvaters, nach dem Propheten Mohammed benannt und von der Mutter als künftiger Löwe des Stammes bezeichnet, zunächst von den anderen Frauen und schließlich vom ganzen Stamm nur »Gewandscheißer« gerufen wird …

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